Mobilität, Hilfsmittel, Rehatechnik

Alles über Förderungen, Unterstützungen und Befreiungen rund ums Autofahren findet man in der Info-Broschüre 2015 des "CLUB MOBIL für Menschen mit Handicap".

 

12. - 15. Jänner 2017 - Paravan auf der Vienna Autoshow - Heinz Gardavsky

Paravan steht für Mobilität in deinem Leben

(ein Bericht von Heinz Gardavsky)

Der Traum jedes Rollstuhlfahrers ist mobile Freiheit. Von A nach B zu kommen, unabhängig von anderen zu sein und selbstständig Autofahren zu können. Diese Wünsche werden von der Firma Paravan erfüllt. „Selbst schwerstbehinderte Personen bringen wir in Bewegung.“ sagt Herr Roland Arnold, Gründer und Geschäftsführer der Paravan GmbH. „Unsere Fahrzeugbauten lassen Sie Ihre Behinderung vergessen, dank weltweit einzigartiger technischer Innovationen und individueller Ausstattung.“

Ein Beispiel für die Arbeit von Paravan

Große Automobilhersteller wie VW, Mercedes, KIA, Renault oder Fiat arbeiten mit dieser Firma eng zusammen und gewähren auf Umbauarbeiten volle Garantie. Es gibt Standorte in ganz Europa, Australien oder Neuseeland. Im Fokus sind Amerika und der asiatische Kontinent.

Bei Paravan steht immer der Kunde im Mittelpunkt. Eine Vielzahl von Spezialisten arbeiten Hand in Hand an einer persönlichen Fahrzeuglösung: Mechatroniker, Maschinenbauer, Therapeuten, Sachverständige und Softwareentwickler. Sie passen das Auto wie eine zweite Haut dem Behinderten an. So wird ein selbstständiges Chauffieren auch bei schwersten Behinderungen möglich gemacht.

Denise Marko ist die Hauptdarstellerin im Film „Contergan“. Sie ist Bambi-Gewinnerin 2007 und Siegerin beim Deutschen Filmpreis. Dank der Umrüstung ihres Wagens durch die Firma Paravan ist sie ortsunabhängig und kann, obwohl sie seit ihrer Geburt keine Hände hat, eigenständig ihr Auto lenken.

Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Rollstuhlverladesystem, dem Einbau von Rampen und Liften, Rollstuhlhalterungen und Dockingstationen, sowie diversen Kopf- und Rückenstützen. Das Herz des Space Drive II Cockpits ist ein leistungsstarkes Headmodul mit einzigartiger Sicherheitsarchitektur. Hier werden Eingabebefehle mit den Fahrzeugdaten abgeglichen und die Steuerbefehle an die Servo-Motoren ausgegeben.

1: größeres Sichtfeld durch den aufgesetzten Außenspiegel
2 : Start Control bedient die Zündung mit zwei weiteren Funktionen
3 : 2-Wege-Joystick für die Eingabe zur Fahrzeuglenkung
4 : Gear Control für die einfache Gangwahl
5 : Lenkrad, kann auf Wunsch aktiviert werden
6 : 8-Tasten-Touchpad betätigt bis zu acht frei wählbare Sekundärfunktionen
7: Joystick zur Bedienung von Gas und Bremse
8 : Bleeper hilft weitere frei wählbare Sekundärfunktionen
9 : Check Control zur Übersicht für alle aktuellen Informationen

Umgebaut werden können alle Modelltypen. Sowohl Sportcoupes, wie etwa der Nissan 370Z, als auch Roadster oder sparsame Elektrofahrzeuge gewährleisten die unabhängige Mobilität.

Herr Markus Baumgartner hat mit seinem Unternehmen "Fahrzeugbau und Fahrzeughandel" eine Niederlassung in Wr. Neudorf (IZ NÖ Süd, Str. 1 Obj. M23) gegründet, erreichbar unter der Telefonnummer +43(0)223662331 oder über die Homepage www.paravan-partner.at

14. - 17. Jänner 2016: Automesse in Wien - Heinz Gardavsky

Vom 14. bis 17. Jänner 2016 wurden in zwei Hallen im Wiener Messegelände die neuesten Automodelle zur Schau gestellt. Schon am ersten Tag war der Zustrom der Besucher enorm. Das mag auch daran liegen, dass alles barrierefrei zu erreichen war. So waren einige Rollstuhlfahrer zu sehen, die das Angebot der neuen Modelle auf einem Ort besichtigen konnten, also viel einfacher als zu mehreren Händlern zu gehen.

