Sport

Parabadminton - eine aufstrebende Sportart
Parabadminton: Training im Tennis Point Vienna

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Spiel Federball populär: Es ging darum, gemeinsam zu spielen und dabei den Federball möglichst lange in der Luft zu halten. Daraus entwickelte sich der Wettkampfsport Badminton , der mit Federball nicht mehr viel gemeinsam hat.

Spielfeldgröße, Netzhöhe, Normen für Schläger und Ball und vieles andere wurde normiert und reglementiert. Es gilt -ähnlich wie bei Tischtennis - die einzelnen Ballwechsel zu gewinnen. 21 Punkte bringen (mit 2 Punkten Unterschied bis maximal 30 Punkten) einen gewonnen Satz. Neben einer guten Kondition und Schnelligkeit ist vor allem auch ein perfektes Reaktionsvermögen, gute Koordination und hohe Beweglichkeit von großer Bedeutung.

Schon in den 90-er-Jahren entwickelte sich Parabadminton als Sportart für Behinderte in sechs Klassen, davon zwei Rollstuhlklassen. Rollstuhlklasse WH1: Rumpfstabilität schwach bis schlecht, Rollstuhlklasse WH2: Rumpfstabilität normal.

In Österreich ist Parabadminton noch "im Aufbau", bei den österreichischen Meisterschaft im Dezember 2106 konnte man sich erstmalig über eine 2-stellige Teilnehmerzahl freuen. Es wurde ein offenes Turnier (Damen und Herren gemeinsam) gespielt. Im Finale trafen Henriett Koosz und Thomas Frühwirth aufeinander: Henriett siegte mit 23:21 und 21:14.

... und wenn Euer Interesse geweckt wurde ...

Trainingsmöglichkeit in Wien:

WO: Integrative Schule Hernals, 1170 Wien, Hernalser Hauptstraße 220 - 222

WANN: Jeweils Donnerstag von 19:30 bis 21:00 Uhr

Weitere Details gibt es in diesem Flyer

Einige Stimmen anlässlich der Österreichischen Meisterschaften Dez. 2016

Henriett Koosz, aktuelle österreichische Meisterin:

Ich denke nicht so dran, dass Parabadminton paralympisch wird, sondern dass so wenige es wissen, dass es Parabadminton gibt und es so wenige Spieler und Spielerinnen sind.

Parabadminton ist nicht Rollstuhl-Badminton: Parabadminton hat sechs Klassen und da sind eigentlich nur zwei Rollstuhlklassen und vier Geherklassen.

Michael Dickert, Generalsekretär des Badmintonverbandes:

Das primäre Ziel ist es, für die Sportart Spielerinnen und Spieler zu gewinnen, das heißt, vermehrt mit den Landesverbänden zusammenarbeiten, mit Rehazentren kooperieren, damit wir eben eine breite Basis haben.

Alexander Postl-Znidarcic:

Ich bin schon seit 92 im Rollstuhl und ich verstehe nicht - es gibt ja Rollstuhlfahrer - warum so wenige zum Sport kommen. Ich verstehe nicht, warum man nicht an den Rehazentren bisschen mehr Reklame macht.

Thomas Frühwirth, Paralympic-Medaillengewinner::

Para Badminton ist eine relativ junge Sportart, muss noch populärer werden. Und man muss konsequent junge Athleten von Grund auf aufbauen und ausbilden. Dann wird auch das Leistungsniveau wesentlich steigen. So wie immer im Sport, braucht es einfach Zeit.

 

Badminton für Rollstuhlsportler

(von Heinz Gardavsky)

Kurz vor einem international besetzten Badminton Wettkampf in Spanien (Mallorca) hatte ich die Möglichkeit, zwei ambitionierte Teilnehmerinnen bei ihrem Training zuzusehen. Im Tennispoint Austria beobachtete ich Brigitte Seyer und ihre Partnerin Henriett Koosz. Beide waren früher hervorragende Tennisspielerinnen, die auch beachtliche internationale Erfolge vorweisen konnten. Jetzt haben sie ihr Herz für Federball entdeckt . 

Badminton wird schon bei den nächsten Paralympics ein eigener Bewerb sein, wo die Athleten olympisches Gold, Silber und Bronze erringen werden können. Die Dichte an Spielern ist zur Zeit auch international noch gering, aber das soll sich in der Zukunft zum Positiven ändern. 

Die Grundvoraussetzung sind ein Schläger, ein paar Federbälle und Interesse an diesem Sport. Schon kann es losgehen. Gespielt wird auf 21 Punkte und zwei gewonnene Sätze. Für den Kampf benötigt wird für einen Rollstuhlfahrer nur der halbe, für das Doppel jedoch der ganze Platz. Zu erlernen ist es relativ einfach, so man sportlich ist, versichern mir Brigitte und Henriett. Man wird auch schnell besser und man kann mit viel Training bald an die Spitze vorstoßen. Jeden Donnerstag um 18 Uhr gib es die Möglichkeit im Trainingszentrum in der Hernalserhauptstraße zu spielen. Michael Dickert, Trainer der beiden vorher genannten Damen, ist Generalsekretär des österreichischen Tennisverbandes. Er hat ein eigenes Referat für Parabadminton ins Leben gerufen und erhält sogar Fördergelder vom BSFV, dem Bundesförderungsvereins für Sport. 

