ESCIF - European Spinal Cord Injury Federation

 


Weitere Informationen zur ESCIF gibt es in englischer Sprache im Internet unter www.escif.org

12. Kongress - 10. bis 12. Mai 2017 - Piran/Pacug, Slowenien
11. Kongress - 11. bis 13. Mai 2016 - Wien, Österreich

ESCIF-Congress 2016 in Wien

“Successful Integration after SCI”
(Ing. Hannes Wiesinger mit Dr. Gabriele Kirchmair)

Der ESCIF-Kongress 2016 fand heuer zum 2. Mal nach 2009 in der Zeit vom 11. bis zum 13. Mai 2016 in Wien statt.

Thema des Kongresses war:
“Successful Integration after SCI” – Erfolgreiche Integration nach Rückenmarksverletzung

Vor rund 2 Jahren haben wir vom VQÖ dem Vorstand der ESCIF - European Spinal Cord Injury Federation (Europäischen Paraplegiker Vereinigung) angeboten, nochmals einen Jahreskongress in Wien zu organisieren. Nach einigem hin und her bei der Abstimmung der Termine hat uns dann der ESCIF-Vorstand ersucht den Kongress für das Jahr 2016 zu übernehmen.

Die Organisation des Kongresses begann bereits mit den ersten Vorgesprächen am Ende des Jahreskongresses 2015 in Brünn. Darauf folgte ein Meeting mit dem ESCIF-Vorstand im September Rehab-Zentrum in Nottwil in der Schweiz, welches wir im Rahmen der Kulturtage besuchten und der ESCIF-Vorstand zur gleichen Zeit eine Vorstandssitzung hatte. Bei diesem Meeting wurde das Grundgerüst für die Veranstaltung und das Konzept für das Kongressprogramm fixiert. Da der Wunschtermin für den Jahreskongress Wien mit dem Monat Mai in der Hochsaison lag, musste ich die Entscheidungen vorantreiben, um rechtzeitig die Vorreservierungen für die Hotelzimmer und den Veranstaltungsbereich durchführen zu können.

Als Location für den Kongress wurde, so wie 2009, das Hotel Kolping Wien-Zentral in der Gumpendorferstraße 39 ausgewählt. Mit der Annahme wieder 60 – 70 Kongress-teilnehmern bzw. Delegierten und davon 30 – 35 Rollstuhlfahrer unterzubringen, wurde noch im Herbst die entsprechende Anzahl der Zimmer vorreserviert.

Die Organisation und die Finanzierung des Kongresses durch den VQÖ umfasste die Suche der Sponsoren, Buchung der Location für den Kongress, die Unterbringung und Verpflegung für die Kongressteilnehmer bis hin zum Shuttle für die Gäste vom und zum Flughafen sowie die Gestaltung des Rahmenprogramms etc..

Nach nunmehr fast einem Jahr Vorbereitung konnte nun der Kongress und die damit verbundene Delegiertenversammlung der ESCIF am Mittwoch, den 11. Mai 2016 in Wien eröffnet werden.

68 Delegierte bzw. Kongressteilnehmer davon 32 Rollstuhlfahrer aus 17 europäischen Ländern (Albanien, Dänemark, Finnland, Kroatien, Litauen, Niederlande, Österreich, Portugal, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Spanien, Schweden, Schweiz, Tschechische Republik, Türkei und Zypern) sind nach Wien gekommen, um an diesem Kongress teilzunehmen. Die Delegierten sind großteils Vorstandsmitglieder in ihren nationalen Verbänden, die dann in weiterer Folge auch für die entsprechende Verbreitung der Erkenntnisse sorgen.

Die Vize-Präsidentin der ESCIF, Gunilla Ahren, der Obmann des VQÖ, Manfred Schweizer und den Bundesbehindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger eröffneten den Kongress. Leider konnten wir dieses Mal die ESCIF-Präsidentin, Jane Horsewell und ihren Mann Andy nicht in Wien willkommen heißen, da Jane gesundheitliche Probleme hat und sie sich deshalb noch in Dänemark im Krankenhaus bzw. auf Reha befindet.

         

Das Eröffnungsreferat hielt anschließend Dr. Erwin Buchinger. Er referierte über die Soziale Inklusion und Integration von Menschen mit Behinderungen in Österreich. Dabei gab er einen kurzen über die Entwicklung in Österreich, aber auch die Zusammenhänge in Europa und berichtete über die Ergebnisse der letzten zehn Jahre in der Anpassung, der Zugänglichkeit, der Ausbildung und dem Arbeitsmarkt.

Das am Abend folgende Get-together Dinner bot dann die erste Möglichkeit des Erfahrungsaustausches unter den Kongressteilnehmern.

Dazu eines der Pausengespräche von Dr. Gabriele Kirchmair mit Vertretern aus Albanien:

Nach dem ersten Vortrag von Dr. Erwin Buchinger am Mittwoch am Abend kam von Vertretern aus Albanien folgende Schilderung ihrer Situation zu Hause:

„Die Situation für Rollstuhlfahrer in Albanien ist sehr schlecht: wir haben keine öffentlichen Verkehrsmittel die für Rollstuhlfahrer benutzbar sind, öffentliche Einrichtungen sind nicht barrierefrei… und wir haben kein Geld.“

Ich dachte kurz nach und dann fiel mir ein, das Ganze ist mir nicht so unbekannt. In der Pause hab ich dann mit den Albaner gesprochen und ihnen erzählt, wie in Österreich die Situation vor 20-30-40 Jahren war:

Ich verunfallte 1979; obwohl es ein Schulunfall war konnte ich nach der Rehabilitation nicht in eine barrierefreie (gab es dieses Wort damals überhaupt schon?) Wohnung ziehen, sondern lebte noch 5 Jahre bei meinen Eltern im ersten Stock! OHNE Lift. Einen Lift hatte ich vom ersten Stock in mein Zimmer, das noch einen halben Stock höher war. Damals gab es einfach nur Treppenaufzüge, die auf einer geraden Stiege fahren konnten.

In Innsbruck gab es keine einzige Gehsteig Abschrägung; ich erinnere mich noch gut an die Protestaktion von Prof. Volker Schönwiese, der alle paar Minuten im Büro des damaligen Bürgermeisters R. Niescher anrief und fragte, wann endlich die Abschrägungen gemacht werden.

Ich hatte das Glück das Gymnasium in dem der Unfall passierte, weiterhin besuchen zu können. Natürlich war das nicht barrierefrei. Meine Mitschülerinnen haben mich herumgetragen. Als der Herr Direktor (seinen Namen möchte ich nicht nennen) von einem Lehrer gefragt wurde, ob man nicht einen Lift einbauen könnte, war die Antwort: „Damit noch mehr Krüppel an unsere Schule kommen?“.

Als ich einmal in der Altstadt stand und auf eine Freundin wartete, schenkte mir eine wildfremde Frau eine Tafel Schokolade. Ich hab sie nicht darum gebeten.

Rollstuhl- WCs gab es in der ganzen Universitätsklinik kein einziges und natürlich auch nicht an der Universität, geschweige denn in einem Lokal oder an sonst einem öffentlichen Ort. Und barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel gab es ebenso nicht. Wer erinnert sich nicht an den Bau der U- Bahn in Wien wo an fast allen Stationen KEINE Aufzüge eingebaut wurden? Erst nach vielen Protestaktionen mussten diese teuer nachgerüstet werden.

