Kultur, Freizeit, Reise

Thailand, Khao Lak 2016

Ein Bericht von Mag. Marinela Vecerik

Gefunden! Ein barrierefreies Urlaubsparadies, direkt am Meer.

Thailand, ein riesiges Land mit rund 68 Millionen Einwohnern, gilt nicht unbedingt als „reich“ und besonders barrierefrei. Seit Jahren träumte ich immer wieder davon, den asiatischen Lebensstil, die Mentalität und die buddhistische Einstellung dieser Menschen „live“ und aus nächster Nähe zu erleben. Nach langem Suchen war meine Freude groß, eine am Meer gelegene, barrierefreie Hotelanlage gefunden zu haben, noch dazu mit einem „Rollstuhlgerecht-Zertifikat“, verliehen vom thailändischen Staat.

      Bei der Anlage handelt es sich um das „Baan Khaolak Beach Resort“ in der Ortschaft Khao Lak, rund 40 Minuten Fahrzeit vom Flughafen Phuket entfernt. Die Insel Phuket und Khao Lak werden vielen noch in trauriger Erinnerung sein, waren es doch neuralgische Punkte, an denen 2004 die schreckliche Tsunamiwelle besonders stark auftrat und abertausende Einheimische und Touristen in den Tod riss.

      Heute merkt man in Khao Lak von der damaligen Tragödie „fast“ gar nichts mehr. Die Küste ist quasi neu entstanden, mit kleinen Privathäusern, Geschäftslokalen, Restaurants und Hotelanlagen. Aber die Betonung liegt auf „fast“, denn vielerorts zeugen kleine Altare vom Trauer der Bevölkerung um verunglückte Familienmitglieder. Dennoch haben es die Thais durch ihre Religion und Philosophie sowie positive Lebenseinstellung geschafft „nicht zu vergessen und doch das Leben weiter zu genießen“!

      Kommen wir jetzt aber zu meinem Traumurlaub, den ich dieses Jahr gemeinsam mit meinem Mann verbrachte. Wie oft heißt es in Hotels „behindertengerecht“ und die Realität sieht anders aus. Man „vergisst“ da und dort eine Stufe oder andere Barrieren, die für RollstuhlfahrerInnen, so wie ich eine bin, unüberwindbar sind.

      Im „Baan Khaolak Beach Resort“ war dies jedenfalls nicht der Fall. Im Gegenteil! Die Hotelanlage wurde von Anfang an überlegt geplant und auch für Menschen mit speziellen Bedürfnissen gebaut.

      Schon einen Tag nach meiner Ankunft wurde ich vom Besitzer persönlich angesprochen und gefragt, ob denn alles passe. Sehr aufmerksam, aber kein Wunder :-), war er doch als Architekt selbst Planer seines Resorts gewesen. „Sam“ hatte an alles gedacht! Mein Rollizimmer war riesengroß und Bad und WC behindertengerecht mit Haltegriffen ausgestattet. Und auf der Terrasse fühlte ich mich, durch den Ausblick auf die vielfältige Vegetation, inmitten eines Dschungel-Camps.

      Zum Meer waren es vom Zimmer aus nur wenige Meter – vorbei am Frühstücksraum, vorbei an einigen Bungalows und durch die überschaubare, familiäre Anlage mit ihrer exotischen Pflanzenwelt.

      Zum Meer waren es vom Zimmer aus nur wenige Meter – vorbei am Frühstücksraum, vorbei an einigen Bungalows und durch die überschaubare, familiäre Anlage mit ihrer exotischen Pflanzenwelt.

      Ich war am Ziel. Ich war im Paradies! Links von mir der tolle Pool mit einem abgegrenzten Jacuzzi-Becken, rechts das nette Restaurant mit Bar und vor mir der goldgelbe Strand und das türkisblaue Meer – einfach märchenhaft. Ja, und „meine“ Strandliege hatte ich auch gleich entdeckt, speziell für mich mit Rollstuhlzeichen reserviert, natürlich in der 1. Reihe und der Sand mit Verlegeplatten geebnet, sodass ich problemlos zufahren konnte. Als Rollstuhlfahrerin hat man halt seine Privilegien :-). Jetzt war nur noch die Frage: Komme ich ohne zu robben ins Meer oder muss ich mich mit dem Pool begnügen, um schwimmen zu gehen? Ich konnte, denn das Hotel hat natürlich auch einen Strandrollstuhl für seine „Rolli-Gäste“ parat. Und tut man sich vielleicht alleine mit dem Umsetzen schwer, so hilft einem gerne das freundliche Personal dabei. Ja, bei „Sam“ ist alles perfekt – selbst an eine geräumige Rollstuhl-Toilette direkt beim Strand- & Poolbereich hat er gedacht.

http://www.enjoy-reisen.at/

      Zweifelsfrei möchte man im Urlaub nicht nur im Hotelareal verweilen. Kein Thema, zur Flaniermeile der Ortschaft Khao Lak benötigt man keine 100 Meter. Dort gibt es alles: Nette Restaurants und Bars, Shops und Märkte, aber kein „exzentrisches Nachtleben“ (Gott sei Dank), da muss man schon nach Phuket Stadt fahren.

      Thailand ist mein Lieblingsland geworden und hat Fantastisches zu bieten. Wer Land und Leute näher kennenlernen möchte, der unternimmt ganz einfach Ausflüge und Touren. Ich habe sie gemacht - viele - organisiert vom Hotel, im hauseigenen Hotelbus mit Rampe: Zu prunkvollen Tempelanlagen in den Bergen, zur „James Bond Island“ inklusive Bootstour, zum „Affenfelsen“, zu Schlangen in Mangrovenwäldern u.v.m.

      2017 komme ich wieder (schon gebucht) – da steht mitunter die „Internationale Tauchlizenz“ am Programm. Diese kann man neuerdings auch im Hotel erwerben. Vielleicht sehen wir uns dort!

Mit Coloplast und TirolUnlimited im Zillertal

eine kurze Rückschau auf fünf erlebnisreiche Tage in Tirol

von Annemarie Grillenberger & Inge Jansa

Eigentlich haben mich Gewinnspiele und Preisausschreiben nie interessiert, deshalb weiß ich auch nicht, warum ich am 11. Februar an einem Gewinnspiel der Firma Coloplast teilnahm. Ich hatte wohl übernommen, was mir vor vielen Jahren einmal eine Wahrsagerin (ja, wirklich!) gesagt hatte, nämlich, dass ich immer nur das haben werde, was ich mir selbst erarbeite. Also nix mit Gewinnen und so.

Aber siehe da, das Gewinnspiel der Firma Coloplast in Kooperation mit Tirol Unlimited konnte ich doch tatsächlich für mich verbuchen! Ein fünftägiger Aufenthalt für zwei Personen in Tirol stand an, inklusive Halbpension, einem Tandem-Paragleitflug und zwei geführten Wanderungen mit dem Swisstrac. Beides hatte ich noch nie gemacht und freute mich deshalb auch dementsprechend darauf. Am 16. Juni machten sich also meine Schwester und ich auf den Weg nach Tirol.

Das Landhaus Kerschdorfer in Kaltenbach im Zillertal ist ein Hotel zum Wohlfühlen, wie wir während unseres Aufenthaltes feststellen konnten. Ein Hotel mit exzellentem mehrgängigem Menü am Abend, mit weitläufigen Suiten, einem Wellnessbereich, den man einfach nützen MUSS, und einem sehr freundlichen und zuvorkommenden Personal.

 

Nach der Sauna in den stylishen Ruheraum

Leider gab es einige kleine Barrieren in Bad und WC, Balkon und Bar, obwohl man merkt, dass es beim Bau große Bemühungen in Richtung Barrierefreiheit gab. Ich vermute, dass die Beratung von Seiten des Architekten einfach zu dürftig war. Trotzdem mit einigen kleinen Abstrichen (aber nur auf RollstuhlfahrerInnen bezogen) ein wirklich empfehlenswertes Haus. Ein großes Plus für SkifahrerInnen: Einmal Umfallen und man kann sich in die Gondel ins Hochzillertal/Hochfügen setzen.

Zwei Stunden nach unserer Ankunft kam Michael Müller von der Firma Tirol Unlimited, um uns willkommen zu heißen und nun erfuhren wir endlich, worum es sich bei diesem Unternehmen handelt: Es ist ein neu gegründetes Projekt speziell für Urlaubsreisen von Menschen mit Behinderung, das betreute, barrierefreie Reisen ins Zillertal und in die Achensee-Region anbietet. Die Gäste werden während ihres Urlaubs von ausgebildeten Sozialarbeitern und staatlich geprüften Guides betreut, und zwar ausgezeichnet betreut, wie wir in den nächsten Tagen feststellen durften (www.tirol-unlimited.at)

Kein bisschen aufgeregt - kein Wunder bei so viel männlicher Hilfe!

Da der Wettergott am dritten Tag unseres Aufenthaltes ein Einsehen mit uns hatte und uns wunderbares Flugwetter bescherte, konnte ich trotz Rollstuhl einen Tandem-Paragleitflug erleben. Michael und seine Partnerin Steffi holten uns ab und wichen auch während der Vorbereitungen für den Flug (organisiert und durchgeführt von der Firma Flugtaxi Mayrhofen) nicht von unserer Seite.

Toll - ich will mehr davon!!!

Während ich mich hoch in der Luft in Begleitung meines Fluglehrers cirka 20 Minuten vergnügte, rasten Michael, Steffi und meine Schwester ins Tal, um uns beide am Landeplatz wieder „in Empfang zu nehmen“. Ich war dermaßen begeistert von dem Flug, dass ich ihn am liebsten gleich wiederholt hätte. Aber stattdessen fuhren wir in die Berge.

 

Ungewohnt - aber sooo praktisch!

Irgendwo im Nirgendwo wurde an meinem Rolli ein Swisstrac montiert und dann ging es ab auf die Alm. Ich war vor meinem Rollstuhldasein herkunftsbedingt (ich bin ein Kärntner Mädel) sehr viel auf Almen und Bergen unterwegs, aber dann gab es fast drei Jahrzehnte lang keine Möglichkeit dazu. Und jetzt das!

Nicht einmal der leichte Regen, der einsetzte, als wir nach dem einstündigen Aufstieg (für mich war`s ja eine Auffahrt) gemütlich vor einer Hütte saßen, störte mich. Da es etwas kühl war, genehmigten wir uns ein wärmendes alkoholisches Getränk und erfuhren während unserer Plauderei ein bisschen mehr über unseren Guide Michael Müller und seine Firma Tirol Unlimited. Zum Beispiel, dass er auch ausgesuchte Freizeitprogramme wie Rafting, Wandern, Canyoning und natürlich Tandem-Paragleiten für Menschen mit Behinderung anbietet. Man kann Komplettpakete (Unterkunft, Freizeitprogramm, Betreuung durch Pädagogen) buchen, aber auch alle Einzelleistungen wie Unterkunftsvermittlung, Angehörigenentlastung im Urlaub oder Freizeitaktivitäten. Und das alles zu einem wirklich moderaten Preis. Eine wunderbare Idee, die hoffentlich in naher Zukunft auch im Osten Österreichs umgesetzt werden wird.

Da das Wetter am vierten Tag leider nicht eine zweite – diesmal von Steffi – geführte Wanderung zuließ, verabschiedeten wir uns – dankbar für die freundschaftliche, aber auch professionelle Betreuung –, nachdem wir sogar noch ein kleines Geschenk überreicht bekommen hatten.