Beim Parabadminton gibt es sechs Klassen: Zwei für Rollstühle, eine für Kleinwüchsige und der Rest für gehende Menschen mit Handicap. Für Profikämpfe wird ein besonderer Rollstuhl gebraucht. Ab 4.000.- Euro ist man dabei. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, dass der Profisport im Federball noch in den Kinderschuhen steckt. 

Die beste Badmintonspielerin der Klasse 1 in Österreich ist zur Zeit Henriett Koosz. Sie ist seit 2015 dabei, weil sie dem Tennissport gesundheitlich nicht mehr auszuüben vermochte und lebt trotz ungarischer Wurzeln in Wien. Sie ist mindestens zwei Mal wöchentlich mit ihrem Trainer auf dem Platz und bestreitet immer wieder Turniere mit guten Erfolgen. Zur Zeit hat sie den 12. Rang im internationalen Ranking inne. Brigitte Seyer, seit einem Unfall 2003 inkomplett gelähmt, wohnt in Schwadorf. Sie hat ein eigenes Auto, fährt ebenfalls zwei Mal die Woche nach Wien, um zu trainieren. Sie ist die frühere Doppeltennispartnerin von Henriett und ist 17. in der Liste.

Brigitte Seyer (links) und Henriett Koosz (rechts)
6. April 2017: Salzburg ehrt seine besten Sportler

Zehn Jahre LEONIDAS Sportlerwahl!
(von Manfred Schweizer)

Seit 1984 werden in Salzburg die besten Sportler, Sportlerinnen des vergangenes Jahres ermittelt. Seit 2007 wird auch für das Lebenswerk ein Preis vergeben. Anlässlich der  Leonidas-Gala am 6. April 2017 kommt es dann zur Überreichung der Preise an die durch eine Jury ermittelten Sieger. Es ist mir ein besonderes Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass in dieser Jury auch der Landessportdirektor von Salzburg, unser langjähriges Mitglied Mag. Walter Pfaller, vertreten ist.

Walter war selbst bei fünf Paralympischen Spieler als Sportler dabei (1976/1980/1984/1988/1996) und fünf Mal als Funktionär (1992/2004/2008/2012/2016). Sein größter Erfolg war Gold bei den Paralympischen Spielen in Seoul (Fünfkampf).

Besonders betonen möchte ich, dass bisher 9 Mal auch Personen für ihr Lebenswerk im Sport ausgezeichnet wurden.
2007 war es beim erste Mal Annemarie Moser-Pröll. Bereits im darauffolgenden Jahr wurde Walter Pfaller für sein Lebenswerk als Behindertensportler ausgezeichnet.

Ich wünsche der Jury und vor allem dir Walter viel Freude beim Sammeln der Punkte für die Ermittlung der Sieger und gratuliere bei dieser Gelegenheit einmal mehr für deine Arbeit im Sport ganz allgemein - du vertrittst die Familie der Rollstuhlsportler in hervorragender Art und Weise.

Mag. Walter Pfaller

27.01.2017 - Sledgehockey Vienna Warriors - Annemarie Grillenberger
Sledgehockey-Schlitten 1970

Sledgehockeyoder auch Para Ice Hockeywurde in den 1970er-Jahren als Spaß-Therapie in Schweden erfunden. Es entwickelte sich rasch zu einer professionellen Para-Sportart und erlangte dadurch große Beliebtheit.

Mitte der 1980er-Jahre fanden die ersten, wenn auch inoffiziellen, Turniere und Weltmeisterschaften statt.

Sledgehockey-Schlitten 2017

Seit 1994 ist Sledgehockey im Programm der Paralympischen Winterspiele und seit 1996 werden offizielle Weltmeisterschaften ausgetragen. Von 10. – 17. April 2005 fand die Erste Europameisterschaft in Zlin (Tschechien) statt. In Österreich wurde die Sportart 2011 ins Leben gerufen und es fanden noch im selben Jahr die ersten Trainingseinheiten Statt. 2012 wurde der erste Wiener Sledgehockey Verein, dieVienna Warriors“, gegründet. Auch der Kärntner VereinCarinthian Steelersentstand im selben Jahr.

Die Ausrüstung für Sledgehockey ist fast identisch mit der für Eishockey. Im Wesentlichen gibt es nur zwei Unterschiede:

Die Spieler sitzen in einem Schlitten, der aus einer Sitzschale und einer Aluminium-Rahmen-Konstruktion besteht. An der Unterseite ist ein Kufenblock montiert, der aus zwei separaten Kufen besteht.

Zweitens verwenden die Spieler zwei Schläger, an deren Ende Krallen, die sogenannten Spikes, montiert sind, mit denen sich die Spieler fortbewegen.

Die Vienna Warriors in Aktion

 Auch die Spielregeln sind mit jenen des gängigen Eishockeysportes vergleichbar und wurden lediglich an die Bedürfnisse der Para-Sportart angepasst. Ein deutliches Beispiel ist die RegelT-Ing“, das Rammen des Gegenspielers im Winkel von  90°.

Seit 2016 schlägt der Verein Vienna Warrior eine neue Richtung ein und kann voller Stolz verkünden, die erste Kooperation eines Sledgehockey-Vereines mit einemnormalenEishockeyverein, den WEV Lions eingegangen zu sein.