Als ich das Studium abgeschlossen hatte und an der Klinik fragte ob ich die Turnusausbildung machen könnte, bekam ich die Antwort vom damaligen Ärztlichen Direktor (diesen Namen möchte ich auch nicht nennen): ja, schon, aber zahlen tun wir ihnen nichts.

Dass wir jetzt in einem Wohlstand leben und viele Menschen ein anderes Bild von Behinderung haben, viele öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel barrierefrei sind haben wir nicht zuletzt uns selbst zu verdanken. Viele von uns sind oder waren trotz und mit der Behinderung berufstätig und können Dank der Barrierefreiheit am öffentlichen Leben teilnehmen.

In Albanien sind Menschen mit Behinderung in allen Belangen diskriminiert. Aber die Initiative muss von den Betroffenen selbst ausgehen. Die Teilnahme an diesem Kongress war schon ein guter Schritt.

 

Der Donnerstag, 12. Mai 2016, war am Vormittag ausgefüllt mit mehreren Referaten zum Kongressthema: Erfolgreiche Integration nach SCI (Spinal cord injury) – Bereich Lebensqualität

Anschließend stand das Thema „Die Rolle in der Familie nach SCI“ auf dem Programm.

Zwischen den Vorträgen lockerte Dr. Gabriele Kirchmair die Delegierten immer wieder mit Dehnungsübungen auf

         

Dazu Dr. Gabrieie Kirchmair über Vortrag von Erika Nilsson aus Schweden zum Thema Rolle in der Familie und Querschnittlähmung: SCI (Spinal cord injury) und Elternschaft

Frau Nilsson stellte uns die Hompepage: www.mammapappalam.se vor, die speziell für werdende Eltern mit Querschnittlähmung eingerichtet wurde. Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern und seit einem Reitunfall querschnittgelähmt. Als sie das erste Mal schwanger wurde, stellte sie bald fest, dass es wenige Betroffene gibt und auch die Ärzte meist nicht viel über eine Schwangerschaft im Rollstuhl wissen. Aus dem schwedischen Heritage Fond konnte das Geld für das Projekt zur Verfügung gestellt werden und mittlerweile sind zahlreiche Veranstaltungen (gemeinsame Aktivitäten) und Ideen (Hilfsmittel etc.) in Folge entstanden.

Die Seite ist auch in Englisch abrufbar und könnte, falls Interesse besteht, auch auf Deutsch übersetzt werden.

Das Projekt wurde von Betroffenen initiiert, die sich mit ihren Fragen rund um das Thema Eltern werden trotz und mit Behinderung beschäftigten. Es wird auf alle Fragen eingegangen: von der Empfängnis bis zur Geburt und dem Leben als Eltern. Zahlreiche Tipps, Informationen und Kontakte findet man auf den Seiten. Der Austausch mit Betroffenen ist ebenso möglich wie sich einfach Infos zu diesem Thema zu holen.
Frau Nilsson beantwortet auch persönlich Fragen zu diesem Thema, ihre Mail Adresse: Erika@spinalis.se

      

Am Nachmittag erfolgte eine Präsentation der Firma Coloplast, deren großzügige finanzielle Unterstützung die Durchführung des Kongresses erleichterte. Philipp Nieke referierte dann über Informationsmanagement als integrierten Teil des Managementprogramms nach SCI. Seinem Referat folgten Berichte zum Kongressthema Mobilitätshilfen und Hilfsgeräte.

      

Im Anschluss an diese interessanten Referate fand dann die Delegiertenversammlung 2016 statt. Neben dem Bericht der Präsidentin der vom der VizePäsidentin verlesen wurde, dem Rechnungsbericht durch den Kassier Jani Trdina, der Genehmigung der Budgets 2016 und 2017, wurde Zypern nach einer Vorstellung durch Dimitris Lambrianides, dem Präsidenten des zypriotischen Verbandes des Querschnittgelähmten als neues Mitglied bei der ESCIF aufgenommen.

     

Am Abend fand im Hotel auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Wien, Dr. Michael Häupl, das Congress-Dinner statt, bei dem die Stubenmusik Furth für die musikalische Untermalung sorgte.

Am Freitag folgten die Referate zum Thema Soziale und Freizeitaktivitäten. Zu Beginn referierte Dr. Christoph Etzlstorfer sehr anschaulich und spannend über die Fitness der Rollstuhlfahrer im täglichen Leben.

Dieser Referat nehmen wir zum Anlass, dass wir uns in der nächsten RA unter dem Motto „Bewegen, bewegen, bewegen, ... mit diesem Thema noch eingehend befassen werden.

         

Dem Referat von Dr. Etzlstorfer folgte ein Vortrag von Edi Scheibl und DI Harald Loidl über das tolle Integrationsprojekt „No limits“ in Ebensee. In diesem Projekt wird vorgelebt was alles möglich ist, trotz der unterschiedlichsten Behinderungen.

Weitere Inputs aus den Niederlanden und aus Slowenien rundeten die Vortragsreihe der Vormittagssitzung ab.

Zu den Vorträgen noch ein Hinweis: Alle Referate des Kongresses können auf der Website der ESCIF in Englisch nachgelesen werden; unter http://www.escif.org/ESCIF,,members_downloads,escif_congress,2016---vienna.htm

Mit dem Mittagessen endete dann offiziell der ESCIF-Congress 2016. Am Nachmittag gab es noch eine Sightseeingtour mit dem Bus nach Schloss Schönbrunn mit einer ausgezeichneten Führung durch die Räume des Schlosses.

Einen wesentlichen Teil des Kongresses bildet natürlich immer der Erfahrungsaustausch aller Kongressteilnehmer untereinander, dem auch heuer wieder entsprechend viel Zeit eingeräumt wurde. 

Schon während des Kongresses, aber zwischenzeitlich auch nachher, bekamen wir von den Kongressteilnehmern Feedback zum Kongress. Dabei waren alle einhellig der Meinung, dass der Kongress ein voller Erfolg war und während des gesamten Verlaufs eine besonders gute Stimmung herrschte.

Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Kongresses haben natürlich all unsere Sponsoren, allen voran die Firma Coloplast, mit ihrer finanziellen Unterstützung beigetragen. So haben wir zur Information der Kongressteilnehmer im Foyer auch einen Info-Corner eingerichtet in dem sich die Sponsoren mit Roll-Ups und Prospekten präsentieren konnten. Weiters wurde allen Kongressteilnehmern eine eigens gestaltete Kongresstasche mit Informations- und Prospektmaterial übergeben.

Mich hat natürlich das Lob über die gute Organisation, die doch mit einem großen Einsatz verbunden war, sehr gefreut und ich denke es war eine gute Gelegenheit unseren VQÖ, aber auch Wien und darüber hinaus Österreich vor einem internationalen Publikum entsprechend zu präsentieren. Mein herzlicher Dank gilt in diesem Zusammenhang allen Mitgliedern des Verbandes die mich durch ihre Mitarbeit unterstützt haben und meiner Tochter Barbara, die sich extra 1 Woche Urlaub genommen hat um das Kongressbüro zu leiten.