 

Was macht man nun an einem Regentag in der Nähe von Wattens? Man besucht natürlich die Swarovski Kristallwelten!

Wir fanden es dort wunderschön und genossen die glitzernden Exponate der Ausstellung. „Leider“ war dann der Shop so überwältigend, dass wir zwei Frauen nicht widerstehen konnten und etwas – oder eigentlich ziemlich viel – mehr Geld ausgaben, als wir uns vorgenommen hatten. Aber gut, nun haben wir einige wunderschöne Schmuckstücke, die uns immer, wenn wir sie tragen, an den tollen Aufenthalt in Tirol erinnern werden. Ein ganz herzliches Dankeschön an die Firmen Coloplast und Tirol Unlimited!

 

Barrierefrei hoch hinaus - Besuch in Lipno

Ein Reisebericht von unserem Mitglied Josef Krapfenbauer

Am Mittwoch, dem 22. Juni 2016 machte ich zusammen mit meinem langjährigen Freund Josef Grudl und unseren Gattinnen einen Ausflug zu den Moldaustauseen nach Lipno/CZ um dort den Baumwipfelpfad zu erkunden. Eine ca. 90 Kilometer lange Fahrt mit etwa eineinhalb Stunden Fahrzeit wurde uns von Mr. Google prophezeit.

Wir starteten schon um 8.00 Uhr und ich holte die Familie Grudl von zu Hause ab. Nach dem Verladen der Rollstühle in meinen Kombi ging es los über Karlstift, Sandl nach Windhaag bei Freistadt.

Wettershuttle in Lipno

Dort besichtigten wir den Wettershuttle, eine Konstruktion, ähnlich einer Traisine, genau auf der europäischen Wasserscheide. Der Wasserdieb, wie er auch genannt wird, hat zwei Schalen wovon sich bei Regen jeweils eine davon mit Wasser füllt. Durch das Gewicht des Wassers wird die Konstruktion auf Schienen in die Richtung der Schale befördert und entleert sich seitlich, wobei sich die gegenüberliegende Schale aufrichtet um sich zu befüllen. So wird der Wassershuttle wieder auf die gegenüberliegende Seite transportiert um sich dort zu entleeren. Eine genial durchdachte Spielerei, die viele Schaulustige anzieht. Ganz in der Nähe befindet sich das Gasthaus zum Waldlehrpfad der Familie Rudlsdorfer, ein geeignetes Lokal um sich zu stärken.

Talstation des Skiareals Lipno

Dann fuhren wir der über Leopoldschlag zum Grenzübergang Wullowitz und weiter nach Lipno. Hier befindet sich neben dem Moldau-Stausee die Talstation des Skiareals Lipno am Fuße des Berges Kramolin. Hier kann man die Tickets bzw. Eintrittskarten für den Baumwipfelpfad erwerben. An der Kasse gibt man bekannt, ob man mit dem Sessellift oder mit dem Shuttlebus zum Aussichtsturm fahren möchte. Gleich neben der Kasse befindet sich ein Restaurant mit barrierefreiem WC. In diesem Selbstbedienungsrestaurant haben wir das Mittagessen eingenommen und sind anschließend zum Bus. Über eine Rampe bei der Bushaltestelle konnten wir mühelos in den Bus einfahren, in dem sich im hinteren Bereich eine Plattform befindet, wo zwei Rollstühle problemlos Platz finden.

Baumwipfelpfad in Lipno

Nach etwa fünf Minuten Fahrzeit erreichten wir den Baumwipfelpfad, eine etwa 40 Meter hohe Aussichtswarte, die man mit dem Rollstuhl über eine Rampe mit etwa 6% Steigung befahren kann. Mir hat mein Smartdrive geholfen, diese Steigung zu überwinden, allerdings mußte ich zwei mal eine Pause einlegen, weil der Überlastungsschutz meines Antriebes abschaltete. Hier mußte meine Frau Elfi einspringen und ein wenig anschieben. Der Antrieb meines Kollegen (seine Frau Lisbeth), machte ebenfalls ein paar Verschnaufpausen und die beiden Damen probierten einige Geschicklichkeitspfade aus. Oben angelangt konnten wir die Stufen zur obersten Plattform leider nicht überwinden, weil der Treppenlift abgeschaltet war. Man müßte hier beim Eingang zum Aussichtsturm bereits bekanntgeben, daß man den Lift verwenden möchte, dann würde dieser wahrscheinlich eingeschaltet werden. Auf jeden Fall wird man aber bereits während dem gesamten Aufstieg mit einem traumhaft schönen Ausblick belohnt. Man kann über den Moldaustausee sehen, den österreichischen Sternwald mit seinem Windpark, ja sogar hinaus bis in der Bayrischen Wald reicht der Ausblick. Für jemanden, der sich ständig in Bodennähe Bewegt ein unbeschreibliches Erlebnis. Bei der Abfahrt von der Aussichtswarte sind Rollifahrern unbedingt Handschuhe zu empfehlen, denn die Treibreifen werden schön warm. Wenn man mit einer 6%igen Steigung 40 Meter überwinden möchte, muß man von einer ca. 700 Metern langen Rampe ausgehen, die man da hinunterdonnert.

Anschließend sind wir noch zum Yachthafen am Moldaustausee gefahren, auch hier ist eine Begleitperson empfehlenswert, denn es sind doch ein paar leichte Hügel zu überwinden.

Romantikhotel Guglwald

Wir fuhren dann weiter in das nur 12 Kilometer entfernt gelegene Romantikhotel Guglwald im oberösterreichischen Grenzgebiet auf eine Eis. Nach der Besichtigung der Hotelanlage und der Gedenkkapelle machten wir uns auf zur Rückreise über Bad Leonfelden und Freistadt in unser Waldviertel. Gegen 18.00 Uhr kamen wir zu Hause an und beendeten den Ausflugstag mit einer gemütlichen Heurigenjause inklusive Bier und Schnapserl in der Gartenlaube der Familie Grudl.

Sepp Grudl und ich teilen unser Schicksal im Rollstuhl bereits seit fast 37 Jahren und es ist immer wieder schön, wenn wir mit ihm und seiner lieben Frau Lisbeth einen so herrlichen Tag verbringen können. Ich kann diese Ausflugsfahrt allen Rollstuhlfahrern empfehlen, die dem beschwerlichen Alltag einmal entfliehen möchten.

... die beiden "Sepp'n" ...

Erinnerung an einen Tagesauflug

... und ihre Damenbegeitungen ...

   

Ausstellung "Die Welt ins Bild bringen" mit Werken von Ilse Kussian-Pink

Bericht über einen interessanten, sehr stimmigen Abend
(von Maria Schweizer)

Ilse Kussian-Pink, Mitglied unseres Verbandes, hat für den 21. April 2016 zu einer Ausstellungseröffnung mit dem Thema „Die Welt ins Bild bringen“ in das Forum Zeit und Glaube im Otto-Maurer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Str. 2-4 eingeladen.

Ich kenne Ilse schon lange und schätze ihre Art, sich in Wort und Bild eindrucksvoll auszudrücken, daher war die Vorfreude auf diesen Abend groß.

Aus ihrem reichen Bilderschatz hat sie 61 Exponate ausgestellt. Viele ihrer Freunde und Bekannten waren anwesend und voller Erwartung.

Musikalisch wurde die Eröffnung durch Mila und Simon mit Geige und Cello begleitet. Frau Mag. Lisa Simmel, Mitglied des Akademikerverbandes und des Otto Maurer Fonds hielt die Eröffnungsrede, gab einen kurzen Rückblick auf die Verdienste von Otto Maurer und seiner Stiftung und umriss kurz den Lebenslauf von Ilse Kussian-Pink.

Sie wurde 1956 in Murau/Stmk. geboren, war von 1976 – 2013 als Berufsschullehrerin in Wien tätig. Seit einem Autounfall 1982 ist sie querschnittgelähmt, meistert ihr Leben in vorbildhafter Weise, hat als Rollstuhltennisspielerin den 7. Platz in der Weltrangliste erreicht und an den Paralympics 1996 in Atlanta teilgenommen.

   

    

    

Ihr, im Inneren schlummernder größter Wunsch kristallisierte sich immer mehr heraus, und so widmet sie sich nun seit 20 Jahren mit vollem Herzen der Malerei. Von 1997 – 1999 studierte sie Malerei an der Goetheanistischen Studienstätte in Wien, lernte die Farbenlehre Goethes und deren Weiterführungen von Rudolf Steiner kennen und machte von 2007 – 2009 eine Ausbildung in Maltherapie.

Frau Mag. Simmel wies besonders auf die Farbintensität und Ausdruckskraft von Ilses Bilder hin und brachte ihre Begeisterung für die Spielereien, kleine Kollagen aus Malresten, zum Ausdruck.

Hier nun ein Ausschnitt von Ilses Worten zur Eröffnung

….. eine Ausstellung ist immer eine wunderbare Möglichkeit, Ordnung in meine Bilderwelt zu bringen. Es verschafft einen Überblick, was ich alles gemacht habe, und zumindest ein Teil der Bilder bekommt wieder Aufmerksamkeit indem sie gerahmt, betitelt und somit richtig fertig gestellt werden. Und ich bin mir ganz sicher, dass sie sich freuen, wieder mal wo hängen zu dürfen und gesehen zu werden.

Ich denke, dass alle, die heute hier sind, mit großer Freude, das Naturschauspiel des Frühlings in sich aufnehmen. Die zarten grünen Blätter, die täglich kräftiger werden, die aufbrechenden Blüten in schönsten Farben und Formen und nicht zu vergessen die Düfte, die uns umschwirren.

Wenn man bedenkt, dass diese Vielfalt, die sich zeigt, einmal winzige, unscheinbare Samenkörner waren, dass diese Farben- und Formenvielfalt, die sich uns jedes Jahr aufs Neue offenbart, winzigen, einfachen Samenkörnern entspringt. Wie viel muss in einem Samenkorn enthalten sein, das wir nicht sehen können. Einfachheit als Ursprung von allem.

Dieser beeindruckende Vorgang in der Natur veranlasst mich als Malerin, aber auch im Leben, nach Einfachheit zu suchen, von der ich ausgehen kann. So hab ich bei den meisten Bildern die Farben, die ich verwende, reduziert auf gelb, rot und blau. Diese drei Farben begegnen sich auf dem Papier und aus dieser spielerischen Begegnung in vielen Schichten, entstehen langsam Farbenvielfalt und Form. Besonders beeindruckend ist die leuchtende Dunkelheit, die sich zeigen kann. Sie lässt mehr erahnen als wir sehen können.

Es ist für mich ein Bild des Lebens. Wir sehen die sinnliche Wirklichkeit, alles andere bleibt verborgen, liegt im Dunkeln. Von dieser unendlich großen Wirklichkeit, die sich hinter der für uns sichtbaren Welt verbirgt, möchte ich Ausschnitte ins Bild bringen.

Da ich in ganz flüssiger, hauchzarter Farbe schichte, ich bevorzuge Aquarellfarben, sind sehr viele Schichten notwendig, bis zur Vollendung eines Bildes.