Logo des Vereins Vienna Warriors

Die Wiener Mannschaft besteht derzeit aus acht Stammspielern und weiteren Interessenten, die sich bereits für Probetrainings angemeldet haben. Seit Anfang September 2016 steht, genauer gesagt sitzt, die Mannschaft wieder wöchentlich jeden Mittwoch von 19:10 – 20:00 Uhr im Eissport Zentrum Kagran (Albert Schultz Halle) auf dem Eis.

Der Verein Vienna Warriors
Obmann: Krejčik Markus
Mobil: +43 676 4326976
23.11.2016 - Selbstverteidigung für RollstuhlfahrerInnen - Annemarie Grillenberger

Ein Überraschungsmoment für potenzielle Angreifer: Effiziente Selbstverteidigung trotz Rollstuhl!

(Annemarie Grillenberger)

Es war der berühmte Zufall, der mich nach vielen Jahren wieder in einen Selbstverteidigungskurs kommen ließ: Eine Bekannte, die mir etwas Gutes tun und mich wohl vor ausufernder Langeweile retten wollte, empfahl mir den Selbstverteidigungskurs für RollstuhlfahrerInnen im S.C. Hakoah in der Wehlistraße im 2. Wiener Gemeindebezirk. Ganz spontan meldete ich mich zunächst für ein Schnuppertraining an (mein letzter Kurs ist mir nicht in allzu guter Erinnerung geblieben und ich dachte mir, nach dem Schnuppern kann ich noch immer „Nein“ sagen). Zu diesem Nein kam es allerdings nicht, denn schon nach einer halben Stunde war mir klar, hier bleibe ich! Während der nächsten zehn Trainingseinheiten versuchte ich dann, auf logischer Basis zu ergründen, was damals nur ein Bauchgefühl gewesen war.

Für die meisten GeherInnen ein eher profaner Grund, für uns Rollis aber essentiell: Man bekommt bei der Anmeldung zum Kurs ein Armband mit einem Chip, der den Schranken und das Tor zum großen Parkplatz des Sportcenters öffnet. Ein Stellplatz für das Auto ist also gesichert.

Beim Haupteingang gibt es lediglich ein 2 cm hohes „Stuferl“ zu überwinden (die Türe geht ein bisschen schwer auf, aber das kann man ja schon mal als Aufwärmen für das Training betrachten).

Der Umgangston der Belegschaft an der Rezeption ist so schön „normal“, niemals hat man das Gefühl, dass RollifahrerInnen hier eigentlich nicht wirklich am richtigen Ort sind (was mir in Sportcentern schon passiert ist).

Und nun zu unseren Trainern: Freundschaftliche Begrüßung, kurzer Lebenslauf und kurze Einführung in den Selbstverteidigungs“sport“ und schon geht`s los. Zuerst aufwärmen, dann Übungen, dass alle Gelenke knacken (erst später wird mir klar, dass dies schon Abwehrgriffe sind, die durch das Üben ohne Partner in Fleisch und Blut übergehen sollen) und dann wird es ernst: Wir sollen nach mehreren Demonstrationen von Erich und Gerald eine bestimmte Abwehrtechnik an einem von ihnen anwenden. Aber ganz so einfach ist das nicht. Da ist die (nicht unbegründete) Angst, dem anderen weh zu tun und immer wieder hören wir: Schlag doch zu! Trau dich! Aber sorry, wie kann ich zuschlagen, wenn mir der Andere doch gar nichts getan hat? Laut unseren Trainern hat am Anfang jeder diese Hemmschwelle, erst mit der Zeit wagt man es dann doch, den Arm des Partners einmal ein bisschen fester zu verdrehen, ihm in den Bauch zu boxen oder ihn an den Haaren zu ziehen.

Stichwort Haare: Was mir bei diesen Unterweisungen durch Erich und Gerald besonders entgegenkommt ist, dass die beiden uns immer wieder dazu ermuntern, bei der Verteidigung nicht nur bestimmte Griffe, sondern auch das einzusetzen, was Mutter Natur uns mitgegeben hat, unsere Zähne und unsere Fingernägel. Wir dürfen also beißen und kratzen, wenn jemand uns Böses will! Welche Frau lässt sich das zweimal sagen?

Am Ende der Trainingseinheit wird noch gedehnt, manchmal wird man auch gedehnt, was ein ausgesprochen wohliges Gefühl hinterlässt.

Und dann freuen wir uns alle auf das nächste Mal!

Erich möchte sich nun kurz bei unseren Leserinnen und Lesern vorstellen.

Mein Name ist Erich Baron und ich sitze seit einem schweren Motorradunfall im Jahre 2011 im Rollstuhl.

Schon vor meinen Unfall betrieben mein Bruder Gerald und ich seit 1993 verschiedene Budo-Sportarten. In unserer langjährigen Laufbahn nahmen wir an unzähligen Lehrgängen teil, wir sind Mitglieder bei SHOBUKAI AUSTRIA sowie IAWO AUSTRIA und unterrichten seit dem Jahr 2000 in einer Schule im 20. Wiener Gemeindebezirk Nippon Jujitsu für Erwachsene und Kinder.