Nette Hostessen und kompetente Mitarbeiter der jeweiligen Verkaufsstellen waren immer bereit über technische Details oder Preise Auskunft zu geben. Gewünschte Prospekte, so sie nicht vorlagen, wurden auf Wunsch zugeschickt.

Alfa Romeo sorgte für sportliche Eleganz auf vier Rädern und Audi wollte mit technischem Fortschritt beeindrucken. BMW präsentierte mit seinem Hybrid-Modellen oder den BMW X1, dass auch die neuen Modelle interessant sein könnten. Dacia punktet mit seinen Preisen und dem Sondermodell Urban Explorer. Natürlich gab es auch unerschwingliche Modelle wie den Maserati Ghilbi oder das schwarze Rolls Royce Dawn Cabrio. Auch der Lamborghini Hurrican Spyder war ausgestellt. Ab etwa 400.000 Euro ist er zu haben. Aston Martin hat eines von nur 10 gebauten Autos gezeigt, das für einen guten Zweck versteigert werden soll. Erwarteter Preis ist laut Aussage der Firma etwa vier Millionen Euro.

Manches Mal habe ich mir gedacht, wie schön es wäre, einen Sechser im Lotto zu machen. Dann wären auch die Anschaffungspreise nicht relevant. Aber beim Ansehen der schnittigen und auch praktischen Modellen hat mich die Realität wieder eingeholt.

Alles in allem war es ein interessanter und auch informativer Tag, den ich in den Hallen verbrachte. Zu erwähnen wäre noch, dass zur selben Zeit daneben die Ferienmesse stattfand, wo man sich über Urlaubsziele oder Wellnessveranstaltungen erkundigen konnte. Alle Kontinente waren vertreten und viele Kulturen wurden den Besuchern näher gebracht.

Das Angebot, sich einen Caravan oder ein Wohnmobil auszuleihen, war für Abenteurer zumindest eine Überlegung wert. Je größer das Fahrzeug, desto kräftiger waren auch die Preise dafür. Aber fliegen ist auch nicht billig.

Ich habe mir vorgenommen nächstes Jahr wieder diese Messe zu besuchen, aber nicht am Sonntag, da sind Parkplätze eine Rarität.

Weitere Informationen gibt es in Internet: www.viennaautoshow.at

Gustav Engljähringer weltweit erster Motorsport-Champion mit Handicap
Frankenburg, 20. Oktober 2015

1994 brach er sich bei einem Verkehrsunfall einen Halswirbel. Seither sitzt Gustav Engljähringer im Rollstuhl. Damals veränderte die Diagnose Querschnittlähmung sein Leben radikal. Heute, mehr als 20 Jahre später, ist der 44-jährige Oberösterreicher nicht nur begeisterter Motorsportler – sondern auch ein echter Weltrekordler: In einem BMW M235i Racing des eigenen Teams „MISSION POSSIBLE Racing with Handicap“ holte Gustav Engljähringer in der aktuellen Saison in der aus sechs Langstreckenrennen bestehenden IES International Endurance Series (24-Stunden-Rennserie) den Gesamtsieg in der Klasse Cup 1. Als erster querschnittgelähmter Rennfahrer weltweit kürte sich Gustav Engljähringer damit zum Titelträger in einer internationalen Rennserie.

 

Fast könnte man meinen, Gustav Engljähringer ist es schon gewohnt, Unmögliches möglich zu machen: Es war das Jahr 2007, als der hauptberufliche Transportunternehmer aus dem oberösterreichischen Frankenburg erstmals an einem Rundstreckenrennen teilnahm – damals noch in der hartumkämpften BMW 325 Challenge. Nach ersten Erfolgen folgte 2011 dann der Wechsel zu den Young Timern – und ein Jahr darauf war es dann soweit: Mit zehn Siegen in 14 Rennen kürte sich Gustav Engljähringer zum souveränen Gesamtsieger der Meisterschaft.

Der erste Champion im Rollstuhl

Nach diesem beeindruckenden Triumph – herausgefahren im berühmten Jaguar V8 STAR von Ex-Robert Lechner – setzte sich der heute 44-jährige zweifache Familienvater ein neues Ziel: Gemeinsam mit dem Schweizer Rainer Küschall gründete er das Projekt „MISSION POSSIBLE Racing with Handicap“. Ihr Ziel: Die Teilnahme an einem internationalen 24-Stunden-Rennen mit einem Team, das ausschließlich aus querschnittsgelähmten Fahrern besteht. „Wir wollen demonstrieren, dass Motorsportler mit körperlicher Behinderung mit Hilfe der richtigen Technik ebenbürtige Leistungen erbringen können“, erklärt Engljähriger, der im Alltag selbst häufig am Steuer eines eigens dafür umgebauten 40-Tonnen-Lkw sitzt, seine Motivation. „Damit möchten wir einen Beitrag leisten, um Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung weltweit abzubauen und aufzeigen, dass wir gleichwertige Partner, Sportler und Menschen sind.“