Wenn ich vor dem weißen Papier sitze, habe ich keine Vorstellung. Im Gegenteil. Es ist mir ein ganz großes Anliegen, mich zurückzunehmen, ganz bei der Farbe zu sein, um wahrzunehmen, was sie mir zeigt, wie sie auf der Fläche sein möchte. Ich möchte nicht der Farbe meine Vorstellung aufdrängen, sondern sie sprechen lassen. So ist Malen für mich Aufmerksamkeit und Verweilen um Wahrzunehmen was sein möchte. Es geht mir um eine Bildgestaltung, die aus der Begegnung mit der Farbe entsteht, um die Geschenke der Farben zu erkennen, herauszuarbeiten und damit auf die Erde zu bringen. ….

 

 

Informationen zur Ausstellung:
Die Ausstellung ist bis Ende Juni zu besichtigen

 

Die Bilder von Ilse Kussian-Pink sind bestimmt durch die Ausdruckskraft der Farben. In vielen Schichten entstehen Farbintensität und Form.

"Malen ist für mich Aufmerksamkeit und Verweilen, um mit den Farben Gespräche zu führen, in denen sie mir zeigen, wie sie auf der Fläche sein möchten, um ihr Wesen in Erscheinung zu bringen. Es ist der Versuch, Ausschnitte der unendlich großen Wirklichkeit, die sich hinter der für uns sichtbaren Welt verbirgt, ins Bild zu bringen."

Wenn Sie mehr erfahren und einen kleinen Einblick in die Bilderwelt bekommen möchten: www.ilsekussianpink.at

   

    

   

Rollstuhl-Kurier 6-2015: Urlaub in Niedersachsen
Naturpark Lüneburger Heide. : © TourismusMarketing Niedersachsen / André Byszio

Urlaub in Niedersachsen:

Mit dem Rolli ins Bergwerk, ins Wattenmeer oder in den barrierefreien Strandkorb

(aus Rollstuhl-Kurier 6-2015) Text: Miriam Flüß, Fotos: André Byszio

Deutschlands erste barrierefreie Strandkörbe laden in Niedersachsen zum Relaxen ein. Das Reiseland zwischen Nordsee und Harz hält für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen auch sonst viele Überraschungen bereit.

Mit dem Rollstuhl in einem Grubenwagen unter Tage fahren oder auf einer Wattwanderung das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer hautnah erleben? In Niedersachsen werden außergewöhnliche Erlebnisse wie diese wahr. Die Urlaubs- und Freizeitangebote für Besucher mit Mobilitäts- oder Aktivitätseinschränkungen werden stetig ausgebaut, ebenso wie die zuverlässigen Informationen darüber. Dazu trägt wesentlich auch das bundesweit einheitliche Zertifizierungs- und Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ bei, auf das Deutschlands zweitgrößtes Bundesland seit 2015 setzt.

Botschafter für Niedersachsens Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit sind die ersten deutschen generationenübergreifenden Strandkörbe, die an sechs verschiedenen Standorten von Ostfriesland bis zum Harz zu einer gemütlichen-komfortablen Pause einladen. Hier können Rollstuhlfahrer ebenso wie Kinderwagen bequem einparken und windgeschützt relaxen. Die erhöhte Sitzbank erleichtert nicht nur Senioren das Aufstehen und über die höhenverstellbaren Fußstützen freuen sich alle, die es sich gern so richtig gemütlich machen. Sogar einen Wickeltisch beherbergt der Korb.

Rollstuhlgerechter Strandkorb. Foto: © TourismusMarketing Niedersachsen / André Byszio
Kunsthalle in Emden. Foto: © TourismusMarketing Niedersachsen / André Byszio

So vielseitig wie das Strandmöbelstück ist auch das Reiseland Niedersachsen: An der Nordsee locken Küstenromantik und Kunst in der Hafenstadt Emden, die historische Schiffe ebenso wie die herausragende Sammlung Henri Nannens und spannende Ausstellungen in der Kunsthalle zu bieten hat. Im historischen Städtchen Osnabrück, wo 1648 mit der Verkündung des Westfälischen Friedens Weltgeschichte geschrieben wurde, gehen Altstadt und Barrierefreiheit dank umsichtiger Planung eine hervorragende Mischung ein – und fürs lästige Kopfsteinpflaster steht sogar ein Leih-Rollstuhl mit extra dicken Rädern bereit. Auf geschichtsträchtigen Pfaden lässt es sich auch in Goslar im Harz rollen. Ins nahe gelegene UNESCO-Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg, das der Kaiserstadt einst ihren Reichtum bescherte, können Rollstuhlfahrer im umgebauten Grubenwagen einfahren und sich von einem ehemaligen Bergmann in das harte Leben unter Tage entführen lassen.

Auch ganz junge Städte wie das erst 1938 gegründete Wolfsburg laden zur Entdeckungstour ein – zum Beispiel ins Science Center Phaeno, hinter dessen spektakulärer Fassade mehr als 350 faszinierende physikalische Experimente auf Neugierige warten.

Große Tiere warten in der Landeshauptstadt Hannover: Der hervorragend barrierefreie Erlebnis Zoo ist mit Elefanten, Nashörnern, Giraffen und Co. sowie spektakulären Themenwelten inklusive afrikanischer Flussfahrt ein buntes Erlebnis für die ganze Familie. Und wer Naturerlebnisse mag und auf

Tuchfühlung mit Heidschnucken und Heidjern gehen möchte, ist im Naturpark Lüneburger Heide genau richtig – ob im eigenen Rollstuhl auf barrierefreien Naturerlebnispfaden, komfortabel in der Kutsche oder in der Joëlette, einer Mischung aus Rikscha und Sänfte.

 Informationen zu allen barrierefreien Urlaubsangeboten gibt es im Internet unter www.niedersachsen-fuer-alle.de
Authentisch berichten Besucher mit Behinderung über ihre barrierefreien Reiseerlebnisse und Urlaubstipps im Blog www.meinniedersachsen.de
Tourismus Marketing Niedersachsen GmbH (TMN) Essener Str. 1 30173 Hannover

 

Miriam Flüß

verfügt über langjährige Erfahrung als PR-Beraterin in der Tourismus-Branche.

Als freie Journalistin widmet sie sich dem Thema „Barrierefrei Reisen“ und ist für verschiedene Special-Interest-Magazine für Menschen mit Handicap und diverse Hamburger Redaktionen tätig.

Miriam Flüß ist sowohl mit den Interessen der Tourismus-Akteure als auch mit den Bedürfnissen der Medienvertreter und Reisenden im Rollstuhl bestens vertraut.

Miriam Flüß lebt und arbeitet in Hamburg und an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste.

Weitere Informationen gibt es unter www.reisen-ohne-grenzen.net

 

André Byszio

ist Fotograf und Reisejournalist im Rolli. Er ist durch einen Unfall seit 1993 querschnittgelähmt.

Er hat lange Zeit im Anzeigen-Marketing eines großen Hamburger Verlages gearbeitet, bevor er sich entschlossen hat die Welt im Rollstuhl zu erkunden.

André Byszio hat Australien, Südamerika, die USA, Südafrika und  einen Großteil Europas auf eigene Faust bereist und dort zahlreiche touristische Angebote getestet. Über seine Erlebnisse berichtet er in Special-Interest-Magazinen für Menschen mit Handicap.

Er fotografiert Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Menschen aus der Perspektive, aus der auch Gäste im Rollstuhl sie erleben. Er unterstützt Hotels, Reiseveranstalter und Freizeiteinrichtungen bei der barrierefreien Planung oder optimalen Anpassung. Auf Fachtagungen und Seminaren berichtet er, worauf es beim Reisen im Rolli ankommt.

André Byszio lebt und arbeitet in Hamburg und an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste.

26-01-2016 - Reif für die Insel - Veronika Drahos

Nach dem Motto: Der nächste Sommer kommt bestimmt!

Ein "Insel-Tipp" von Veronika Drahos für die kommende Saison

Wer reif ist für die Insel wird nun auf der Alten Donau fündig: Die Schinakl Bootsvermietung bietet Inselboote für all jene, die erholsame Stunden auf dem Wasser verbringen wollen. Seit geraumer Zeit sorgen dort elegante Inselboote für ein besonderes Urlaubserlebnis mitten in Wien - mit Aussicht auf die Skyline der Stadt. Die edlen Eilande sind einfach per Joystick zu steuern und barrierefrei. Auf Wunsch werden auch vor der Abfahrt Getränke und Speisen auf das Inselboot serviert.

Im Sommer 2015 selbst (mit Begeisterung) ausprobiert!

Weitere Informationen gibt es unter meine-insel.at
Schinakl Bootsvermietung, 1220 Wien, Laberlweg 19
Tel.: 0680/55 349 55

Der Abfahrtssteg

Blick auf die Alte Donau

Die Inselboote

13-11-2015 - Ein großes Stück Freiheit - ÖZIV-Info, Gastbeitrag von Dr. Christiane Weissenbacher-Lang

 

In diesem Sommer durfte ich etwas ganz Besonderes erleben, nämlich einen Tandem-Gleitschirmflug. Eine großartige Erfahrung, die ich gern mit Ihnen teilen möchte!

 

Ich sitze seit dem Jahr 2000 im Rollstuhl. So wie wahrscheinlich jeder, der im Laufe seines Lebens von einer Behinderung „überrascht“ wurde, habe ich doch einige Zeit gebraucht, um mich wieder zurecht zu finden. Vor vielen Jahren kam ich zu dem Schluss, dass für uns Menschen mit Behinderungen eines ganz entscheidend ist: Eine gehörige Portion Lebensqualität. Dazu gehört für mich auch ein Stück weit Abenteuer. Zum Geburtstag bekam ich einen Gutschein für einen Tandem-Gleitschirmflug. Im August herrschten endlich nach vielen Monaten optimale Wetterbedingungen und ich beschloss, diesen Gutschein endlich einzulösen.

Online und barrierefrei

Ich fliege mit FlyTandem (www.flytandem.at).

Mein Mann Daniel hat dieses Unternehmen im Internet gefunden. Aus der Homepage geht hervor, dass Erfahrung mit Menschen mit Behinderungen besteht. Der Gutschein wurde online bestellt, Termine können ebenfalls online reserviert werden.

Daniel ruft sicherheitshalber noch einmal an, um durchzugeben, dass ich eine körperliche Behinderung habe.

Da ich noch nicht abschätzen kann, wie mein Körper auf diese Belastung reagiert, beschließen wir einen klassischen Tandemflug zu buchen, der ca. 15 Minuten dauern wird.

Am Tag des Fluges sollen wir uns um 9.45 Uhr bei der Talstation des Bischling in Werfenweng einfinden. Wir haben am Tag zuvor bei der Kassa der Gondelbahn angerufen, um herauszufinden, ob ein barrierefreies WC vorhanden ist.

Die Erfahrung der letzten Jahre hat uns gelehrt, dass die Durchführung diverser Unternehmungen oft nicht daran scheitert, dass man prinzipiell nicht mit dem Rollstuhl zurecht kommen würde, sondern meist an der Tatsache, dass es weit und breit kein geeignetes WC gibt. Aber in diesem Fall, am Fuße des Bischling mitten im schönen Salzburger Land, werden wir positiv überrascht: Es gibt tatsächlich eine barrierefreie Toilette!

Die Nervosität verfliegt

Wir sind ein wenig früher dran, sitzen an diesem traumhaften Sommertag in der Sonne und warten auf meinen Piloten Wolfgang Wimmer. So relaxed, wie es gerade klingt, fühle ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht. Ich bin nervös, aber ohne eine ordentliche Portion Aufregung und ein wenig Schiss wäre es ja auch kein richtiges Abenteuer, oder? Als Wolfgang kommt, organisieren wir unsere Liftkarten. Diese sind sowohl für mich als auch für meinen Mann Daniel als Begleitperson kostenlos.