Ich wollte auch nach meinem Unfall die Selbstverteidigung nicht ganz aufgeben, deshalb stellten Gerald und ich am Tag der offenen Tür im Sportzentrum Hakoah Selbstverteidigung für Rollstuhlfahrer vor. Aufgrund der Nachfrage wurde danach ein „Selbstverteidigungskurs für Rollstuhlfahrer“ ins Leben gerufen.

Seit Mai 2013 führen wir nun einmal wöchentlich diesen Kurs durch. Unser Ziel ist es, unser Wissen und unsere Techniken weiterzugeben und dadurch Menschen im Rollstuhl mehr Selbstvertrauen zu vermitteln. Voraussetzung für diesen Kurs ist jedoch, dass man über einen aktiven Oberkörper verfügt, um einen gewissen Bereich des Körpers durch Abwehrtechniken abdecken zu können.

Es macht uns sehr viel Spaß, mit den Kursteilnehmern zu arbeiten, wenn man sieht, wie jeder Einzelne mit vollem Einsatz bei der Sache ist. Begeistert sind wir auch von den stetigen Fortschritten unserer Schützlinge.

 

Wer Lust bekommen hat, sich an der „Selbstverteidigung im Rollstuhl“ zu versuchen: Am 02.12.2016 startet ein neuer Kurs (ein Einstieg ist aber jederzeit möglich!)

Anmeldungen bitte an:

office@hakoah.at oder Infohotline 01 726 46 98 – 0 (täglich Mo – So 09:00 - 21:00 Uhr)

1020 Wien, Simon-Wiesenthal-Gasse 3 (Eingang: Wehlistr. 326)

Nähere Infos gibt es hier: http://www.hakoah.at/de/textedetail.asp?Block=1&ID=906

 

Christian Groth und Michelle Dziony machen Rollstuhl-Akrobatik

Christian Groth und Michelle Dziony sind "Fate Fusion", das erste Rollstuhl-Partnerakrobatik-Duo in ganz Deutschland.

Kennengelernt haben sich die Beiden auf dem Ball des Sports in Niedersachsen. Bereits nach kurzer Zeit entwickelte sich zwischen dem ungleichen Paar eine enge Freundschaft und eine gemeinsame Leidenschaft. Mit ihren Shows wollen die Zwei darauf aufmerksam machen, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen alles schaffen können, was sie wollen und dass das Leben viele Möglichkeiten bereit hält – man muss sie nur nutzen.

Vor fünf Jahren überlebte Christian Groth nur knapp einen schweren Motoradunfall. Seitdem ist der 29-Jährige querschnittgelähmt. Seinen Lebensmut hat er nie verloren. In der Kunstturnerin Michelle Dziony - sie ist nicht behindert - fand der Elektromechaniker einen ganz besonderen Menschen. "Sie ist meine allerbeste Freundin", erklärt Christian Groth, "mit ihr kann ich alles machen und das ist es, das jeder einfach braucht in seinem Leben: Jemanden, mit dem man jeden Blödsinn machen kann." Michelle Dziony und Christian Groth sind schon seit Jahren die besten Freunde.

Im Jahr 2012 nahmen die beiden an der RTL-Show "Das Supertalent" teil. So ein Paar hat die Jury wohl noch nicht gesehen. Michelle Dziony und Christian Groth hatten auf der großen Showbühne eine Partnerakrobatik vorgeführt was die Welt noch nicht gesehen hat. Das Besondere: Christian Groth sitzt im Rollstuhl. Doch das ungleiche Paar ist nicht nur auf der Bühne unzertrennlich.

Für ihren großen Auftritt hat sich das ungleiche Paar eine ganz besondere Choreographie überlegt und dafür viel gemeinsam trainiert. Mit einer Partnerakrobatik wollen sie bei "Das Supertalent" punkten und eine ganz besondere Botschaft vermitteln. "Wir wollten zeigen, dass ein Rollstuhl nicht das Ende ist", erklärt Michelle Dziony, "wie viel man eigentlich noch machen kann und das die Grenze zwischen Fußgänger und Rollstuhlfahrer nicht so groß ist, wie viele Leute denken."

 

Auf ihren Auftritt bei „Das Supertalent“ setzten beide große Hoffnungen. "Das wir weiter kommen und das wir viele Menschen damit erreichen", hofft Michelle Dziony.

 

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.fatefusion.de

Christian und Michelle sind auch auf Facebook vertreten

Auf YouTube gibt es von den beiden ein Video, das auf der Rehacare 2016 aufgenommen wurde

Paralympics Rio 2016: Österreichs Medaillengewinner

Von 7. bis 18. September fanden die Paralympischen Spiele 2016 in Brasilien statt.

Österreich hat 9 Medaillen erreicht. Hier gibt es die Details.


GOLD FÜR PEPO PUCH

Der 50-jährige Grazer wiederholte seinen Paralympics-Sieg in der Dressur Grade IB und sorgte somit für die erste Goldmedaille für das ÖPC-Team bei den XV. Paralympischen Spielen von Rio 2016. Der Brite Lee Pearson auf Zion machte Silber, die Dänin Stinna Kaastrup auf Smarties Bronze. „Es ist ein überwältigendes Gefühl, einfach unglaublich und kaum zu fassen. Es hat alles gepasst. Genauso, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich kann mein Glücksgefühl kaum beschreiben."