Aber auch der Leitung des Kolpinghotel mit der Geschäftsführerin, Frau Claudia Edelmayer-Murri mit ihrer gesamten Mannschaft sowie der Mannschaft der Cateringfirma gilt mein ausdrücklicher Dank, denn auch sie haben zur reibungslosen Abwicklung des Kongresses wesentlich beigetragen haben.

Und zum Schluss noch ein kleiner Ausblick, denn nach dem Kongress ist auch immer vor dem Kongress: Der ESCIF-Congress 2017 wird von Slowenien in der Zeit vom 26. bis 28. April 2017 organisiert.

10. Kongress - 20. bis 22. Mai 2015 - Brünn, Tschechische Republik

ESCIF – Jahreskongress 2015 in Brünn, Tschechische Republik

 – Employment of people after spinal cord injury

(Dr. Gabriele Kirchmair und Ing. Hannes Wiesinger)

 

Der ESCIF-Jahreskongress 2015 und die damit verbundene Delegiertenversammlung fanden heuer vom 20. bis 22. Mai erstmals in Brünn in der Tschechischen Republik statt.

Thema des Kongresses war: Berufliche Integration nach Rückenmarksverletzung

Zur Organisation muss man sagen: Die Tschechen haben sehr gute Arbeit geleistet und alles perfekt organisiert. So wurde bereits im Vorfeld eine Umfrage unter den Teilnehmern gestartet mit dem Titel: Deine Erfahrung mit Rückkehr zur Arbeit nach der Querschnittlähmung. Die Umfrage wurde ausgewertet und alle Antworten in einer Broschüre zusammengefasst. Dazu wäre grundsätzlich zu sagen: Je weiter im Norden die Befragten leben und je besser ihre Ausbildung bereits vor dem Unfall oder der Erkrankung war, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit wieder in den alten Beruf zurückkehren zu können oder einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Einen großen Anteil macht natürlich auch das Engagement des Einzelnen aus!

Auch die Unterkunft für so viele Teilnehmer: 72 und davon 33 Rollstuhlfahrer aus 16 Mitgliedsländern, zu finden, ist jedes Mal eine große Herausforderung. In Brno wohnten wir in einem Wellnesshotel am Rande der Stadt. Dieses Hotel ist neu, auf die „grüne Wiese“ gebaut worden und trotzdem nur bedingt barrierefrei gestaltet. Natürlich ist ein Aufzug vorhanden und man kommt ohne Stufen ins Zimmer; aber im Zimmer selbst mussten in den Bädern die Glaswände der Duschen entfernt, durch einen Duschvorhang ersetzt und dann noch ein Gartenstuhl eingestellt werden, um das Duschen auch für Rollstuhlfahrer zu ermöglichen. Wäre das Bad nur etwas größer und die Badezimmertüre nach außen aufgehend, dann wären diese Umbaumaßnahmen gar nicht erforderlich gewesen. Auch das Rollstuhl WC vor den Seminarräumen ist so winzig, dass man nur mit einem Rollstuhl (Sitzbreite 34 cm) knapp Platz hatte.

 

Der Kongress startete am Mittwoch Nachmittag mit den Begrüßungsansprachen der ESCIF-Präsidentin Jane Horsewell und dem Präsidenten des Tschechischen ParaCENTRUM Fenix, Vojtech Vasicek sowie den Ehrengästen. Das Einführungsreferat hielt der Präsident des Slovakischen Paralympic Commitees Jan Riapos.

Das Get-together Dinner am Abend bot dann die erste Möglichkeit des Erfahrungsaustausches unter den Kongressteilnehmern.

 

Donnerstag, 21. Mai - Kongresstag

Der Donnerstag war ausgefüllt mit mehreren Referaten zum Kongressthema:

Berufliche Integration nach SCI (Spinal cord injury)

 

 

So berichtete z.B Dan Burden aus England von seiner eigenen Firma die Menschen mit Behinderung wieder in die Arbeitswelt integriert. Mittlerweile hat er 50 Angestellte, 7 davon sind nur damit beschäftigt Geld (fundraising) für das Unternehmen über größtenteils Spenden zu sammeln. In England, wie auch in vielen anderen Ländern, ist das Sozialsystem bei weitem nicht so ausgebaut wie in Österreich und die nationalen Behindertenverbände müssen sich selber um ihre Finanzierung kümmern. Dan konnte anhand mehrere Beispiele zeigen, wie eine berufliche Wiedereingliederung funktionieren kann. Trotzdem ist die Arbeitslosenquote vor allem bei Menschen mit Behinderung deutlich höher als bei Nichtbehinderten.

In Spanien ist es, vor allem auch wegen der finanziellen Krise des Landes selbst, sehr schwierig als Rollstuhlfahrer einen Job zu bekommen. Darüber referierten Elisabeth Heilmeyer und Esther Perris Valle aus Madrid. Die Arbeitslosenrate liegt über 33 % im Vergleich zu 23,7 % bei Nichtbehinderten. Spanien hat auch ein kompliziertes Pensionssystem. Und wenn sich jemand nach einem Unfall für eine Pension entschieden hat, erhält er auch weitere Vergünstigungen wie gratis medizinische Versorgung. Falls er oder sie doch wieder arbeiten möchten, fallen diese Vergünstigungen aber weg, sodass die meisten sich gar nicht um Arbeit bemühen.

Prof. Marcel Post aus den Niederlanden präsentierte eine Studie über Arbeit und Behinderung die zu folgenden Ergebnissen kam: Rollstuhlfahrer mit Beschäftigung profitieren in vielerlei Hinsicht: sie sind gesünder, besser integriert, haben mehr Selbstbewusstsein… Probleme gibt es vor allem dadurch, dass eine Vollzeitbeschäftigung meistens zu körperlichen Überlastungen führt und daher eine Teilzeitbeschäftigung empfohlen wird.

Dazu ein Hinweis: Alle Referate des Kongresses können auf der Website der ESCIF nachgelesen werden; auf www.escif.org

Der Arbeitstag endete mit einer Podiumsdiskussion mit allen Referenten

VQÖ mit Delegierten aus Finnland, Spanien, Slowenien, Schweiz VQÖ mit Delegierten

Ein wesentlicher Bestandteil der Kongresse sind natürlich die Einzelgespräche mit den Kongressteilnehmern. In den Bildern oben sitzen wir links mit den Delegierten aus Finnland, der Schweiz und Slowenien und rechts aus Finnland und Spanien zusammen.

 

Kongress - Dinner

Am Abend wurden im Rahmen des Delegates’ Dinner von einem Winzer heimische Weine im Rahmen einer kommentierten Weinkost vorgestellt. Für die musikalische Begleitung sorgte eine Volksmusikgruppe aus Brünn.

Dinner Dinner

 

Freitag, 24. Mai - Delegiertenversammlung

Am Freitag fand dann die Delegiertenversammlung 2015 statt. Neben dem Bericht der Präsidentin, dem Rechnungsbericht, der Genehmigung der Budgets 2015 und 2016 sowie der Wahl des neuen Vorstandsmitgliedes Tomas Moravik aus der Tschechischen Republik da Winnifred de Moes ausgeschieden ist, wurde Serbien nach einer Vorstellung durch Bojana Gladovic als neues Mitglied bei der ESCIF aufgenommen.