Die Gondel ist über eine mobile Rampe barrierefrei erreichbar. In der Gondelkabine kann eine der beiden Sitzbänke senkrecht aufgeklappt werden, damit genug Platz für den Rollstuhl ist. Während der Gondelfahrt lernen wir Wolfgang ein wenig besser kennen. Meine Nervosität ist in dem Augenblick, als die Gondel aus der Talstation schwingt, weg. Wolfgang schafft es ganz leicht für eine recht entspannte Atmosphäre zu sorgen. Unterwegs füllen wir noch ein kurzes Formular, das Flugticket, aus. Der Bürokratie muss schließlich auch in 1.800 m Seehöhe Genüge getan werden.

Es geht los

Ein Pfad, der mit Hilfe einer Begleitperson gut bewältigbar ist, führt zum Startplatz. Dort angekommen, geht alles recht zügig. Wolfgang gibt mir einen Helm und mein Mann Daniel hilft mir, ihn aufzusetzen. Es ist sehr warm, ich brauch also keine Jacke. Das einzige, worauf ich wirklich geachtet habe, sind feste Schuhe, die über die Knöchel reichen. Ich habe ja noch keine Vorstellung, wie die Landung vonstatten geht. Da ich meine Beine nicht bewegen kann, möchte ich kein Risiko eingehen. Daniel hebt mich in mein Gurtzeug, das am Boden liegt. Die Piloten heben mich in die Startposition, Wolfgang setzt sich mit seinem Gurtzeug hinter mich, und ich werde an ihm festgeschnallt. Und dann geht es auch schon los! Wolfgang steht auf und seine Kollegen Christian und Rupert heben mich an meinem Gurtzeug hoch, damit Wolfgang nicht mein gesamtes Gewicht tragen muss. Er zieht den Schirm hoch in die Luft und, als es passt, läuft er los. Christian und Rupert laufen noch ein paar Schritte mit und geben uns den nötigen Schwung. Sekunden später schweben wir bereits hinaus und folgen dem Berggrat, um die Thermik zu nutzen.

Adrenalin pur!

Vor dem Start hatte ich mir wegen meiner schlechten Rumpfaufrichtung ein wenig Sorgen gemacht, weil man sich während des Starts nicht ordentlich festhalten kann. Im Gurtzeug sitze ich jedoch wie in einem gemütlichen Wohnzimmersessel. Mein zweites Sorgenkind war mein Kreislauf, aber auch der ist stabil. Was so ein bisserl Adrenalin ausmacht!

Wir fliegen über Bäume, nähern uns immer wieder dem Berg an, um die Thermik für den Auftrieb zu nutzen. Es ist ruhig, man hört nur das Rascheln des Windes im Schirm. Die Aussicht ist sagenhaft an diesem klaren, sonnigen Augusttag. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie schnell wir fliegen oder in welcher Höhe wir uns befinden, in diesem Augenblick ist das alles komplett unwichtig. Das Gefühl ist auf jeden Fall großartig, es ist gemächlich, friedlich, gelassen dort oben.

Wolfgang erklärt mir das Prinzip des Gleitschirmfliegens, und ich darf auch kurz das Steuer übernehmen und ein paar Kurven fliegen. In der Luft besprechen wir die Landung und gehen sie auch praktisch durch. Auch das gibt ein Gefühl der Sicherheit. Am Weg zum Landeplatz fliegt Wolfgang noch ein paar Flugfiguren! Auch die Landung erweist sich unproblematisch. Ich hebe mit einem Gurt meine Beine ein wenig an, Wolfgang schiebt seine Füße unter meine, und wir landen sanft im Sitzen. Daniel ist in der Zwischenzeit wieder mit der Gondel hinunter- und mit dem Auto zum Landeplatz gefahren. Die Erde und mein Rollstuhl haben mich wieder, und ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich für einen längeren Thermikflug ins schöne Salzburger Land zurückkehren werde.

Was war es denn nun insgesamt? Ein barrierefreies Erlebnis, perfekt organisiert, durchdacht und sicher. Ein kleines Abenteuer, eine Portion Normalität und Hinter-sich-Lassen eines manchmal allzu eingeschränkten Lebens. Aber allem voran war es ein großes Stück Freiheit!

Projekt „Grenzenlos fliegen“

 Neben den routinemäßig durchgeführten Flügen gibt es seit diesem Jahr zusätzlich „Grenzenlos fliegen“, ein Projekt der Werfenwenger Paragleit-Piloten, das FlyTandem mit Freude unterstützt. Das Ziel: Menschen mit Behinderungen aller Art und jenen, die vom Schicksal schwer geprüft sind, den Menschheitstraum Fliegen als Geschenk unentgeltlich ermöglichen (http://www.grenzenlosfliegen.net/)

 

03-11-2015 - Wanderweg Astner Moos - KOBV, Ausgabe 3/2015

Eröffnung des rollstuhlgerechten Wanderweges ins Astner Moos

Kooperationsprojekt von JTI Austria und der Alpenvereinssektion Großkirchheim-Heiligenblut erschließt einzigartiges Naturdenkmal

In Kooperation mit dem Österreichischen Alpenverein Sektion Großkirchheim-Heiligenblut hat JTI Austria im Kärntner Astental eine rollstuhlgerechte Gestaltung der Wanderwege rund um das Sadnighaus ermöglicht. „Unser großes Ziel ist es, Menschen mit Handicap die österreichische Bergwelt und Natur besser zugänglich zu machen“, sagte Ralf-Wolfgang Lothert, Head of Corporate Affairs & Communication, bei der feierlichen Eröffnung des neuen Wanderweges. Ernst Rieger, OeAV-Obmann der Sektion Großkirchheim-Heiligenblut betonte die Bedeutung der Kooperation, die seit 2014 läuft: „Durch die finanzielle Unterstützung seitens JTI Austria konnten wir das Astner Moos auch für Menschen im Rollstuhl erlebbar machen.“ Ebenfalls bei der Eröffnung anwesend waren der Bürgermeister von Mörtschach, Richard Unterreiner, der Wegeobmann Anton Suntinger und mit Präsident Mag. Michael Svoboda, Vizepräsidentin Ulrike Prager sowie Vizepräsident Franz Groschan hochrangige Vertreter des KOBV – Der Behindertenverband.

Das Herzstück des Projekts war der Neubau der bereits veralteten und zu engen Brücke, dem Eingang zum Naturerlebnis Astner Moos. Weiters wurden Kuhschleusen umgebaut und Wege geschottert, um ein Steckenbleiben von Rollstühlen zu verhindern. Der neue rollstuhlgerechte Wanderweg liegt in unmittelbarer Nähe zum Sadnighaus, das 2001 von der OeAV-Sektion Großkirchheim- Heiligenblut erworben und 2003 rollstuhlgerecht umgebaut wurde. Zahlreiche Gäste mit und ohne Rollstuhl waren bei der Eröffnungsfeier anwesend und setzten damit ein positives Zeichen des gegenseitigen Verständnisses. „JTI Austria sieht eine besondere Verpflichtung im Bereich der Behindertengleichstellung in Österreich, zumal in der Berufsgruppe der Trafikanten rund 50% Menschen mit Behinderungen leben. Alpenlandschaften sind ein wichtiges Stück österreichischer Identität und das Bewegen in diesen einzigartigen Naturräumen ist ein Erlebnis für Jung und Alt. Derzeit bleibt diese Möglichkeit jedoch vielen Menschen mit Behinderung und eingeschränkter Mobilität verschlossen. Wir möchten mit unserem Engagement ein Zeichen setzen und die Gebirgslandschaften des Nationalparks Hohe Tauern grenzenlos erlebbar machen“, so Lothert weiter.

Die Kooperation zwischen der OeAVSektion und JTI Austria soll fortgeführt werden. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Umgebung rund um das Sadnighaus auszubauen und noch weitere Ausflugs- und Wanderziele für Menschen im Rollstuhl zu schaffen“, so Ernst Rieger und Ralf-Wolfgang Lothert unisono. Weil gesellschaftliche Verantwortung einen fixen Bestandteil der Unternehmenskultur von JTI darstellt, ist das Projekt im Astner Moos nicht das einzige, das unterstützt wird. Gemeinsam mit Wohltätigkeitsorganisationen engagiert sich JTI über die eigentlichen Kerngeschäftstätigkeiten hinaus. Dabei liegt der Schwerpunkt auf langfristigen Kooperationen, die eine Verbesserung der Lebensqualität im Sinne von Freiheit, Sicherheit, sozialer Integration sowie körperlichem und geistigem Wohlbefinden zum Ziel haben. In Kooperation mit dem Österreichischen Alpenverein Sektion Großkirchheim-Heiligenblut hat JTI Austria im Kärntner Astental eine rollstuhlgerechte Gestaltung der Wanderwege rund um das Sadnighaus ermöglicht. „Unser großes Ziel ist es, Menschen mit Handicap die österreichische Bergwelt und Natur besser zugänglich zu machen“, sagte Ralf-Wolfgang Lothert, Head of Corporate Affairs & Communication, bei der feierlichen Eröffnung des neuen Wanderweges. Ernst Rieger, OeAV-Obmann der Sektion Großkirchheim-Heiligenblut betonte die Bedeutung der Kooperation, die seit 2014 läuft: „Durch die finanzielle Unterstützung seitens JTI Austria konnten wir das Astner Moos auch für Menschen im Rollstuhl erlebbar machen.“ Ebenfalls bei der Eröffnung anwesend waren der Bürgermeister von Mörtschach, Richard Unterreiner, der Wegeobmann Anton Suntinger und mit Präsident Mag. Michael Svoboda, Vizepräsidentin Ulrike Prager sowie Vizepräsident Franz Groschan hochrangige Vertreter des KOBV – Der Behindertenverband.

Über das Astner Moos

Der Naturlehrweg Astner Moos erschließt eines der wertvollsten und schönsten Feuchtgebiete im Bereich des Nationalparks Hohe Tauern in Kärnten mit einer Vielzahl von interessanten Pflanzen- und Amphibienarten. Aufgestaut durch einen nachzeitlichen Bergsturz, ist über die Jahrtausende ein Bergsee verlandet. Die Region ist Teil des Nationalparks Hohe Tauern, dem größten Schutzgebiet der Alpen und einer der spektakulärsten Landschaften der Erde. Die höchsten Gipfel Österreichs, die größten Gletscher der Ostalpen, die höchsten Wasserfälle Europas und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Das Schutzgebiet erstreckt sich über weite alpine Urlandschaften wie Gletscher, Felswände und Rasen sowie über die über Jahrhunderte sorgsam und mühevoll gepflegte Almlandschaften. Das Sadnighaus ist die zentrale Anlaufstelle der Wander- und Skitour-Region Astental. Asten ist das höchste Bergdorf Kärntens (1600 m Seehöhe), gelegen im äußersten Westen Kärntens im oberen Mölltal. Die Gemeinde wird im Westen von der Schobergruppe, im Osten vom Sadnig, einem Ausläufer des Sonnblickmassivs, begrenzt.