SILBER FÜR VQÖ-MITGLIED WALTER ABLINGER

Der 47jährige Oberösterreicher Walter Ablinger wurde mit einer Minute Rückstand Zweiter. Der Dreikampf um die Silbermedaille mit dem Kanadier Moreau und dem Schweizer Frei spielte sich im Bereich von einer Sekunde ab. „Ich bin brutal zufrieden“, jubelte Ablinger. „Wir haben 20.000 Euro in dieses Gerät investiert – es scheint sich auszuzahlen.“ Beide haben noch zwei weitere Chancen: Straßenrennen am Donnerstag, Teambewerb am Freitag. „Vielleicht ist Silber ja auch die Vorstufe zu Gold“, lachte Ablinger voll Zuversicht.


SILBER FÜR VQÖ-MITGLIED THOMAS FRÜHWIRTH

Der Steirer Thomas Frühwirth, der vor kurzem seinen 35. Geburtstag gefeiert hatte, musste sich nur dem Polen Rafal Wilk um exakt zehn Sekunden geschlagen geben und verwies den Deutschen Vico Merklein um fast eine Minute auf Rang 3. „Bin überglücklich“, strahlte er. „Meine Saison war bisher nicht so gut, ich habe bisserl an mir gezweifelt. Vorgestern hab ich gedacht, das wird nix, gestern dann vielleicht doch, und heute ist alles für mich aufgegangen. Nur zehn Sekunden auf Gold, das ist echt ein Wahnsinn!“


SILBER FÜR MARKUS SWOBODA

Sechste Medaille für das österreichische praralympische Team bei den XV. Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro: Markus Mendy Swoboda gewann im Kajak-Einer in der Klasse K2 die Silbermedaille.
Der sechsfache Weltmeister und sechsfache Europameister musste sich dem aktuellen Weltmeister, Curtis McGrath aus Australien, um 1,5 Sekunden geschlagen geben. „Wenn man Gold gewöhnt ist, ist es nicht unbedingt der gewünschte Ausgang“, sagte der 26-jährige Oberösterreicher. „Aber eine Medaille ist immer schön. Ich glaube nicht, dass ich Curtis geschlagen hätte – auch nicht mit einem perfekten Rennen.“


SILBER FÜR PEPO PUCH

Pepo Puch und sein Pferd Fontainenoir gewannen in der Dressur-Kür die Silbermedaille. Puch, der schon im Dressur-Einzelbewerb Gold geholt hatte, startete am Freitag auf seinem elfjährigen Hengst Fontainenoir im Individual Freestyle Test (Grade IB), in dem er 2012 in London gewonnen hatte. Zu Walzerklängen bestritt der Steirer seine Kür und schaffte den hohen Score von 76,750. Doch Lee Pearson, der erfolgreichste Reiter der paralympischen Geschichte, auf Zion war diesmal um einen Tick besser (77,400). Der Brite, der in der Einzel-Dressur hinter Puch Zweiter geworden war, eroberte seine bereits elfte paralympische Goldmedaille. Die Dänin Stinna Kaastrup auf Smarties machte erneut Bronze.


BRONZE FÜR KRISZTIAN GARDOS

Erste Medaille für Österreich bei den XV. Paralympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro. Und wieder durch einen der stets verlässlichen Tischtennisspieler: Krisztian Gardos gewann durch einen ebenso klaren wie überraschenden Sieg im „kleinen Finale“ gegen den um zwanzig Jahre jüngeren Chinesen Lian Ho die Bronzemedaille. Tischtennis ist in China eine Frage der Ehre, und so ist China auch bei den Paralympics die dominante Nation. Umso erstaunlicher, dass ein Österreicher einem Chinesen nicht den Funken einer Chance lässt. Krisztian Gardos, 41, brauchte genau 20 Minuten, um Lian Ho 11:9, 11:7, 11:4 zu besiegen. „Der größte Erfolg meiner Karriere“, sagte er. „Ich war perfekt auf diesen Linkshänder eingestellt. Ich bekam sehr viele gute Hinweise von meinem Extrainer per WhatsApp und telefonisch von meinem Bruder Robert.“ Gardos spielte serienweise präzise Schmetterbälle, sein Gegner brachte zwar viele davon zurück, doch der Österreicher wartete auf seine Chance und machte alle Big Points.


BRONZE FÜR ANDREAS ONEA

Bronzemedaille für Schwimmer Andreas Onea bei den XV. Paralympischen Sommerspielen 2016 in Rio: Nach Platz 6 in Peking und Platz 4 in London hat es diesmal mit der Medaille geklappt: Der 24-jährige Niederösterreicher musste sich über 100 Meter Brust in 1:44,44 nur dem Spanier Oscar Saluero Galisteo und dem Italiener Federico Morlacchi geschlagen geben. "Ich bin so unglaublich glücklich", strahlte Andy nach seinem sensationellen Rennen, in dem er lang auf Platz 5 gelegen war. "In London war ich drei Zehntel hinter Bronze, jetzt habe ich Bronze um drei Zehntel gewonnen - ich kann meine Gefühle kaum beschreiben! Dieser Tag ist für uns überhaupt ein Wahnsinn mit so vielen Medaillen für uns Österreicher. Haltet uns weiter die Daumen, wir werden weiter unser Bestes geben."