Vorsitz bei der Delegiertenversammlung Delegiertenversammlung

Anschließend folgten Zwischenberichte von den 4 Arbeitsgruppen zum derzeit laufenden ESCIF-Projekt „Successful integration of people loiving with SCI“

 

 

 

Kongressabschluss und Ausblick

Am Nachmittag wurde noch von den Gastgebern eine Schiffsrundfahrt auf dem nahe gelegenen Stausee organisiert, die dann auch noch einmal die Gelegenheit bot sich mit den Kolleginnen und Kollegen über den Kongress auszutauschen.

Schiffsausflug Schiffsausflug

Schiffsausflug

 

 

Zum Abschluss:

Und zum Schluss noch ein kleiner Ausblick, denn nach dem Kongress ist vor dem Kongress: Der ESCIF-Congress 2016 wird vom VQÖ in Wien organisiert und er wird wieder, so wie im Jahr 2009 im Kolping-Hotel in der Gumpendorferstraße stattfinden. der Termin ist bereits fixiert und zwar vom 11. bis 13. Mai 2016.

9. Kongress - 27. bis 29. August 2014 - De Rijp, Niederlande

ESCIF – Jahreskongress 2014 in De Rijp, Niederlande - Health Aging: what can be done?

Der ESCIF-Jahreskongress 2014 und die damit verbundene Delegiertenversammlung fanden vom Mittwoch 27. bis Freitag, 29. August in De Rijp / Niederlande statt. Organisiert wurde der Kongress zum 2. Mal vom Niederländischen Verband der Querschnittgelähmten - Dwarslaesie Organisatie Nederland, der auch wieder die Location das Hotel De Rijper Eilanden, ca. 30 km nördlich von Amsterdam ausgesucht hat.

Thema des Kongresses
"Gesundes Altern – Was kann getan werden"

Der Termin des Kongresses war in diesem Jahr auf Ende August verlegt worden, da vom 2. bis 4. September 2014 das 53. ISCoS Annual Scientific Meeting in Maastricht stattfand und man den Teilnehmer damit die Gelegenheit bieten wollte, im Anschluss an den ESCIF-Kongress noch am ISCoS-Meeting teilzunehmen.

Zum Kongress sind heuer 68 Teilnehmer aus 16 Mitgliedsländern Europas waren gekommen. Darüber hinaus kamen dieses Mal 3 Teilnehmer aus Australien, 1 Teilnehmer aus Israel sowie 7 aus Curacao, welche alle im Anschluss nach Maastricht zum ISCoS-Meeting reisten.

Zur Eröffnung des Kongresses am Mittwoch Nachmittag begrüßte Jane Horsewell, Präsidentin der ESCIF gemeinsam mit Joes Dekkers Präsident der Niederländischen Paraplegikervereinigung die Teilnehmer. Anschließend folgten kurze Referate von Dirk van Kuppevelt dem Organisator des ISCoS-Meeting und Frans Penninx über das Global SCI Consumer Netzwerktreffen 2014 sowie ein Bericht von Corinne Jeanmaire über die Arbeit der ESCIF Forschungsgruppe. Beim traditionellen "Get-together-Dinner" am Abend bot sich die Möglichkeit für die Kongressteilnehmer, sich kennen zu lernen und in Einzelgesprächen Erfahrungen auszutauschen.

Delegiertenversammlung 2014

Am Donnerstag am Vormittag fand die Delegiertenversammlung statt. Auf der Tagesordnung standen

  • die Genehmigung des Berichtes der Delegiertenversammlung 2014
  • der Bericht der Präsidentin
  • der Rechnungsbericht
  • das Budget 2104 und 2015
  • die Wahl der Vorstandsmitglieder
    - Jane Horsewell wurde als Präsidentin wiedergewählt
    - Gunilla Ahren, Finnland, wurde in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied bestätigt
    - Nuutti Hiltunen, Finnland, wurde als Vorstandsmitglied neu gewählt, da Pietro Barbieri, Italien, ausgeschieden ist
  • Bericht über die zukünftigen Aktivitäten und Projekte der ESCIF.



Berichte aus den Mitgliedsländern

Im Anschluss erfolgten Kurzpräsentationen von neuen Projekten in den Mitgliedsländern Niederlande, Spanien, England und Kroatien.

Am Donnerstag Nachmittag sprachen

  • Prof. Erik Buskens, Groningen, Niederlande zum Thema
    "Gesundes Altern im Allgemeinen: Lehren und Trends"
  • Dani Globokar, Slowenien "Altern mit Querschnittlähmung: Körperliche Probleme
    - jüngere Menschen mit 15-20 Jahren Querschnitt-Erfahrung und
    - ältere Menschen (über 65 Jahre) mit Querschnitt"
  • Prof. Marcel Post, Utrecht, Niederlande "Altern mit Querschnittlähmung: Lebensqualität
    - jüngere Menschen mit 15-20 Jahren Querschnitt-Erfahrung und
    - ältere Menschen (über 65 Jahre) mit Querschnitt"

Über persönliche Erfahrungen des Alterns mit Querschnitt sprachen

  • Dick te Winkel, Niederlande
  • Mirjam Kanelec, Slowenien
  • Lia Vasickova, Tschechische Republik

Weitere Referate am Donnerstag:

  • Jane Horsewell, Dänemark
    ESCIF Erklärung auf lebenslange Betreuung und Überwachung
  • Per M. van Groote, Schweiz
    WHO-Report Internationale Perspektiven auf Leben und gesundes Altern mit Querschnittlähmung: von der Theorie zur Praxis

Am Freitag folgten dann die Referate

  • "Querschnittlähmung, gesundes Alter und Selbstmanagement"
    Claes Huitling, Schweden
  • "Querschnitt, sich fit halten, Ernährung und Gewichtskontrolle"
    Prof. Thomas Janssen, Niederlande
  • Altern mit Querschnitt Umfrage und Organisationspolitik"
    Daniel Burden, England

zum Abschluss erfolgte eine Diskussion im Plenum zum Thema:

  • Wie können Sie mit Ihrem Verband das gesunde Altern von Menschen mit Querschnittlähmung fördern.

Kongress-Abschluss

Als Quintessenz aus allen den Referaten ist festzustellen, dass die Voraussetzungen für ein gesundes Altern u.a. auf bewusster Ernährung, Gewichtskontrolle, sportliche aber auch soziale Aktivitäten und vor allem auch die Prävention sind.

Der Kongress 2013 war jedenfalls wieder ein voller Erfolg mit interessanten Vorträgen von hochkarätigen Referenten und auch genug Möglichkeit, sich mit den anderen Kongressteilnehmern und den Referenten zu unterhalten und sich auszutauschen.

Zum Abschluss des Kongresses wurde dann noch die Möglichkeit geboten, den Ort Volendam zu besichtigen und den Abend in einem Fischrestaurant ausklingen zulassen.

8. Kongress - 5. bis 7. Juni 2013 - Nottwil, Schweiz

ESCIF – Jahreskongress 2013 in Nottwil, Schweiz - Living with SCI: Communication, information and learning

Der ESCIF-Jahreskongress 2013 und die damit verbundene Delegiertenversammlung fand vom 5. bis zum 7. Juni 2013 in Nottwil in der Schweiz statt. 
Organisiert wurde der Kongress von der SPV - Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, die auch die Location ausgesucht hat.