Über JTI

JTI ist ein Mitglied der Japan Tobacco- Unternehmensgruppe, eines führenden internationalen Tabakunternehmens. JTI verkauft unter anderem weltbekannte Marken wie Camel, Winston und Mevius (Mild Seven). Die Unternehmenszentrale befindet sich in Genf in der Schweiz. JTI ist in mehr als 120 Ländern operativ tätig und beschäftigt etwa 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit 2007 gehört Austria Tabak zur Unternehmensgruppe, für JTI Austria sind rund 380 Mitarbeiter im Wiener Büro, im Außendienst, dem Forschungs- und Entwicklungslabor und dem unabhängigen Großhandel beschäftigt. Weitere Informationen auf www.jti.com/Austria bzw. www.jti.com

 

07-10-2015 - Mit dem Rolli auf Deutschlands Dach - Mag. Manfred Fischer

(von Mag. Manfred Fischer aus ÖZIV Info 3/2015)

Der deutsche Gipfel der Zugspitze

Die Zugspitze im Wettersteingebirge ist mit 2962 Meter der höchste Berg Deutschlands. Man kann sie daher „Deutschlands Dach“ nennen. Die Website der Bayerischen Zugspitzbahn verspricht ein barrierefreies Bergerlebnis für Menschen im Rollstuhl. Also nichts wie auf nach Garmisch und hinauf auf den Berg.

Großer Andrang auf Deutschlands Gipfel

Bisher war mein höchster Punkt mit dem Rollstuhl das Hochtor auf der Großglockner Hochalpenstraße mit 2504 Meter. Daher stand mir ein neuer „Rekord“ bevor. Zur Auffahrt empfohlen wird die Eibsee Seilbahn, da diese einen stufenlosen Einstieg ermöglicht. Bei der alternativen Zahnradbahn gäbe es Stufen zu überwinden. Behindertenparkplätze und WCs sind bei der Talstation am Eibsee ausreichend vorhanden. Über eine Rampe kommt man zur und in die Gondel, die 40 Personen fasst. Nach zehn Minuten ist man auf dem Berg. Die Gondel gleitet in die Steilwand der Zugspitze und lässt einen diese langsam hochklettern – sehr beeindruckend.

Wir erwischen einen wunderschönen bis zum Abend fast wolkenfreien Tag. Die Temperatur betrug gegen Mittag etwa 9 Grad. Der traumhafte Ausblick gewährte uns die Sicht in vier Länder: Deutschland (Bayern), Österreich, Italien (Südtirol) und sogar in die Schweiz. Über 400 Alpengipfel waren zu bestaunen – darunter der Großglockner (3.798 m), die Wildspitze (3.768 m), der Ortler (3.905 m) und der Piz Bernina (4.049 m).

Grenzwechsel

Auf der Aussichtsplattform wechselten wir mehrmals die Landesgrenze von Bayern nach Tirol und zurück. Die angebotene „höchste Rostbratwurst Deutschlands“ haben wir links liegen gelassen. Zu sehr faszinierten uns das Panorama und die den Gipfel umkreisenden Segelflieger. Der Gipfel der Zugspitze ist von der Aussichtsplattform aus zu Fuß in wenigen Minuten zu besteigen.

Blick von der Gondel über die Steilwand zum Gipfel der Zugspitze

Im hochalpinen Gelände

Nach ausführlichem – kaum erfolgreichen – „Gipfelraten“ mit Hilfe der aufgestellten Panoramakarten fuhren wir mit der Gletscherbahn etwa 300 Meter tiefer auf das Zugspitzplatt unterhalb des Zugspitz-Gletschers. Dort ist eine größere Fläche über Holzbohlen leicht berollbar gemacht.

Rund herum findet sich natürlich hochalpines Gelände, das mit Alltagsbereifung nicht befahrbar ist. Auch so mancher gehende Besucher sollte sich mit seiner „Tieflandbeschuhung“ und seinem ausbaufähigen Alpinwissen nicht zu weit weg von den Holzbohlen wagen. Ein Behinderten-WC gibt’s in der Station der Zahnradbahn.

Martina, meine Frau, nutzte das Angebot einer kostenlosen Gletscherführung. Ich genoss derweil von der Sonnenterrasse des Gletscherrestaurants den imposanten Rundblick in die Berge und auf den kleinen Gletscher – und ein Weißbier natürlich.

Die Kapelle Maria Heimsuchung liegt ebenfalls hier, ist aber nur zu Fuß erreichbar. Seit ihrer Weihe durch Kardinal Joseph Ratzinger im Jahr 1981 trotzt sie Wind und Wetter. Für (fast) alle Ausflugsgäste, Bergsteiger, Gletscherfans und Sonnenanbeter stellt das kleine Gotteshaus einen Ort der Ruhe und Besinnung dar.

Am späten Nachmittag traten wir die Rückfahrt an. Mit der Gletscherbahn zur Zugspitze und von dort wieder hinunter zum Eibsee. Wir haben den Tag auf Deutschlands höchstem Berg genossen. Das Seilbahn-Personal erlebten wir, trotz fast 5000 Tages-BesucherInnen, als überaus freundlich und zuvorkommend – niemals Stress verbreitend.

Weitere Informationen:

Bayerische Zugspitzbahn – Eibsee-Seilbahn zugspitze.de/de/service/barrierefrei
Bitte beachten Sie, dass die Eibsee-Seilbahn nur Rollstühle mit einer maximalen Breite von 85 cm und einem Maximalgewicht von 300 kg befördern kann.

Tiroler Zugspitzbahn www.zugspitze.at

 

14-09-2015 - Mädelsurlaub in Paris - mit den Swiss-Tracs auf Entdeckungsreise - Sonja Rindler und Sandra Kaindl

(8. – 14. 09. 2015)

Ein Bericht von Sonja Rindler und Sandra Kaindl

Auf unserem jährlichen Urlaubsplan steht immer auch eine Städtereise. Nachdem wir zwei – Sonja und Sandra, beide Rollstuhlfahrerinnen – letztes Jahr Rom unsicher gemacht hatten, stand heuer PARIS auf dem Programm.

Unsere Hotelauswahl starteten wir übers Internet, zuerst mit den allgemeinen Suchmaschinen und dann über die E-Mail-Adressen der Hotels, um nähere Infos betreffend Rollstuhltauglichkeit einzuholen. Letztendlich entschieden wir uns für das günstige Hotel IBIS Paris Bastille Opera in der Nähe der Bastille Opera im östlichen Teil von Paris mit guter Ausgangslage für viele Sehenswürdigkeiten.

Unsere Flüge wählten wir ab Innsbruck mit Austrian Airlines.

TIPP: Frühzeitiges Buchen von Hotel und Flug, in unserem Fall ca. acht Monate vor Reiseantritt, hat wesentlich zu einem günstigen Preis beigetragen.


Aufgrund eines tollen Ausflugs mit unserem Verein RSCTU (=Rollstuhl-Sport-Club Tirol Unterland) mit Swiss-Tracs im letzten Sommer fassten wir kurzfristig den Entschluss, unsere „Swissis“ nach Paris mitzunehmen (eine wahrlich gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte!) Von der Fluggesellschaft holten wir das schriftliche Okay per E-Mail ein, mit dem Hotel klärten wir die Abstell- und Lademöglichkeiten. Damit war alles geregelt und unserer Reise stand nichts mehr im Wege.

Nachdem wir Gepäck und Reiseschienen sowie die Swissis (am Sperrgutschalter) eingecheckt hatten, verlief der Flug von Innsbruck nach Paris – mit einem kurzen Aufenthalt von 20 Minuten in Wien –problemlos. Am Zielort wurden wir bereits vom dortigen Mobilitätsservice für Behinderte freundlichst in Empfang genommen und begleitet, bis wir unser Gepäck und unsere Swissis wieder bei uns hatten. Sogar ein großes Taxi (Maxi-Cab von G7 Horizon Taxi) war organisiert worden.

Im Hotel wurden wir ebenfalls bereits erwartet und die Swissis bekamen gleich ihr Abstellplatzerl (mit zwei Steckdosen in der Nähe). Eingang, Rezeption, Restaurant und Bar im Hotel Ibis sind barrierefrei, das Zimmer war zwar klein (typisch für Paris), aber für zwei aktive Rollifahrerinnen, wie wir es sind, groß genug. Eine Seite des Bettes war gut mit dem Rollstuhl zugänglich, eine von uns musste über das Fußende ins Bett, was aber auch kein Problem darstellte. Das Bad hingegen war sehr groß, mit einem Duschklappsitz an der Wand und sogar einem Gartenstuhl ausgestattet, beim WC gab es einen Klapp-Haltegriff.

Sonja und Sandra vor dem Eiffelturm

Ein kleiner Überblick über unsere Besichtigungstouren - allesamt mit unseren Swissis:

1. Tag: Place des Vosges – Ile St.-Louis – Ile de la Cité Notre-Dame – Jardin du Luxembourg – über Sorbonne Quartier Latin – Place de la Bastille zurück ins Hotel Ibis.

TIPP: Es gibt viele öffentliche selbstreinigende Toilette-Anlagen (graue Container), die rollstuhlgerecht sind, aber in der Nähe von großen Sehenswürdigkeiten ist leider mit langen Warteschlangen zu rechnen.

Neben Notre-Dame befindet sich ein Krankenhaus („Hotel Dieu“) mit Behindertentoiletten.

2. Tag. Place de la Bastille – entlang des rechten Seine-Ufers zum Eiffelturm – Jardins du Trocadéro – Arc de Triomphe – Champs-Élysées – Place de la Concorde – vorbei am Louvre zurück ins Hotel Ibis.

TIPP: Behindertentoilette auf der Rückseite des Kartenverkaufs Ost beim Eiffelturm (sehr sauber!)

3. Tag: Place de la Republique – vorbei an Gare de l´Est und Gare du Nord – in Montmartre mit dem rollstuhltauglichen Funiculaire (Schrägaufzug) zum Fuße der Basilika Sacre Coeur und dem Place du Tertre (Platz der Künstler).

Vom Funiculaire führt eine Straße bergauf zu Sacre Coeur und Place du Tertre (Kopfsteinpflaster mit vielen Scherben!) – Dank unserer Swissis war dies aber gut zu bewältigen. Sacre Coeur ist aufgrund der vielen Treppen leider nur von außen zu bestaunen.

TIPP: Behindertentoilette gleich links neben dem Ausgang des Funiculaire.

4. Tag: Über Place des Vosges – bei strömenden Regen ins Einkaufszentrum Les Halles (aufgrund der Bauarbeiten sind die meisten Einkaufsmöglichkeiten im 3. Untergeschoss) – Centre Pompidou-Beaubourg – Stravinsky-Brunnen – Hotel de Ville (Rathaus) – patschnass zurück ins Hotel Ibis.

TIPP: Behindertentoiletten im Einkaufszentrum Les Halles.

5. Tag: Mit Regenhäuten und Schirmen gut ausgestattet zum Louvre – Mona Lisa und wir – Jardin des Tuileries – bei Sonnenschein zurück zum Hotel Ibis.

TIPP: Behindertentoiletten im Louvre

Sandra und Sonja vor dem Sacre Coeur

Die sehr angenehme Erfahrung, die wir auf unseren doch sehr ausgedehnten Besichtigungstouren machten: Wir brauchten uns nicht in den Warteschlangen anzustellen und hatten freien Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten.

Unsere Heimreise von Paris über Wien nach Innsbruck gestaltete sich genauso problemlos wie die Hinreise nach Paris.