BRONZE FÜR GÜNTHER MATZINGER

Dass die Wiederholung seines Goldlaufs von London 2012 schwierig sein würde, wusste Günther Matzinger schon vor dem Finale über 400 Meter (Klasse T47) sehr genau. Doch dem Salzburger gelang es in einem höchst spannenden Rennen diese Leistung zu bestätigen . Bronze in der persönlichen Saison-Bestzeit von 48,95! "Ich hab nicht gewusst, ob ich Zweiter oder Fünfter geworden bin", berichtete er nach seinem Finallauf. "Ich habe noch selten zuvor so ein enges Rennen gesehen. Nach all den Verletzungen und nach meinen aktuellen Oberschenkelproblemen ist es großartig, dass mir diese Bestätigung gelungen ist. Diese Bronzemedaille zählt sicher genauso viel wie die Goldene in London." 
Besiegt wurde der 29-Jährige nur vom Kubaner Ernesto Blanco (48,79) und dem Brasilianer Petrucio Ferreiro dos Santos (48,87).


BRONZE FÜR NATALIJA EDER

„Ich bin überglücklich“, strahlte Natalija Eder nach ihrem Wettkampf. Die sehbehinderte Speerwerferin stellte bereits mit ihrem ersten Wurf die Weichen zur Medaille. 40,49 Meter, damit verbesserte sie ihre persönliche Bestmarke gleich um 61 Zentimeter. Es war der erste (gewertete) 40-Meter-Wurf ihrer Karriere. „Ich habe schon beim Probewurf gemerkt, dass etwas gehen könnte“, sagte sie.  „Von dem Vierziger habe ich schon so lange geträumt – jetzt hab ich ihn geschafft. Und so auch den österreichischen Rekord!“
Natalija Eder hatte schon 2012 in London Bronze geholt. „Mein Trainer Gregor Högler und ich haben wirklich viel weiter gebracht.“ Jetzt freut sich die in Weißrussland geborene Steirerin schon auf ihre beiden Söhne Thomas (12) und Lukas (9). „Der Kleine hat gleich nach der Siegerehrung angerufen und gesagt, dass er unbedingt das Maskottchen haben will. Aber die Medaille darf ich behalten!“


Paralympics Rio 2016: Teilnehmende VQÖ-Mitglieder

Die paralympischen Spiele 2016 in Rio rücken näher, in vielen Ländern wird noch um die Qualifikation gekämpft.
In Österreich stehen 26 behinderte Sportler als Teilnehmer fest.
Sechs Mitglieder unseres Verbandes sind derzeit für Rio qualifiziert, wir wollen diese Athleten hier ein wenig vorstellen.


Walter Ablinger

Walter Ablinger ist gelernter Zimmerer. Nach seiner Gesellenprüfung im Jahre 1987 diente er von 1988 bis 1996 als Soldat, vorrangig bei Auslandseinsätzen der UNO in Zypern und Syrien. Anschließend war er wieder als Zimmerer tätig. Am 21. Juni 1999 stürzte Ablinger auf einer Baustelle von einem Gerüst, ist seitdem querschnittgelähmt und sitzt seitdem im Rollstuhl. 2001 machte Ablinger eine Umschulung zum Bürokaufmann. Er ist verheiratet und Vater von drei Töchtern.

Schon während der Rehabilitation begann Walter Ablinger in der Klinik mit Sport. Hauptsächlich ist er auf dem Handbike aktiv. 2009 und 2010 wurde er österreichischer Staatsmeister im Einzelzeitfahren und 2012 im Straßenrennen. 2011 wurde er Europameister und gewann 2012 den Gesamt-Weltcup. Ebenfalls 2012 startete er bei den Sommer-Paralympics und errang zwei Medaillen: eine Goldmedaille im Straßenrennen sowie eine Silbermedaille im Einzelzeitfahren. 2013 wurde er Weltmeister im Straßenrennen, im Jahr darauf errang er Bronze.


Thomas Frühwirth

Geboren auf einem Bauernhof in Edelsbach bei Feldbach in der Süd-Oststeiermark. Wunderbare Kindheit mit drei Brüdern. Nach der Grundschule Ausbildung zu KFZ- Mechaniker und KFZ- Elektriker. Schon als 6-Jähriger mit dem Moped unterwegs, mit 15 Jahren Zuwendung zum Endurosport. Nach der Lehre 3 Jahre Arbeit bei Steyr-Daimler-Puch in der Entwicklung. Besucht der Abend-HTL für Fahrzeugtechnik. 2001 Wechsel zu KTM-Sportmotorcycles nach Mattighofen (OÖ).

2004 ein "total harmloser" Motorradunfall - auf einer kerzengeraden Autobahn (80km/h) in Polen, aber wie es so oft der Fall ist, sind die harmlosesten Stürze oft die folgenschwersten. Berührung mit einem Steher der Leitschiene, genau an dessen Stirnseite mit der Folge inkompletter Querschnitt L1.


Egon Kramminger

Durch einen Autounfall in der Nacht zum 9. September 1967 Querschnittlähmung, mit Unterbrechungen acht (!) Jahre in Krankenhäusern und Rehazentren, ungefähr 150 Operationen, unter anderem mit Amputation beider Beine. Sein Lebensmut bleibt ungebrochen. Heute ist er einer der erfolgreichsten Sportler des Landes. Aufgeben gibt‘s nicht. Heute glücklich verheiratet mit der "besten Ehefrau von allen". Auf seiner Visitkarte steht "Man kann das Glück nicht zwingen, aber einaden."