Zuerst 12 Stunden, dann 24, dann der Titel

Nach anfänglichen Rückschlägen war es im Mai 2014 soweit: Im damals brandneuen BMW M235i Racing starteten vier Piloten mit Handicap beim 12-Stunden-Rennen von Zandvoort. Eine Weltpremiere, die durch das Erreichen des Ziels auf dem hervorragenden fünften Klassen-Rang sogar noch getoppt wurde. Die nächste Weltpremiere folgte dann im Januar 2015: Gemeinsam mit Matt Speakman aus Australien, Mike Smit aus Holland sowie Marc Dilger aus Deutschland startete Gustav Engljähringer erstmals mit einem Team gehandicapter Fahrer bei einem internationalem 24-Stunden-Rennen. Der sportliche Erfolg (Platz fünf in der Klasse) sowie das überwältigende Medien-Echo bewog den Österreicher, die gesamte Saison in der 24hSeries zu bestreiten. Eine goldrichtige Entscheidung: Schon ein Rennen vor Saisonende stand Gustav Engljähriger vom Team „MISSION POSSIBLE“ als Gesamtsieger der Klasse Cup 1 fest – und setzte sich damit gegen 60 Konkurrenten aus 15 verschiedenen Ländern durch.

Wenngleich Gustav Engljähringer ab dem dritten Saisonrennen der einzig querschnittgelähmte Fahrer im Starterfeld war, und seinen in der Folge Fahrertitel mit wechselnden Teamkollegen erreichte, so setzt er mit seinem sensationellen Erfolg ein weltweit beachtetes Zeichen für mehr Toleranz und gegen Vorurteile gegen Behinderte.

Weitere Informationen im Inernet unter drivestyle.at

Freizeit Revue: Über Samuel Koch

 

Die deutsche illustrierte Wochenzeitschrift
Freizeit Revue
berichtet in der Ausgabe der 41. Kalenderwoche des Jahres 2015 auf Seite 14 über Samuel Koch, der sich am 4. Dezember 2010 in der Fernsehshow "Wetten, dass..?" in Düsseldorf schwer verletzte und seitdem auf den Rollstuhl angewiesen ist.

 

Samuel Koch: Nur in meinen Träumen kann ich pures Glück empfinden

Die Genesung des "Wetten, dass..?"-Kandidaten schreitet unglaublich langsam vorn. In einem Buch hat er nun seine Gedanken und Gefühle niedergeschrieben. Sätze, die einen zu Tränen rühren.

Seine blauen Augen stechen strahlend aus dem sonst eher blassen Gesicht hervor. Auf seinen Lippen liegt der Hauch eines Lächelns. Sobald Samuel Koch an die Zeit vor seinem schrecklichen Unfall bei "Wetten, dass.." denkt, schleicht sich die Sehnsucht in seinen Blick. "Früher, so erinnere ich mich, war ich fast durchgehend glücklich", schreibt er in seinem Buch "Rolle vorwärts".

"Wenn man mich heute fragen würde: 'Bist du glücklich?', kann ich das nicht uneingeschränkt mit einem Ja beantworten so wie früher. Unter dem 'Rundum-glücklich-Gefühl' schwingt immer ein Aber mit."

"Ich kann nicht eine Stunde ohne Hilfe sein."

Kein Wunder, dass er sich regelmäßig in die Welt seiner Phantasien flüchtet. Denn nur in seinen Träumen kann er pures Glück empfinden. Tanzen, einen doppelten Salto am Barren turnen oder einfach nur die Haare stylen. All die Dinge tun, die ihn früher mit so viel Freude erfüllt haben.

Die Querschnittlähmung macht ihn zu einem Pflegefall, vier Festangestellte, etliche Teilzeitkräfte und Aushilfen versorgen ihn rund um die Uhr. "Ich kann nicht mal eine Stunde ohne Hilfe auskommen", sagt er. Der frühere Leistungssportler ist heute gefangen in seinem Körper. "Solange er nicht anfängt, sich vernünftig zu bewegen, ist er mein Feind, mit dem ich ringe", beschreibt Samuel das Verständnis zu ihm.

Liebe.