  

Unser Fazit: Wir sind begeistert, die Menschen sind uns sehr freundlich und hilfsbereit gegenübergetreten. Etwas Französisch-Kenntnisse waren von Vorteil. Ein letzter Tipp: Paris ist ohne Swissis für RollstuhlfahrerInnen nur erschwert zu bewältigen.

Paris ist jederzeit wieder eine Reise wert!

19-08-2014 - Mangelnde Barrierefreiheit im Stift Zwettl - Mag. Wolfgang Glaser

Im Juli beschloss ich mit meinem Bruder und meinem Neffen sowie meinen Eltern gemeinsam einige Tage im Waldviertel zu verbringen. Mein neunjähriger Neffe ist begeisterter Angler und wollte unbedingt fischen.

So fuhren wir auf seinen Wunsch hin zum Stausee Ottenstein in der Nähe von Zwettl. In der Nähe des Stausees liegt das Hotel Ottenstein, das ein wirklich empfehlenswertes barrierefreies Zimmer mit Wohnbereich und rollstuhlgerechter Dusche um 50 Euro pro Person mit Frühstück anbietet und das ich gerne weiterempfehlen kann.

Als wir das Areal um den Stausee Ottenstein erkundeten, fanden wir heraus, dass die Terrasse des Seerestaurants über einen steilen Weg ohne Stufen erreichbar ist und es dort auch ein Behinderten-WC gibt. Der Stausee selbst ist allerdings fast nirgends mit dem Rollstuhl gut erreichbar. Es gibt nur eine einzige Anlegestelle für Boote, wo man mit dem Auto direkt bis zum See fahren kann. Für das Fischen ist dieser Platz aber völlig ungeeignet. So musste ich auf dieses Vorhaben mangels Barrierefreiheit also verzichten.

Als wir mittags einmal im Restaurant des Stiftes Zwettl einkehren wollten, mussten wir nach dem Öffnen der Eingangstüre mit Entsetzen feststellen, dass der Restaurantbereich im Erdgeschoss abgesperrt war und auf einer Tafel geschrieben stand: "Restaurant im 1. Stock." Hinauf gab es allerdings nur eine Wendeltreppe und keinen Aufzug.

Der Kreuzganghaof im Stift Zwettl

Im Erdgeschoss war auch noch ein Behinderten- WC angeschrieben. Als ich dieses WC aufsuchen wollte, kam die zweite Überraschung: Dieses WC war so klein, dass sich die Tür des WCs nicht mehr schließen lässt, wenn man mit dem Rollstuhl hineinfährt. Man müsste dort also seine Notdurft als Rollstuhlfahrer öffentlich verrichten. In dem Moment, als ich diese Tatsache mit Entsetzen und voller Blase feststellte, kam eine Gruppe älterer Damen beim Eingang herein, die ebenfalls von der fehlenden Barrierefreiheit des Restaurants im Stift Zwettl schockiert waren. Zwei Damen saßen auch im Rollstuhl und wollten sich offensichtlich am Behinderten-WC erleichtern, fuhren aber in Anbetracht der Situation unverrichteter Dinge wieder weiter.

Es ist wirklich nicht nachvollziehbar, warum ein Restaurant der wichtigsten Sehenswürdigkeit weit und breit seinen Betrieb im 1. Stock macht, wenn auch im Erdgeschoss geeignete Räumlichkeiten gegeben wären und noch weniger verständlich ist es, ein WC als Behinderten-WC zu bezeichnen, das in keiner Weise den Normen entspricht. Eine schriftliche Beschwerde meinerseits beim Stift Zwettl wird in den nächsten Tagen erfolgen.

19-08-2014 - Ferienanlage Kipriotis Village auf Kos - "Rollstuhlkurier"

Das Kipriotis Village auf der griechischen Insel Kos wurde mit einer Gesamtgröße von 135.000 Quadratmetern im Stil eines typischen ägäischen Dorfes angelegt. Die Ferienanlage liegt direkt am Meer (nur von einer wenig befahrenen Zufahrtsstraße getrennt) und nur drei Kilometer vom Zentrum der Stadt Kos entfernt im Ortsteil Psalidi. Die Anlage verfügt über drei Swimmingpools für Erwachsene, zwei zusätzliche kindergerechte Pools, ein engagiertes Animationsteam und zahlreiche Sport- und Freitzeitmöglichkeiten. Ein All-Inclusive-Urlaub auf Kos wird hier angeboten.

Die 651 Zimmer, Suiten und Apartments mit Balkon oder Terrasse haben Blick auf das Meer, die Poollandschaft oder die wunderschönen Gärten.

Alle Zimmer verfügen über Klimaanlage, Badezimmer mit Haarfön, TV/Radio, Kühlschrank, Direktwahltelefon und Internetanbindung und sind ansprechend in warmen Farben gestaltet.

Für Rollstuhlfahrer stehen sechs Zimmer mit Dusche/WC zur Verfügung. Ein Zimmer befindet sich im EG (stufenlos erreichbar). Fünf Zimmer liegen auf der Garten-/Pool-Ebene und sind mit dem Aufzug barrierefrei erreichbar. Die Türen der Zimmer und von Du/WC sind 90 cm breit, die Bettenhöhe beträgt 50 cm. Der Bewegungsfreiraum in Dusche/WC ist mit 130 x 130 cm für Rollis ausreichend groß bemessen. Rechts neben dem WC und davor beträgt der Freiraum 120 cm, Haltegriffe sind links und rechts neben dem WC angebracht (Toilettenaufsatz vorhanden). Der Duschbereich ist schwellenlos befahrbar und mit einem fest montierten Duschsitz ausgestattet. Waschbecken unterfahrbar, Kippspiegel vorhanden. Alle öffentlichen Bereiche und Einrichtungen des Hotels inklusive Strand sind für Rollstuhlfahrer erreichbar. Weitere circa 300 Zimmer sind für Gehbehinderte geeignet, da sie barrierefrei zugänglich sind, z.B. Junior-Suiten, Familienzimmer mit zwei Schlafzimmern etc. Die Anlage ist barrierefrei, sehr flach und verfügt über breite Wege. Einen speziellen Hebelifter am Pool für Rollstuhlfahrer gibt es aber nicht. Am Strand führt eine Holzbefestigung bis ca. vier Meter vor das Wasser.

Parkplatz und Eingang vom Hauptgebäude sind stufenlos erreichbar. Rezeption, Frühstücksraum, Hauptrestaurant und ein griechisches Restaurant befinden sich auf der Erdgeschossebene und sind ebenfalls stufenlos erreichbar. Das italienische Restaurant sowie fünf rollstuhlgeeignete Zimmer befinden sich auf der Garten/Pool-Ebene und sind mit dem Aufzug erreichbar (Türbreite des Aufzugs 78 cm).

Das Personal im Sol Kipriotis Village spricht vorwiegend Englisch und steht den Gästen jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung.

Kos Stadt kann entlang des flachen Fahrrad- und Fußgängerweges bequem erreicht werden (drei Kilometer). Regelmäßige Linienbusverbindungen vom Hotel nach Kos Stadt vorhanden. In Kos Stadt gibt es weitere Einkaufsmöglichkeiten (aber auch im Hotel), Ärzte (Arzt auch im Hotel), und ein Krankenhaus.

Preis pro Person im Einzelzimmer 35,- bis 90,- Euro, im Doppelzimmer 35,- bis 65,- Euro mit All-Inklusive-Verpflegung. Das erste Kind bis elf Jahre ist bei Buchung von zwei Erwachsenen im Doppelzimmer kostenlos, ab zwölf Jahre 30 Prozent Ermäßigung. Familienzimmer auf Anfrage.

 Anschrift: Kipriotis Village, Psalidi, GR-85300 Kos,
Tel. (0030) 22420 55300,
Fax: (0030) 22420 23590,
E-Mail: info@kipriotis.gr
Internet: www.kipriotis.gr

Reservierungen/Buchungen in Deutschland über HRM Touristic Services & Consulting, Manosquer Str. 11/1, 70771 Leinfelden,
Tel. +49 711 745 79 51, Fax. +49 711 74579-52
E-Mail: info@hrm-service.de,
Internet: www.hrm-service.de
12-11-2013 - Barrierefreier Aussichtsturm Pyramidenkogel - ÖZIV Kärnten

Der neue Turm auf dem Pyramidenkogel ist einer der Hauptgewinner des diesjährigen Kärntner Holzbaupreises und bietet einen einzigartigen Rundblick über Kärnten.


Durch die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister von Keutschach, Herrn Gerhard Oleschko, dem Architektenteam Dietmar Kaden und Markus Klaura und dem Kärntner Blindenverband sowie dem ÖZIV Kärnten ist es gelungen, alle Aussichtsplattformen für Menschen mit Behinderu(ngen mit dem Panoramalift erreichbar zu machen.

Dieses Erlebnis können Sie auch im November genießen, da aufgrund des großen Besucherinteresses der Lift täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist. Im Dezember, Jänner und Februar ist der Pyramidenkogel an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag, an Feiertagen und in den Ferien täglich geöffnet.

Behindertenparkplätze und eine moderate Rampe stehen Ihnen zur Verfügung. Der GenussWirt am Pyramidenkogel lädt mit exquisiten Schmankerln zum Verweilen ein. Ein Behinderten-WC ist natürlich vorhanden.

Größere Gruppen sollten sich unter Tel.: 4273-2443 anmelden.
www.pyramidenkogel.info
pyramidenkogel@ktn.gde.at

Highlights:

  • Weltweit höchster Holzaussichtsturm
  • Höchste überdachte Rutsche Europas
  • Drei frei begehbare Aussichtsplattformen
  • Wettergeschützte Skybox
  • Die höchste Aussichtsplattform liegt auf 70,6 m Höhe
25-03-2013 - Grazer Zeughaus wird barrierefrei - Manfred Schweizer
Eingang zum Grazer Zeughaus

Eine der bedeutendsten Waffensammlungen der Welt, welche seit 1642 beständig als Waffenarsenal des Landes Steiermark ausgebaut wurde, wird barrierefrei!

Zwar habe ich schon vor Jahrzehnten mit meiner auf den Rollstuhl angewiesenen Frau die Stiegen zu dieser Sammlung überwunden. Dies ist jedoch im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte. Im April 2013 erfolgte die Eröffnung des Zeughauses mit dem neu eingebauten Lift. Damit sind auch die anderen Bereiche des Museums barrierefrei erreichbar. Einmal mehr freue ich mich, dass gerade in so einem alten Mauerwerk eine Lösung gefunden und auch durchgeführt wurde.Das Onlineportal WIKIPEDIA liefert folgende Informationen zum Grazer Zeughaus:Das Landeszeughaus in Graz wurde in den Jahren 1642 bis 1647 errichtet und war einst das zentrale Waffendepot der Steiermark. Die darin gelagerten Waffen samt Zubehör dienten der Ausrüstung des steirischen Landesaufgebots und der Versorgung der zur Abwehr des Osmanischen Reiches im 16. Jahrhundert eingerichteten Militärgrenze in den heutigen Staaten Kroatien und Ungarn. Mit seinen 32.000 Exponaten aller Art ist das Landeszeughaus die größte Rüstkammer der Welt, die noch dazu weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Das Haus ist heute ein Teil des Universalmuseums Joanneum und zieht jährlich tausende Touristen und Liebhaber historischer Waffen aus aller Welt an.