Ab 1992 sportliche Erfolge auf internationaler Ebene. In London erlebte Kramminger im August 2012 nach Sydney (2000), Athen (2004) und Peking (2008) seine vierten Paralympics, er ist bereits jetzt für Rio qualifiziert. Seine Medaillensammlung umfasst 42 Gold-, 50 Silber- und 47 Bronzemedaillen.


Nico Langmann

Autounfall im Kindesalter von zwei Jahren, seither auf den Rollstuhl angewiesen. Die bekannte Fernsehmoderatorin Barbara Stöckl ist beeindruckt "von seiner Fröhlichkeit, dem festen Glauben an ein gutes Leben, seiner Lebensfreude". Matura im Jahr 2015, lange Zeit als Schulsprecher aktiv.

Im Jahr 2007 beginnt Nico mit Rollstuhltennis, Training fünfmal wöchentlich, seit heuer ist er Nummer 1 der österreichischen Rangliste. Zweifacher Junioren-Weltmeister im Doppel, österreichischer Staatsmeister. 2013 erstmals unter den Top 100 der Weltrangliste im Rollstuhltennis, aktuelle Position: 28.

Seine Überlegungen zu den Paralympics in Rio: "Ich bin da ziemlich fad an dem olympischen Gedanken orientiert: Dabei sein ist alles. Ich genieße jeden einzelnen Moment und schaue, was dabei rauskommt. Ich will mir da jetzt auch keine konkreten Ziele stecken. Rio ist ein Meilenstein, auf den ich jetzt acht Jahre lang hingearbeitet habe."


Martin Legner

Viele Jahre Nummer 1 der Österreichischen Rangliste im Rollstuhltennis, im Jahr 2016 durch Nico Langmann abgelöst. Aktuell Nummer 45 der Weltrangliste. Martin Legner ist verheiratet und hat drei Kinder.

Rio 2016 sind die 7. Paralympischen Spiele, an denen Martin Legner teilnimmt.

  • 1992 erreichte er das Viertelfinale, in dem er Randy Snow unterlag.
  • 1996 zog er im Einzel ins Achtelfinale sowie im Doppel ins Viertelfinale ein.
  • Bei den Spielen 2000 erreichte er im Doppel erneut das Viertelfinale, während er im Einzel beim Spiel um Bronze Kai Schrameyer unterlag.
  • 2004 kam er im Einzel nicht über das Viertelfinale hinaus.
  • 2008 scheiterte er bereits im Achtelfinale.
  • 2012 schied er in der zweiten Runde aus.

Wolfgang Schattauer

Am 30. Juli 1999 war er während des Straßentrainings auf dem Fahrrad in einen Unfall verwickelt; bis heute sind Hergang und weitere Beteiligte ungeklärt. Seitdem querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.

Ein Jahr nach dem Unfall nahm Schattauer das Training auf dem Handbike auf, im Jahr 2000 nahm er am ersten Marathon teil. Seit 2002 startete er auch auf internationaler Ebene, so 2006 bei den Straßenweltmeisterschaften, bei denen er im Straßenrennen die Goldmedaille und im Einzelzeitfahren die Goldmedaille erringt. Bei den Sommer-Paralympics 2008 in Peking holt er Gold im Einzelzeitfahren, bei den Paralympics 2012 in London jeweils Bronze in Zeitfahren und Straßenrennen. Zudem wurde er von 2007 bis 2013 in Folge jeweils europäischer Meister im Handbiken und 13-mal österreichischer Meister.

1996: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

28.04.2015 - Taekwando - Heinz Gardavsky

Taekwondo wird paralympisch

Die Paralympics werden 2020 in Tokio um einige Sportarten erweitert. Es ist dies unter anderen Taekwondo, einer Kampfsportart aus Korea. Das entschied das Internationale Paralympische Komitee (IPC) Ende Februar in Abu Dhabi.

So wird in 22 Sportarten vom 25. August bis 6. September um Medaillen gekämpft werden.

Ausgeschieden sind hingegen Segeln und 7a-Side-Fußball. Der 5er-Fußball soll noch bleiben.

Vereine, die Badminton und Golf in ihrem Programm haben, sind trotz ihrer Bewerbung nicht berücksichtigt worden. Auch Basketball für Athleten mit geistiger Behinderung wurde vom Gremium abgelehnt.

Taekwondo, auch Tae Kwon Do, unterscheidet sich für den Laien nur wenig von anderen asiatischen Kampfsportarten. Hier geht es aber um Schnelligkeit und Reaktion. Es leitet sich von drei Begriffen ab: Tae bedeutet Fußtechnik, Kwon Handtechnik und Do ist der Begriff für Weg. Es gibt bereits Vereine, die ihren Kampfsport Behinderten zugänglich machen.

05.03.2015 - Rollstuhl Fechten - Heinz Gardavsky

Rollstuhlfechten

Fechten bei Paralympics 1976 in Toronto

Nach dem 2. Weltkrieg hat Sir Ludwig Guttmann den Rollstuhlsport ins Leben gerufen. Seit 1960 ist das Rollstuhlfechten bei den Paralympics ins Programm aufgenommen worden und seither nicht mehr wegzudenken.