Thema des Kongresses:
"Leben mit Querschnittlähmung – Kommunikation, Information und Lernen" 
55 Teilnehmer aus 15 Ländern Europas waren gekommen um an der interessanten Veranstaltung teilzunehmen.



Zu Beginn des Kongresses am Mittwoch Nachmittag wurden wir durch Jane Horsewell, Präsidentin der ESCIF, Daniel Joggi, Präsident der SPS - Schweizer Paraplegiker- Stiftung und Christian Betl, Präsident der SPV - Schweizer Paraplegiker-Vereinigung willkommen geheißen. Eine Präsentation der SPS - Schweizer Paraplegiker-Stiftung durch Daniel Joggi vermittelte uns einen Einblick in die Organisation unserer Gastgeber. Anschließend erfolgte eine Führung durch das Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Dabei wurde uns ein Überblick über dieses Reha-Zentrum mit seinen Einrichtungen gegeben. Es ist wirklich beeindruckend, welche Möglichkeiten den Patienten hier geboten werden. Noch faszinierender wird der Eindruck, wenn man sich vorstellt, dass dieses Zentrum bereits über 20 Jahre besteht und noch immer als Vorbild für derartige Einrichtungen gilt. – Mit welchem Weitblick wurde damals bereits geplant! – In einem Gespräch mit Daniel Joggi hat mir dieser erklärt, dass man noch immer, bis auf geringe Korrekturen, mit dem Gesamtkonzept des Hauses zufrieden ist, allerdings sei in den nächsten Jahren eine notwendige, größere Erweiterung geplant, für die es voraussichtlich im nächsten Jahr ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird. 

Beim "Get-together-Dinner" am Abend war dann die erste Möglichkeit für die Kongressteilnehmer, sich, soweit sie sich nicht ohnehin von früheren Kongressen kannten, kennen zu lernen und im amikalen Gespräch Erfahrungen auszutauschen. 

In der ersten Sitzung des Kongresses am Donnerstag wurde von Professor Dr. Fin Biering-Sørensen aus Dänemark, die Website http://www.elearnsci.org präsentiert. Es handelt sich dabei um eine sehr umfangreiche und fachspezifische Webseite entwickelt von der International Spinal Cord Society (ISCOS) an der ESCIF Präsidentin Jane Horsewell, als ein Mitglied des Editorial Board am Projekt beteiligt war. 

Die nächsten Vorträge waren Projekten aus Schweizer Paraplegiker-Forschung gewidmet: 

  • Von Frau Prof. Dr. Sara Rubinelli wurde über die Entwicklung einer interaktiven Website für Menschen mit Rückenmarksverletzungen "Paraforum" berichtet. Im anschließenden Workshop wurden die unterschiedlichen Möglichkeiten einer derartigen Webseite diskutiert. Die Mitglieder von ESCIF werden jedenfalls über die weitere Entwicklung dieses Projektes informiert werden.
  • Dr. Martin Brinkhof berichtete dann über die ersten Ergebnisse der Schweizer Studie für Personen mit Rückenmarksverletzungen – Swiss Spinal Cord Injury Study – SwiSCI https://www.swisci.ch in der die Verbesserung der Lebenssituation untersucht wird.

Zwei Vertreter von Sponsoren der ESCIF hielten die folgenden Referate:

  • Kevin Schultes, ein Mitglied des Kuratoriums der Manfred Sauer Stiftung, führte eine Online-Informationsdienst http://www. der-querschnitt.de, die von der Stiftung ins Leben gerufen worden war, vor. Seit dem 3. Juni 2013 bietet das Online-Portal unter dem Motto "Informationen aus einer Hand" Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen ein Kompendium an Wissenswertem, Hintergründen und Aktuellem zum Thema "Leben mit Querschnittlähmung".
  • Soren Bremer, von der Global Marketing Abteilung von Coloplast, stellte zwei Initiativen vor: Die Website http://www.innovationbyyou. com - ist eine Website, auf der die Verbraucher Fragen stellen können aber auch Ideen zur Entwicklung von medizinischen Produkten für das Blasen- und Darm-Management einbringen können. Die Website http://www.wheelmate.com/ de/ wurde von Coloplast entwickelt und soll von den Rollstuhlfahrern selbst betrieben werden in dem sie Behindertenparkplätze und behindertengerechte Toiletten eingeben, bewerten bzw. kommentieren. Dies ist sowohl auf der Homepage als auch in der App. möglich. Je mehr sich also daran beteiligen, desto dichter wird mit der Zeit das Informationsnetz.

Das letzte Referat des Tages war eine sehr interessante Präsentation von Prof. Dr. Martin Schwab aus Zürich zum Thema Nervenfaserwachstum und Regeneration im verletzten Rückenmark. Seine Forschungen haben gezeigt, dass es möglich ist, Nervenfaserwachstum durch die Blockade bestimmter Proteine, die das Wachstum hemmen verbessern. Die konnte er an Hand von erfolgreichen Experimenten mit Ratten und Primaten dokumentieren. Bis zur Anwendung in der Humanmedizin wird jedoch, wenn überhaupt, noch eine geraume Zeit vergehen. 

Delegiertenversammlung 2013
Am Freitag erfolgte dann in der Versammlung, außer den notwendigen Formalakten wie Genehmigung des letztjährigen Berichtes, Rechnungsbericht etc., die Aufnahme von drei neuen Mitgliedern. 

  • Aus Dänemark Niels Balle, er stellt die Organisation PTU (eine Organisation gegründet in erster Linie für Polio und Verkehrsunfall Überlebenden) in seiner Rolle als Vorsitzender des Ausschusses SCI vor. Er unterstrich die enge Zusammenarbeit zwischen seiner Organisation und der bestehenden ESCIF Mitglied aus Dänemark, RYK.
  • Aus der Tschechischen Republik, David Ruzicka, sagte die Versammlung über die Aktivitäten der Czepa - eine Organisation für Menschen mit Rückenmarksverletzungen in der Hauptstadt des Landes Prag.
  • Schließlich ist aus Spanien, Esther Peris (sie hat bisher die spanische Mitgliedsorganisation ASPAYM bei ESCIF Sitzungen vertreten) und Natacha Leon, sie gaben einen interessanten Einblick in die Aktivitäten der Fundación Lesionado Medular.

Die neuen Mitglieder wurden von den Delegierten herzlich begrüßt. 

Berichte aus den Mitgliedsländern
Mirjam Kanelec von der slowenischen Organisation präsentierte die Ergebnisse einer Studie, was es heißt, mit einer Verletzung des Rückenmarks in Slowenien leben. Die vielleicht überraschenden Aspekte dieser Studie waren, erstens, dass sie 98% der SCI Bevölkerung in ihrem Land zu erreichen konnten und zweitens, dass der Fragebogen nicht anonym war! Dies bedeutet, dass die Organisation nun hat sehr spezifische, persönliche Informationen und damit die Möglichkeit, die einzelnen Mitglieder mit den Problemen konfrontieren sie in ihrem Alltag zu unterstützen. Die Organisation hat bereits Maßnahmen auf der Grundlage der Ergebnisse der Umfrage getroffen, wie zum Beispiel, dass ein Architekt besucht Häuser, in denen Menschen Probleme mit barrierefreiem Zugang haben. 