Gemeinderat Kurt Hohensinner, LAbg.a.D. Annemarie Wicher (verstorben 2014), Landtagspräsident Franz Majcen

Die KLEINE ZEITUNG schrieb am 22. März 2013:

Umbau Grazer Universalmuseum Joanneum: Das Zeughaus bekam in der Winterpause einen Lift und ist damit endlich auch für Rollstuhlfahrer in jedem Stockwerk zugänglich. Bei dieser Gelegenheit wurde der gesamte Eingangsbereich des Museums neu gestaltet. Er wurde verlegt und beherbergt jetzt auch das Büro von Graz Tourismus. Das Innere ist geprägt von runden Formen.

Das LAND STEIERMARK meldet im Internet: Barrierefreiheit des Landeszeughauses

Landtagspräsident Franz Majcen zeigt sich über die Neugestaltung des Landeszeughauses erfreut und bedankt sich "bei allen, die mitgeholfen haben, das Zeughaus durch den neuen Lift so aufzuwerten."

Bei der Neueröffnung waren neben Landtagspräsident Franz Majcen, der zuständigen Landesrat Dr. Christian Buchmann, Gemeinderat Kurt Hohensinner, MBA, die ehemalige Landtagsabgeordnete Annemarie Wicher, Joanneumsdirektor HR Dr. Wolfgang Muchitsch und Tourismus-Chef MMag. Dieter Hardt-Stremayr anwesend.

15-05-2013 - Barrierefrei im Nationalpark Gesäuse - ÖZIV Info

Ein großer Schritt für die barrierefreie Erlebbarmachung des Nationalparks Gesäuse fand kürzlich mit der Eröffnung des "Leierweges" sowie der offiziellen "Wieder-Eröffnung" des so genannten "Johnsbach-Steges" statt. Rollstuhlfahrer/innen sowie gehbeeinträchtigte Personen können ab sofort beim Weidendom ein Zuggerät für Rollstühle – einen sogenannten "Swiss-Trac" – entlehnen.

In Kombination mit dem damit verbundenen geländegängigen Rollstuhl (inkludiert) bietet sich ein umfassendes Wegenetz mit zahlreichen Höhepunkten an, die für alle Besucher uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Weidendom, Ökologischer Fußabdruck, der Themenweg "Lettmair Au" sowie die landschaftlich herausragenden Stationen an der Enns und entlang des Leierweges können gefahrlos und mit Hilfe dieser Zuggeräte selbständig erkundet werden.

Ein besonderes Highlight wird dabei auch der renovierte "Johnsbach-Steg" sein, der durch seine spektakuläre Lage allen Besucherinnen und Besuchern einen fantastischen Blick auf Enns und die Bergwelt des Gesäuse bietet. Durch den zusätzlichen Einbau von zwei Sichtfenstern in der Brüstung ist gewährleistet, dass künftig alle Besucher/innen einen ungestörten Blick auf diese einzigartige Flusslandschaft genießen können.

Weitere Informationen unter:
Nationalpark Gesäuse Informationsbüro, Tel: 03613/21160-20;
Internet: www.nationalpark.co.at

15-06-2013 - Salzburg ist nicht nur eine Reise wert - Mag.a Monika E. Schmerold aus ÖZIV-Info 2/2013

Einen besonderen Reiz bietet die Stadt Salzburg, wenn sie von hoch oben betrachtet wird. Doch das ist für Rollstuhlfahrerinnen und –fahrer gar nicht so einfach umzusetzen. Trotz einer Festung die hoch oben thront, zweier Stadtberge und einem sechsstöckigen Hotel mit obenliegendem Restaurant bietet sich für diese nur eine wirklich gute Möglichkeit – doch die hat es in sich: Die Aussichtsterrasse auf dem Mönchsberg.

Mit dem öffentlichen Verkehrsmittel, dem Obus, kann die Stadt bequem erkundet werden. Rund 80 Prozent der Obusse in der Stadt Salzburg sind barrierefrei nutzbar und laufend werden es mehr. Sie verfügen über eine ausklappbare Rampe, welche geschulte und sensibilisierte Obusfahrerinnen und Obusfahrer gerne, für jede Person, die sie benötigt, ausklappen. Sollte einmal ein nicht-barrierefreier Obus vorfahren – jede Obusfahrerin und jeder Obusfahrer ruft gerne in der Leitzentrale an und erfragt, wann der nächste Obus mit Rampe kommt.

Erfolgt die Anreise mit dem Auto, sind die barrierefreien Parkplätze auf www.stadt-salzburg.at aufgelistet zu finden. In der Nähe des Mönchsbergaufzuges gibt es den öffentlichen Rot-Kreuz-Parkplatz, der im Freien liegt und von dem es nur wenige Schritte bis in die Altstadt sind. Überdachte Parkplätze bieten die Mönchsberggaragen.

Auf dem Mönchsberg

Die Talstation des Mönchsbergaufzuges ist aber auch zu Fuß meist auf kurzem Weg zu erreichen. Sie befindet sich in der Salzburger Altstadt am Anton-Neumayr-Platz. Auf diesem Platz gibt es auch ein barrierefreies Lokal mit barrierefreier Toilette und einem barrierefreien Gastgarten – das Republic.

Mit dem Mönchsbergaufzug, der in das Innere des Mönchsberges gebaut wurde, kommt man in 30 Sekunden bequem auf den Berg. Dort angekommen bieten sich mehrere Möglichkeiten: Ein Besuch des Museum der Moderne, des Restaurant M32 mit Terrasse oder die seit kurzem für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer barrierefrei zugängliche untere Aussichtsterrasse.

Ist das Ziel einzig die tolle Aussicht auf die Stadt, so führt der Weg nach dem Ausstieg aus dem Mönchsbergaufzug um die Ecke zum Plattformlift. Dieser ist mittels EURO-Key von jeder Rollstuhlfahrerin/jedem Rollstuhlfahrer eigenständig benutzbar. Der EURO-Key kann gegen Werteinsatz auch bei der Talstation des Mönchsbergaufzuges ausgeliehen werden.

Von der unteren Aussichtsterrasse bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf die Altstadt zur rechten Hand, über die Neustadt bis zum Mirabellgarten zur linken Hand. Hier erschließt sich die Bedeutung von Alexander von Humboldts (1769-1859) Aussage: "Die Gegenden von Salzburg, Neapel und Konstantinopel halte ich für die schönsten der Erde."

Von dieser Ebene aus ist auch der obere Teil des Museumsshops für Rollstuhlfahrer zugänglich. Es ist kein Souvenirshop im herkömmlichen Sinne – ein Besuch lohnt sich.

Nützliche Infos

Für Salzburg Besucherinnen und Besuchern mit Behinderungen empfiehlt es sich grundsätzlich schon vor Anreise den Folder "Salzburg für Menschen mit Behinderung" anzufordern. Er bietet vielfältige und genaue Informationen zum barrierefreien Aufenthalt in Salzburg. Der Folder kann über www.salzburg.info online oder telefonisch unter 0662/88987-0 bestellt werden.

Kontakt: knackpunkt-salzburg@gmx.at

20-06-2013 - Mit den Maltesern nach Haslach ins Museum Mechanische Klangfabrik - Barbara Wolf

Das hat uns auf Anhieb interessiert. Also haben wir uns bei den Maltesern angemeldet und wurden am Samstag, den 29. März 2014 frühmorgens mit dem Rollibus abgeholt.

Die Sonne schien am blauen Himmel und die Fahrt über Obernzell, Wegscheid, Rohrbach war wunderschön. In Haslach hat unser Chauffeur auch gleich das Museum gefunden und dort trafen wir mit den anderen Teilnehmern zusammen.

Um 10:30 Uhr begann die Führung im barrierefreien Museum und bald schallten kräftige Töne aus den ausgestellten Musikautomaten, die sehr schön in mehreren Räumen präsentiert wurden. Das mechanische Klavier klimperte perfekt einen Walzer, ohne dass der Benutzer jemals Klavierunterricht genossen hatte. Die größeren Automaten spielten auf bis zu sechs Instrumenten. Die Objekta wurden von einem privaten Sammler zusammengestellt, der auch alle Automaten repariert hat. Es gibt aufwändige Orchestrien neben zierlichen Glockenuhren, schnarrende Drehleiern und Drehorgeln, Grammophone mit riesigen Schalltrichtern und natürlich eine Musikbox, wie ich sie in jungen Jahren noch häufig in Gaststätten und Cafés erlebt habe. Eine zierliche Drehorgel zirpt mit Lautenklängen "Stille Nacht", während bei den großen Musikautomaten, die teilweise in wunderschöne Jugendstilschränke eingebaut sind, eher die Wände wackeln. Ganz besonders gut haben mir zwei Spieluhren gefallen, die in Wein-Römer eingebaut sind.

Unsere Führerin hat uns das alles sehr anschaulich nahe gebracht und demonstriert und wir verbrachten eine vergnügliche Stunde in diesem originellen Museum.

Inzwischen war es Mittag geworden, und gleich nebenan, im Gasthaus Vonwiller, kann man hervorragend essen. Auch hier ist alles barrierefrei und es gibt eine Rollstuhltoilette. Ich kann einen Besuch in Haslach an der Mühl bestens empfehlen.

Museum Mechanische Klangfabrik
TuK - Vonwiller, Stelzen 15, 4170 Haslach an der Mühl
Tel: 07289/72300
Internet: www.mechanischeklangfabrik.at

20-06-2013 - Badevergnügen - Vorschau auf den Sommer - Mag. Manfred Fischer

Sie wohnen im Grenzgebiet zwischen Oberösterreich (Bez. Braunau od. Vöcklabruck) und Salzburg (Flachgau, Stadt Salzburg) sind stark gehbehindert oder nützen einen Rollstuhl und wollen an einem heißen Sommertag baden gehen? Hier ein paar Tipps.

Holzöstersee in Franking

Da wäre beispielsweise der Holzöstersee in der Gemeinde Franking. Er ist einer der wärmsten Moorbadeseen Österreichs und lädt ab Mai mit angenehmen Wassertemperaturen zum Baden ein. Für Familien gibt es ein Strandbad mit Kinderspielplatz und eine Wasserrutsche.

Am südlichen Seeufer befindet sich ein Lift, mit dem man als gehbehinderter Mensch oder Rollstuhlfahrer ins Wasser gelangen kann. Der Lift ist nicht versperrt und kann in der Badesaison von jedem jederzeit benützt werden.

Fährt man an den Parkplätzen am Südufer vorbei, zweigt eine Straße nach rechts zum See hinunter ab.

Von einem Fahrverbot darf man sich nicht abschrecken lassen, denn für Rollifahrer ist die Zufahrt bis zum Imbiss-Kiosk und das Parken dort erlaubt. Die Beschilderung der Zufahrt und des Parkplatzes fehlt derzeit noch, soll aber kommen. Im Kiosk- Gebäude befinden sich auch WCs. Das BehindertenWC ist – etwas versteckt – auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite.

Um den See führt ein kinderwagenund rollstuhltauglicher Seerundweg, der Einblick in die Moorlandschaft bietet. Etwa 20 km vom See entfernt liegt die bayerische Stadt Burghausen mit der längsten Burg Europas; sie ist immer einen Ausflug wert.