Die Teilnehmer sind sich einig: Rollstuhlfechten erfordert nicht nur Konzentration und Präzision, sondern macht auch Spaß, motiviert und stärkt das Selbstvertrauen.

Die Regeln des Rollstuhlfechtens ist gleich denen des Fechtens Nichtbehinderter. Die Sportler bewegen sich allerdings nicht mit dem Rollstuhl über die Fechtbahn, sondern werden in Fechtgestellen fixiert. Der Abstand zwischen den Sportlern wird aufgrund ihrer Armlänge bestimmt. Es wird mit Florett, Degen oder Säbeln gefochten.

Fechten bei den Paralympics 1972 in Heidelberg

Beim Florett und Degen kann nur mit der Spitze ein Treffer erzielt werden, beim Säbel mit der ganzen Klinge. Beim Degenfechten zählt der Treffer, der zuerst gesetzt wurde. Bei weniger als 1/25 Sekunde Unterschied gibt es einen Doppeltreffer. Bei Säbel und Florett gilt das Angriffsrecht. Der Fechter, der zuerst angreift, kann den Punkt setzen. Der Gegner muss erst abwehren, eher er punkten kann.

Zugelassen ist jeder, der mobil eingeschränkt ist, also nicht nur Rollstuhlfahrer, sonder auch Beinamputierte oder z.B. Menschen mit Knieversteifungen.

Die letzte Weltmeisterschaft fand 2014 in Budapest statt. Leider war das öffentliche Interesse bei weitem nicht so groß wie es den Leistungen der Sportler entsprochen hätte.

31.03.2015 - Sledge Hockey - Heinz Gardavsky

Sledge Hockey

Spieler bei Sledge-Hockey
Spielszene beim Eishockey für Rollstuhlfahrer

Warum sollte ein Rollstuhlfahrer keinen Eishockeysport ausführen? Das dachten sich die Schweden in den Siebzigerjahren. Menschen mit Beeinträchtigungen der unteren Gliedmaßen setzten sie in Schlitten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, Eishockey zu spielen.

Seit 1994 wurde diese Sportart erstmals bei den Winter-Paralympics ins offizielle Programm aufgenommen. Das Spielfeld und die Bekleidung entsprechen denen des Eishockeys. Auch die meisten Spielregeln sind gleich. Einzig die Fortbewegung unterscheidet sich, denn statt auf Schuhen gleiten die Spieler in Schlitten (Sledge) dahin. Zur Beschleunigung verwenden die Wettkämpfer zwei kurze Schläger, auf deren Ende Spikes angebracht sind. Die Dauer des Spiels beträgt drei Mal 15 Minuten reine Spielzeit.

Bei unseren deutschen Nachbarn gibt es schon seit Mitte 2000 einen regulären Ligaspielbetrieb, der vom Deutschen Rollstuhlverband organisiert wird. Bei uns in Österreich sind wir noch nicht so weit, ich denke, weil sich unsere Einwohnerzahl sehr wesentlich von der unseres Nachbarlandes unterscheidet.

Seit 1996 werden offizielle Weltmeisterschaften ausgetragen. Da erreichte das Gastgeberland Schweden in Nynäshamm unter dem Dach des Paralympischen Komitees die Goldmedaille.

Sledge-Eishockey gehört zur Königsklasse der Sportarten für Menschen mit Behinderung. Nicht nur Wettkämpfer, sondern auch Zuseher und Sponsoren sind begeistert und es ist wie beim Eishockey: Wer einmal Blut geleckt hat, den lässt dieser Sport nie mehr los!

 

Hier ist der Aufbau des Schlittens, des wichtigsten Gerätes der Sledge-Hockey-Spieler abgebildet.

Mode

04.05.2015 - Mode im Rollstuhl - Fritz Gardavsky

Der Rollstuhl bietet keinen Grund, sein Äußeres zu vernachlässigen.

Das Sitzen im Rollstuhl stellt spezielle Anforderungen an die Kleidung. Hosen für Rollstuhlfahrer sind für nicht Behinderte im allgemeinen nicht zu gebrauchen. Eine Hose, die im Stehen klasse aussieht, verliert im Sitzen oft ihren Schick. Die Hosenbeine sehen nach Hochwasser aus, Taschen und Nähte hinterlassen hinten unangenehme Druckstellen und der Knopf geht nur mühsam auf.

Hosen für Rollstuhlfahrer sind auf bequemes Sitzen geschnitten und extra hierfür optimiert. Fußgänger können diese Hose nicht tragen.

Wichtig sind die Vermeidung von Druckstellen, die Bewegungsfreiheit des Oberkörpers sowie eine Erleichterung beim Anziehen des Kleidungsstückes. Im Bereich des Gesäßes haben Taschen und sonstige Verzierungen nichts zu suchen. Taschen haben da zu sein, wo sie gebraucht werden und wo sie besonders praktisch sind.

Kleidung ist mehr als ein Stück Stoff. Kleidung betont den Rollstuhlfahrer als Individuum. Praktische Mode stellt einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität eines Rollstuhlfahrers dar. Dabei dürfen Gesundheitsvorsorge und Mobilität nicht vernachlässigt werden. Durch entsprechende Technik muss auch die Dekubitus-Prophylaxe unterstützt werden.