Trotzdem ist er weit entfernt davon, in Selbstmitleid zu versinken. Aufgeben? Niemals! Ganz viel Kraft schöpft Samuel aus der Schauspielerei. Und aus der Liebe zu seiner Verlobten Sarah Elena Timpe. Die tollen Momente im Leben halten sie gemeinsam in einem Tagebuch fest. "Wir schreiben abwechselnd die schönen Dinge und Erlebnisse rein, die uns verbinden", verrät er, voller Glück über die perfekte Frau an seiner Seite. Denn davon hat Samuel lange nicht zu träumen gewagt.


 

 Samuel Koch

"Rolle Vorwärts"

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: adeo (5. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386334071X
  • ISBN-13: 978-3863340711
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 2,7 x 22,1 cm

Unter anderen erhältlich bei Amazon

 

Neue Hubschrauber-Landeplattform im SPZ Nottwil

Die Ausgabe 2/2015 von Paracontact, der Zeitschrift der Schweizer Paraplegiker Vereinigung enthält nachfolgenden Artikel, den wir mit freundlicher Genehmigung abdrucken:

Neuer Heliport SPZ

(Von Felix Schärer)

Die neue Landeplattform für Helikopter auf dem Dach des SPZ (Schweizer Paraplegiker Zentrum) Nottwil ist nach rund halbjähriger Bauzeit fertiggestellt. Der topmoderne Landeplatz wurde am 20. April 2015 für den Flugverkehr freigegeben.

Neu ist nicht nur der Standort, sondern auch die Bemalung des 15x15 m großen Landeplatzes. Sie entspricht international sowie den aktualisierten Richtlinien des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL. Die Rega kann damit das SPZ ab sofort gestützt auf Satelliten-Navigation anfliegen. Patienten profitieren von höherer Versorgungssicherheit bei Schlechtwetter- und Hochnebellagen. Die lärmintensiven Tiefflüge über bewohnte Gebiete können vermindert werden. Der Pilot navigiert den Helikopter gestützt auf Satellitennavigation und unter Aufsicht der Flugsicherung bis zu einem definierten Punkt im dreidimensionalen Raum. Verfügt er dann über Sichtkontakt zur Landestelle, kann er den Anflug fortsetzen und den letzten Teil inklusive Landung nach Sicht absolvieren. Für solche Anflugverfahren auf Spitallandeplätze war ein Dachlandeplatz zwingend notwendig.

Bereits am 24. März wurde dazu eine Wetterstation montiert. Diese ist schweizweit bisher einzigartig und liefert der Rega aktuellste Messdaten für deren Anflüge in Nottwil.

Vorgängig führte die Rega wie in solchen Fällen üblich einen Testanflug durch. Dabei wurde unter anderem geprüft, ob sich allfällige Erschütterungen bei der Landung auf das Gebäude übertragen. Dank einer Vibrationsentkopplungsmatte, welche zwischen Gebäudedach und Stahlkonstruktion eingebaut wurde, konnten diese Immissionen möglichst gering gehalten werden.

Der alte Helikopterlandeplatz wurde aufgelöst und an dessen Standort kommt im Rahmen des Bauprojekts Erneuerung und Erweiterung Klinik das Provisorium der Schmerzmedizin (ZSM) zu liegen.

 

ÖBB - Ermäßigungen für Reisende mit Behinderung

Die VORTEILSCARD Spezial, VORTEILSCARD Blind und VORTEILSCARD Schwerkriegsgeschädigt werden bei der Österreichischen Bundesbahn nicht mehr angeboten (alte Karten können bis zum Gültigkeitsende weiter verwendet werden). Stattdessen wird eine 50%ige Ermäßigung auf jede Fahrt innerhalb Österreichs gewährt, sofern die oder der Reisende über einen Behindertenausweis verfügt. 

Begleitpersonen von behinderten Menschen in "Öffis"

Seit 1. Jänner 2014 können Begleitpersonen von behinderten Menschen die Öffis kostenlos nutzen. Nicht nur bei den Wiener Linien, sondern im gesamten Verkehrsverbund Ostregion (VOR). Aber Achtung: Im Behindertenpass muss der Hinweis "Der Inhaber des Passes bedarf einer Begleitperson" explizit festgehalten sein!

Autokauf: Rabatte für mobilitätseingeschränkte Personen

Wird ein Fahrzeug von einer Person, die die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel im Behindertenpass eingetragen hat, gekauft (und auch auf sie zugelassen), gewähren viele Autohersteller modellabhängige Rabatte, z. B. VW, Opel, Skoda, Mercedes, Ford ... Nachfragen lohnt sich also in jedem Fall!