Strandbad Ibm am Heratingersee Der nächste Poollift für Menschen im Rollstuhl befindet sich im Ibmer Strandbad am Heratingersee in der Gemeinde Eggelsberg. Im Strandbad findet man weiters ein schönes Buffet, eine große Liegewiese, einen Kinderspielplatz und einen Beach- Volleyball-Platz. BehindertenWC und –parkplätze sind ebenfalls vorhanden. Den Poollift kann man, wie am Hölzöstersse, selbständig bedienen. Nicht weit vom Strandbad entfernt liegt das Ibmer Moor, das auf einer 200 Meter langen Strecke rollstuhlstauglich ausgebaut wurde - von der Hackenbuchner Straße bis zur Aussichtsplattform.

Der restliche Weg konnte aus naturschutzrechtlichen Gründen nur 75 Zentimeter breit angelegt werden und ist daher mit dem Rolli nicht befahrbar.

Strandbad Seeham – Fahrt mit dem Elektroboot

Etwa 25 km von der Stadt Salzburg entfernt liegt am Westufer des Obertrumer Sees die Gemeinde Seeham mit ihrem Strandbad. Dieses bietet mit seiner familienfreundlichen Infrastruktur Badespaß und Erholung für Groß und Klein – mit dem Wassertrampolin "Aqua Jump" und der 40 m langen Wasserrutsche.

Es ist barrierefrei gestaltet. Der Poollift für Menschen im Rollstuhl muss von einer Betreuungsperson/ Bademeister bedient werden. Beim Eingang des Strandbades stehen drei Behindertenparkplätze zur Verfügung. Der Nass- und Sanitärbereich ist nach der ÖNORM B 1600 adaptiert.

Eine Besonderheit in Seeham ist, dass man als gehbehinderte Person oder RollstuhlfahrerIn mit dem Poollift des Strandbades in die Boote des angrenzenden Bootsverleihs einsteigen kann. Also: Schiff ahoi!

Auf der Seebühne Seeham finden im Sommer Konzerte und Theateraufführungen statt, die für Menschen im Rolli ebenfalls leicht zu besuchen sind. Nicht weit von Seeham entfernt kann das Vogelparadies Weidmoos besucht werden, das im vergangenen Jahr im Rahmen eines LEADER-Projektes der EU für mobilitätseingeschränkte Besucher zugänglich gemacht wurde.

Strandbad Seekirchen am Wallersee Auch am Wallersee im Strandbad Seekirchen konnte im Sommer 2013 nach langem Ringen ein Poollift in Betrieb genommen werden. Zusammen mit der neuen Behindertentoilette (Euro-Schlüssel) ist das Strandbad Seekirchen komplett behindertengerecht. Der ÖZIV- Flachgau (Österr. Zivil-Invalidenverband) setzte sich vehement dafür ein.


Mit dem Lift im Strandbad Seeham gelangt man auch in die Boote des Bootsverleihs
 
Poollift am Holzöstersse, selbständig bedienbar.
Fotos: Manfred Fischer


Vorfreude auf den Sommer geweckt?

Also dann: Sobald es das Wetter und die Wassertemperaturen zulassen, hinein ins kühle Nass. Und zwar ALLE, egal ob gehbehindert oder RollstuhlfahrerIn.

Die angeführten Seen der Oberinnviertler Seeplatte in Oberösterreich und des Salzburger Flachgaus laden dazu ein.

Weitere Informationen:
Seelentium – Wohlfühlregion Oberes Innviertel/Flachgau
seelentium.at

Barrierefreies Salzburger Land
Salzburger Land

Zur Person:
Manfred Fischer ist rollstuhlfahrender Journalist aus Ostermiething.
Über seine Behinderung sagt Manfred Fischer:
Vor etwa 20 Jahren (1991) begann sich mein Gangbild aufgrund einer neurologischen Erkrankung des Rückenmarks zu verschlechtern. Ich konnte meine Beine immer weniger kontrolliert bewegen. Seit Ende 2001 benütze ich zur Fortbewegung einen Rollstuhl. Der Rolli und ein adaptiertes Auto brachten mir in der Folge meine selbstständige Mobilität zurück. Es war nun wieder leichter mit der Familie oder Freunden unterwegs zu sein – egal ob im Urlaub, in Museen oder sonst wo.
19-08-2014 - Gänsehäufel: behindertengerechter Strand - Ulrike Prager

Unser Mitglied Ulrike Prager hat bereits in den Vorjahren den Behindertenstrand vom Wiener Gänsehäufel an der Alten Donau entdeckt.

Es gibt hier die Möglichkeit mit dem Rollstuhl auf einer Beton-Metallrampe direkt in die Alte Donau zum Schwimmen ins Wasser hinein zu fahren. Hierzu werden von der Gemeinde Wien Rollstühle zur Verfügung gestellt. An dieser Rampe gibt es auch ein Metallgeländer für Gehbehinderte, die sich hier anhalten können und so stufenlos ins Wasser hineinkommen.
Die Bademeister sind immer freundlich und bereit zu helfen. Es gibt zwei Behinderten-WC und zwei Behindertenduschen und sogar ein Liegebett in der Garderobe – für Leute die es beim An- und Ausziehen brauchen - um sich hier umkleiden zu können.
Es sind Liegebetten in normaler Höhe vorhanden und im Jahr 2012 wurden einige neue Liegen in Seniorenhöhe und sehr stabil – eigens nur für Rollstuhlfahrer erworben.
Hut ab und ein großes Dankeschön an alle die sich so einsetzen, damit auch Behinderte ein Naturgewässer im Raum Wien zum Schwimmen genießen können.

 

Seniorenliege im Gänsehäufel

 

Beton-Metallrampe an der AltenDonau

24-07-2012 - Universelle Barrierefreiheit im Hotel Mar y Sol - "Rollstuhlkurier"

Das Hotel Mar y Sol in Los Cristianos hat als erstes Hotel auf den Kanarischen Inseln die Zertifizierung des Spanischen Verbands für Standardisierung Aenor erhalten. Der Verband bescheinigt damit, dass alle Menschen, unabhängig vom Alter oder Behinderung, die gleichen Möglichkeiten haben, den gesamten Hotelkomplex barrierefrei erreichen und darüber hinaus auch vollständig alle angebotenen Dienstleistungen genießen zu können, und dies jeweils mit dem höchsten Maß an Selbstständigkeit und Sicherheit.

Die Überreichung des "Zertifikates zur universellen Barrierefreiheit" fand am 18. Jänner 2012 anlässlich eines Festaktes im Rahmen der spanischen Tourismusmesse Fitur in Madrid statt. Der erste Vizepräsident der Inselregierung von Teneriffa, Carlos Alonso, gemeinsam mit dem Generaldirektor des zertifizierenden Verbandes, Avelino Brito, sowie mit Manuel Romero, dem Commercial Director für Zertifizierung von Aenor, haben die Urkunde an den Eigentümer des Hotels Mar y Sol, Hans-Joachim Fischer, übergeben.

Der Bürgermeister von Arona, Jose Alberto Gonzales, und der Stadtrat für Tourismus und Gesundheit, Francisco Jose Nino, gratulierten Herrn Fischer persönlich. Für die Gemeinde Arona ist das Hotel Mar y Sol der Pionier für barrierefreien Urlaub.

Das Hotel Mar y Sol wurde 1990 unter der Leitung von Hans-Joachim Fischer eröffnet und war lange Zeit das erste und auch einzige völlig barrierefreie Hotel in Europa. In diesen vielen Jahren haben die Direktion und das Hotelteam durch konsequente Weiterentwicklung und Verbesserung der Standards das Hotel zum Maßstab für qualitativen Tourismus für Behinderte und deren Familien in Europa gemacht. Mar y Sol bietet wohl die besten Voraussetzungen, um erholsame und schöne Urlaubstage für behinderte und nicht behinderte Gäste zu garantieren.

Kontakt:

Hotel Mar y Sol, Avda. Amsterdam 8,

E-38650 Los Cristianos, Teneriffa, Tel. +34 922 750 540 E-Mail: info@marysol.org, Internet: www.marysol.org.

Buchungen und Reservierungen: Reiseagentur Mar y Sol, Roland Nürnberger, Tulpenweg 1, 72119 Ammerbuch, Tel. +49 07073 1516 E-Mail: reiseagentur@marysol.de

 

19-10-2013 - Barrierefreier Ausflug in den Bayerischen Wald - Barbara Wolf

Heute möchte ich von einem wunderschönen Ort berichten, nicht weit von Passau entfernt und somit auch nicht von der Grenze zu Österreich. In der Nähe von Neuschönau bzw. Freyung wurde ein Baumwipfelpfad gebaut. Inzwischen habe ich gehört, dass es so etwas auch an anderen Orten, z.B. in Kopfing, gibt. Bemerkenswert daran ist die völlige Barrierefreiheit. Wir waren zwei Rollstuhlfahrer und zwei kräftige Begleitpersonen.

Vom Parkplatz aus kann man mit einem Lift hoch bis zur Kasse fahren, und dort beginnt auch schon der hölzerne Pfad in Richtung Baumturm. Der "wächst" wie ein überdimensionales Ei inmitten des Waldes. Wie eine Spirale klettert der 1300 m lange Pfad mit jeder Umdrehung höher, bis auf 44 m Höhe. Mit jedem Meter ändert sich die Aussicht bis man schließlich über den Wipfeln einen phantastischen Blick über den gesamten Bayerischen Wald hat. Wir hatten einen sonnigen, klaren Tag erwischt und waren überwältigt von der Schönheit der Landschaft. Fußgänger können über eine Wendeltreppe noch ein Stück höher bis auf eine Aussichtsterrasse klettern. Dort wehte der kühle Wind allerdings stärker. Der Weg im Turm erlaubt auf allen Ebenen eine gute Sicht. Die Steigung ist moderat; sportliche Rollstuhlfahrer schaffen das vermutlich ohne Hilfe. Ich bin nur abwärts alleine gefahren, und das hat großen Spaß gemacht.

Aussichtsturm, Panorama

Fußgänger unterwegs

Direkt beim Baumwipfelpfad beginnt der Nationalpark Bayerische Wald, und auch hier können Rollstuhlfahrer sich ganz gut bewegen, z.B im Tier-Freigehege. Außerdem kann man sich im Informationszentrum ausgiebig schlau machen.

Nicht zuletzt ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Es gibt zwei Restaurants, die kulinarische Genüsse anbieten. Wir haben uns z.B. Kaffee und Kuchen gut schmecken lassen. Dass sowohl beim Restaurant, als auch bei der Kasse eine Rollstuhl-Toilette vorhanden ist, soll nicht unerwähnt bleiben.

Der Baumwipfelpfad selbst erfüllt die Kriterien der Barrierefreiheit und ist somit für Rollstuhlfahrer, sowie Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung jederzeit befahrbar bzw. begehbar. Vom Parkplatz am Tier-Freigelände führt ein Aufzug auf den Pfad, der Pfad selbst bietet bei einer maximalen Steigung von 6 Prozent immer wieder Ruhezonen ohne Steigung für Rollstuhlfahrer, an denen ausgerastet werden kann. Behindertengerechte Toiletten stehen sowohl am Parkplatz als auch am Hans-Eisenmann-Haus zur Verfügung.

Rollstühle und Rollatoren können nach telefonischer Voranmeldung kostenlos ausgeliehen werden.
Telefon: +49 8558 974074

Im Internet unter www.baumwipfelpfad.by findet man alles Wissenswerte, dazu Fotos und ein Video.