Lia Vaší?ková von Paracentrum Fenix in der Tschechischen Republik berichtet über ein Informations-Projekt, das die Organisation im vergangenen Jahr gestartet hat. Das Projekt soll die älteren Schüler darüber informieren, dass Verkehrsunfälle die Hauptursache von traumatischen SCI im Land darstellen und vor möglichen Gefahren im heutigen Straßenverkehr warnen. 

Von Frans Penninx erfuhren die Teilnehmer, dass ein Projekt in den Niederlanden, über die Beschreibung der Wege einer optimale Versorgung für Menschen mit SCI aus dem Unfall / Beginn, durch Behandlung und Rehabilitation bis zur lebenslangen Betreuung und Follow-up kürzlich abgeschlossen wurde. Als Mitglied der Arbeitsgruppe ESCIF lebenslange Betreuung, wies Frans hin, dass dazu ein Bericht der Gruppe im Herbst dieses Jahres veröffentlicht werden soll. 

Schließlich zeigten Annuka Koskela und Anni Täckman aus Finnland uns eine Zeitschrift präsentiert, in der eine Reihe von verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Elternschaft mit SCI behandelt werden. Auf Grund einer sehr positiven Resonanz in Finnland wurde beschlossen, die wunderschön produzierte Publikation ins Englische zu übersetzen zu lassen. 

Kongress-Abschluss
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Kongress 2013 ein voller Erfolg war, bei neben den hochkarätigen Vorträgen genug Zeit war für Gespräche und Erfahrungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen wie auch mit den Referenten. Er war nicht nur ein Treffen von SCI-Kollegen sondern ein Treffen von guten alten und neuen Freunden. 

Krönender Abschluss war sicherlich die optional angebotene Fahrt mit Abendessen auf einem historischen Raddampfer (Baujahr 1907) am Freitag Abend auf dem Vierwaldstätter See von Luzern aus, an der fast alle Kongressteilnehmer noch mitgemacht haben.

  

In diesem Zusammenhang auch nochmals einen herzlicher Dank an Urs Styger – Sekretär von ESCIF – und an Gaby Bucher, seine Mitarbeiterin bei der SPV, die für die Betreuung der Kongressteilnehmer verantwortlich waren und auch das tolle Rahmenprogramm zusammengestellt haben.

7. Kongress - 23. bis 25. Mai 2012 - Lucignano, Italien

ESCIF – Jahreskongress 2012 in Lucignano, Italien - Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf uns Behinderte

Thema des Kongresses:
Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf uns Behinderte.

ESCIF ist eine Vereinigung von "Querschnittsverbänden", mittlerweile nicht mehr nur noch auf Europa beschränkt - die Türkei und Indien waren diesmal auch vertreten. Ziel des Zusammenschlusses aller Verbände in einen übergeordneten Verband und das jährliche Treffen aller Teilnehmerländer ist vor allem der Austausch von Informationen, gemeinsames Auftreten gegenüber den Politikern um so Ziele wie Barrierefreiheit, medizinische Versorgung u.v.m. zu verbessern bzw. in manchen Teilnehmerländern erst zu etablieren.

Veranstaltungsort war diesmal Lucignano, ein kleiner Ort in der Toskana. Untergebracht waren wir im Hotel I Girasoli. Das Hotel liegt sehr schön, ruhig, nur mit Auto zu empfehlen. Die ganze Hotelanlage ist rollstuhltauglich (auch Lift in den Pool vorhanden), wobei aber gesagt werden muss, dass beim Bau anscheinend nicht soviel Wert auf Qualität gelegt wurde. Z. Bsp.: Beim Duschen wird in einigen Zimmern nicht nur das Bad überschwemmt, sondern gleich das Zimmer mitgereinigt. Und die Bungalows sind für RollifahrerInnen nur eingeschränkt tauglich.

Die TeilnehmerInnen aus Kroatien konnten diesmal - aus Kostengründen - gar nicht kommen, ihrem Verband wurden gleich 40% des Budgets gekürzt - aus Sparmaßnahmen. Interessant z.B. der Beitrag aus Spanien, aus einem Land, das mittlerweile auch um finanzielle Unterstützung bei der EU angesucht hat, also praktisch vor dem Bankrott steht: in Spanien zahlen Behinderte KEINE Steuern und selbst der Partner eines Rollstuhlfahrers zahlt dort wesentlich weniger Steuern als ein "Normalbürger". Dr. Abel, Rehaklinik Bayreuth aus Deutschland machte in seinem Vortrag den Vorschlag bei der Anschaffung eines Rollstuhls doch sparsamer umzugehen und verglich es mit dem Kauf eines Anzuges. "Es muss ja nicht immer der teuerste sein". Nein, muss es wirklich nicht, aber für jeden einzelnen der beste. Dr. Abel ist kein Rollstuhlfahrer und ich denke, dass der Vergleich etwas sehr hinkt, denn, wenn der Anzug nicht so optimal passt, weil er eben von der Stange gekauft wurde, dann werde ich ihn sicher nicht täglich tragen und zu meinem bevorzugten Kleidungsstück erküren. Auf einen Rollstuhl hingegen bin ich 24 Stunden angewiesen, da sollte man keine Kompromisse eingehen. Natürlich, wenn ich eine besondere Farbe oder Optik will - z.B. mit Swarovskisteinchen versehen, dann muss ich das aus eigener Tasche bezahlen. Aber an der Qualität sollte nicht gerüttelt werden und eine "Einheitsversorgung" ist zwar aus Sicht des Kostenträgers günstiger, würde aber die Lebensqualität eines jeden einzelnen Rollifahrers massiv einschränken. Es macht einen großen Unterschied, wie leicht ein Rollstuhl ist, wie leicht oder schwer er sich fahren lässt, wie bequem ich darin sitze und so weiter und so weiter. Und dies hat natürlich maßgebliche Auswirkungen auf den Gesundheitszustand jedes einzelnen.

Spannend waren vor allem die Diskussionen "abseits" der Vorträge, die Erfahrungen Betroffener in den einzelnen Ländern. In Lettland wird zurzeit daran gearbeitet, ein einheitliches Vorgehen zum Erlangen eines Führerscheines bei der Regierung durchzusetzen. In der Ukraine müssen die Zustände für Behinderte katastrophal sein: entweder man hat persönlich Geld oder man ist auf den Staat angewiesen und dieser hat nur einen "einfachen" Heimplatz für Menschen mit Behinderung. Generell ist die Versorgung in den Oststaaten natürlich viel schlechter als bei uns. Man sah das allein schon bei der Rollstuhlversorgung z.B. hat der Teilnehmer aus Indien einen ursprünglich Orthopädie-Rollstuhl mit Otto-Bock Sitzbespannung, die Bremsen waren irgendwie selbst gebastelt und die Bereifung stammte noch aus den Vorkriegsjahren…. Er musste auch immer geschoben werden, ich kann mir nicht vorstellen, mit so einem Gefährt alleine fahren zu können. 

Sehr interessant fand ich den Vortrag von Herrn Adolf Ratzka über selbstbestimmtes Leben. Er arbeitet im Independant Living Institute und hat als Rollstuhlfahrer nach Polioerkrankung einiges erlebt. Er stammt aus Deutschland und war als Erwachsener 5 Jahre lang in einem Heim untergebracht. Für ihn war es der Horror schlecht hin. Er musste essen, wenn Essenszeit war, ins Bett gehen bzw. gebracht werden, wenn die Pflege es wollte usw. Er hat es geschafft, sich selbständig zu machen, sich seine Pflege selbst zu organisieren und privat zu wohnen. Und arbeitet für eine Selbstbestimmt-Leben Organisation.

Der Hauptsponsor der Veranstaltung, die Firma Guidosimplex, präsentierte sich auch in einem interessanten Vortrag. Ich habe gar nicht gewusst, dass diese Firma weltweit tätig ist und ihr Wissen auch in öffentlichen Verkehrsmitteln umgesetzt wird. (Z.B. absenkbare öffentliche Verkehrsmittel).

Neue Projekte wurden vorgestellt, z.B. paramap.ch aus der Schweiz: Eine Webanwendung für Rollifahrer, mit Kennzeichnung der Behindertenparkplätze, Behindertentoiletten etc. Ähnliches gibt es bereits in Deutschland unter wheelmap.de.

Schweden arbeitet an einem Gesundheitsdokument in Scheckkartengröße, das alle Angaben zur Behinderung enthält.


Insgesamt war es ein sehr interessanter Kongress für alle Delegierten. Ich reiste um einige Erfahrungen reicher und auch mit Dankbarkeit nach Hause, in Österreich leben zu dürfen und in der Behindertenarbeit schon um einiges weiter zu sein als Rollifahrer in manchen anderen Ländern. ABER das heißt nicht, dass bei uns nichts zu tun ist. Zum Abschluss ein Gespräch mit einem Mitarbeiter des SOS-Kinderdorf Österreich, den ich auf einer Flugreise nach Frankfurt kennen lernte: Ich saß auf dem Fensterplatz, nicht wissend, dass es sein Platz war. Er machte mich höflich aber bestimmt aufmerksam, dass ich auf seinem Platz sitze. Tut mir leid, ich setze mich um. Einen Moment bitte. Er war etwas irritiert, weil ich nicht aufstand, ich entschuldigte mich und erklärte ihm, dass ich Rollstuhlfahrerin sei. Aha. Er reise viel, habe sich noch gar nie Gedanken darüber gemacht wie das ginge - hätte aber unlängst folgende Erfahrung gemacht: In einem Land in Afrika wurde von SOS-Kinderdorf eine Schule gebaut. Nicht barrierefrei. Die Norweger hätten sich dann darüber sehr aufgeregt, was er aber ganz und gar nicht verstehe. Weil dort in dem Land ist ja praktisch nichts barrierefrei, man sieht auch keine Behinderten - also wo ist das Problem?

Das Problem ist leider noch in vielen Köpfen vorhanden und Barrierefreiheit ist leider noch für viele ein Fremdwort - aber wir arbeiten ja daran, das zu ändern und ESCIF hilft uns auch dabei.

6. Kongress - 18. bis 20. Mai 2011 - De Rijp, Niederlande

ESCIF – Jahreskongress 2011 in De Rijp, Niederlande - Bewährte Reha bei Querschnittlähmung

Im Jahr 2011 fanden der ESCIF-Jahreskongress und die damit verbundene Delegiertenversammlung vom 18. bis zum 20 Mai in De Rijp in den Niederlanden statt.



Thema des Kongresses:
"(Bewährte) Qualität der Reha von Querschnittlähmung"


Organisiert wurde der Kongress vom Niederländischen Verband der Querschnittgelähmten - Dwarslaesie Organisatie Nederland, der auch die Location das Hotel De Rijper Eilanden ca. 30 km nördlich von Amsterdam ausgesucht hat.

Rund 90 TeilnehmerInnen aus 22 Ländern Europas waren gekommen um die Vorträge zu hören, wobei jeder der insgesamt 11 ReferentInnen - aus Dänemark, England, Italien, Litauen, Niederlande, Schweden Schweiz und USA - sich dem Thema aus der jeweiligen Perspektive - als Konsument, als Anbieter im Gesundheitswesen, als Betroffener etc. näherte. Interessant war dabei zweifellos der breit gefächerte Überblick. 

  


Erfahrungsaustausch:

Neben den einzelnen Referaten war natürlich wieder der Erfahrungsaustausch mit Berichten aus Tschechien, der Türkei, Frankreich und der Ukraine sehr informativ.

So berichtete Olena Pysarska aus der Ukraine über die Herausforderungen, mit denen die Menschen mit SCI in diesem Land konfrontiert sind und suchte Rat und Hilfe von anderen Mitgliedern, wie es dem Verein besser möglich ist, diese Situation zu bewältigen.

Ramazan Bas, der Präsident des SCI-Vereins in der Türkei, stellte ein Projekt vor, mit dem historische Gebäude für Menschen mit Behinderungen – einschließlich RollstuhlfahrerInnen zugänglich gemacht werden sollen. 

Schließlich beschrieb Lia Vasickova vom Paracentrum Fenix in Brno die Ziele und die vorläufigen Ergebnisse einer Umfrage in der Gewährung und Erstattung der persönlichen Mobilitätshilfen und kompensatorische Leistungen in verschiedenen ESCIF Mitgliedsländern gegenübergestellt werden.

Darüber hinaus natürlich waren die einzelnen Gespräche unter den Delegierten in den Pausen und an den Abenden ein weiterer Schwerpunkt, der in einer Workshop-Diskussion am letzten Tag endete.

 

Delegiertenversammlung:

Am Freitagvormittag wurde in der Delegiertenversammlung Winnifred De Moes aus den Niederlanden als ESCIF Vice President wieder in den Vorstand gewählt. Darüber hinaus genehmigten die Delegierten die Aufnahme von drei neuen Mitgliedsorganisationen - LARS aus Norwegen, Alarme aus Frankreich und der Tschechischen ParaplegikerVereinigung. Abschließend wurden kurz die zukünftigen Aktivitäten besprochen.


Projekt ILIAS

Swiss Paraplegic Research, in Nottwil, Schweiz startet noch dieses Jahr eine breit angelegte Studie International Labour market Integration Assessment in Spinal Cord Injury (ILIAS) über die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit SCI in den ESCF-Ländern. Auch der VQÖ wird sich daran beteiligen. Ich werde in der nächsten RA-Ausgabe eingehend berichten und ersuche Sie schon heute, sich auch an dieser Umfrage zu beteiligen.

  


Als Abschluss des Kongresses haben die Veranstalter am Freitagnachmittag noch eine Sightseeing-Tour durch Amsterdam in einem rollstuhlfreundlichen Kanalboot organisiert. Die Sonne schien, der Reiseleiter war amüsant. Alles in allem ein schöner Abschluss dieser hoch interessanten Veranstaltung

5. Kongress - 19. bis 21. Mai 2010 - Lobbach, Deutschland

ESCIF – Jahreskongress 2010 in Lobbach, Deutschland - Reha und unterstützende Technologien

Teilnehmende Länder:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • England
  • Finnland
  • Irland
  • Italien
  • Kroatien
  • Litauen
  • Niederlande
  • Österreich
  • Schweden
  • Schweiz
  • Schottland
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechische Republik

Aufnahmekandidat:

  • Türkei

Entschuldigt:

  • Albanien
  • Bosnien Herzegovina
  • Frankreich
  • Portugal
  • Rumänien
  • Ukraine

 

4. Kongress - 13. bis 15. Mai 2009 - Wien, Österreich

ESCIF – Jahreskongress 2009 in Wien, Österreich - Schmerz und Schmerzmanagement bei Querschnittlähmung

(von Kons. Ing. Hans Wiesinger) 

Vor rund einem Jahr ist der Vorstand der ESCIF - European Spinal Cord Injury Federation (Europäische Paraplegiker-Vereinigung) am Ende des Jahreskongresses und der Delegiertenversammlung 08 in Umag, Kroatien, an mich herangetreten und hat mich gefragt, ob der Kongress 09 nicht in Wien stattfinden könnte. Damals war ich mir nicht sicher, ob ein Kongress mit 60 – 70 KongressteilnehmerInnen bzw. Delegierten und davon 30 – 35 RollstuhlfahrerInnen in einem Hotel in Wien überhaupt möglich ist. 

Auf der Rückreise von Umag nahm ich an den Kulturtagen 08 des VQÖ in Graz teil. Da sowohl der Präsident Albert Wöhrer als auch der Obmann Manfred Schweizer anwesend waren, habe ich ihnen gleich von den Überlegungen der ESCIF berichtet und angeboten, die Organisation für den Kongress zu übernehmen. Wir haben uns besprochen und dann nicht auf Barack Obama gewartet, sondern damals bereits nach kurzer Beratung gesagt: „Yes, we can“. 

Die Organisation und die Finanzierung des Kongresses durch den VQÖ erfolgte in Abstimmung mit dem Sekretariat des ESCIF und umfasste die Suche der Sponsoren, Buchung der Location für den Kongress, der Unterbringung und Verpflegung für die KongressteilnehmerInnen bis hin zur Gestaltung des Rahmenprogramms etc. 

Nach fast einem Jahr Vorbereitung haben nun der Kongress und die Delegiertenversammlung der ESCIF vom Mittwoch, den 13. bis Freitag, den 15. Mai in Wien, im Kolpinghaus stattgefunden. 

Thema des Kongresses
„Schmerz und Schmerzmanagement bei Querschnittlähmung“

65 Delegierte bzw. KongressteilnehmerInnen davon 32 RollstuhlfahrerInnen aus 18 europäischen Ländern (Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Finnland, Irland, Italien, Kroatien, Litauen, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schottland, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Tschechische Republik, Ukraine und United Kingdom) sind nach Wien gekommen um an diesem Kongress teilzunehmen. Die Delegierten sind großteils Vorstandsmitglieder in den nationalen Verbänden, die in ihren Heimatländern nicht nur „Multiplikatoren-Funktionen“ innehaben, sondern auch ein weit verzweigtes Lobbying-Netz hinter sich wissen.



Die Eröffnung am Mittwoch, den 13. Mai erfolgte durch den Präsidenten der ESCIF, Dr. Daniel Joggi, den Obmann des VQÖ, Manfred Schweizer und den Präses des Kolpinghauses Alfred Weis. 

 

Anschließend startete der Kongress mit einem Video von den Paraolympics 2008 in Beijing, dem ein Bericht von Mag.a Andrea Scherney, welche als aktive Athletin an den Wettkämpfen teilgenommen hatte, folgte. Sie schilderte nicht nur ihre Eindrücke von Beijing sondern gab auch einen interessanten Überblick über die Entwicklung des Behindertensportes.

Abschließend präsentierte die Firma Paravan die neusten Möglichkeiten hinsichtlich der Adaptierung von PKWs in Abstimmung auf die speziellen Anforderungen der jeweils betroffenen BenutzerInnen des Fahrzeuges. Ein Vorführwagen mit unterschiedlichen Adaptierungen konnte im Anschluss des Vortrages in der Tiefgarage des Hotels eingehend besichtigt werden. 

Den Abschluss des Tages bildete ein Gettogether Dinner in Form eines Heurigen-Buffets. 

Zum Schwerpunktthema des Kongresses „Schmerz und Schmerzmanagement bei Querschnittlähmung“ gab es am Donnerstagvormittag 3 hochinteressante Referate. Die Vortragsreihe wurde von unserem Vorstandsmitglied Dr. Gabriele Kirchmair eröffnet. Es folgten ein Bericht aus Schweden von Gunilla Ahren und ein Beitrag von Dr. Tim Reck vom Schweizer Paraplegikerzentrum in Nottwil in der Schweiz. 

Der Donnerstagnachmittag war für die Delegiertenversammlung reserviert, in der sich Bosnien-Herzegowina, Tschechische Republik und Ukraine präsentierten und nach Abstimmung durch die Delegierten als neue Mitgliedsländer in die ESCIF aufgenommen wurden.



Anschließend erfolgte eine Beratung in den 4 Arbeitsgruppen in der ESCIF zu den Themen: 

  1. Einführung von regionalen und/oder nationalen Registern bezüglich Rückenmarksverletzungen (SCI) in allen europäischen Ländern
  2. Zentralisierung der Behandlung, Rehabilitation und lebenslangen Betreuung von Menschen mit Verletzungen des Rückenmarks (SCI)
  3. Peer counselling and peer support services
  4. Frühzeitige Unterstützung für die Familien von Menschen mit Verletzungen des Rückenmarks (SCI)

Am Abend fand im Hotel auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Wien das Congress-Dinner statt, bei dem die Triestingtaler-Stubn-Musik für die musikalische Untermalung sorgte.

Am Freitag berichtete Dr. Jan Reinhardt über den Stand des Projektes "Two to tango". In der Plenarsitzung nach der Pause berichteten die Leiter der 4 Arbeitsgruppen über die bisherigen Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen, welche im Anschluss diskutiert wurden.

Mit dem Mittagessen endete offiziell der ESCIF-Kongress 09. Am Nachmittag gab es noch eine 3-stündige Sightseeingtour durch Wien mit dem Bus mit einem anschließenden Rundgang durch die Innenstadt. 

Natürlich war auch heuer wieder der Erfahrungsaustausch der Delegierten untereinander ein ganz wesentlicher Faktor des Kongresses dem auch entsprechend viel Zeit eingeräumt wurde. Zur Information der KongressteilnehmerInnen hatten wir im Foyer auch einen Info-Corner eingerichtet in dem sich die Sponsoren mit Roll-Ups und Prospekten präsentieren konnten. Außerdem wurden in den Pausen einzelne Produkte vorgestellt. Weiters wurde allen TeilnehmerInnen eine eigens gestaltete Kongresstasche mit Informations- und Prospektmaterial übergeben. 

Am Freitagabend bekamen wir noch im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens mit den Vorstandsmitgliedern der ESCIF ein erstes Feedback. Dabei waren alle einhellig der Meinung, dass der Kongress ein voller Erfolg war und während des gesamten Verlaufs eine gute Stimmung war. Dies wurde auch durch Rückmeldungen der anderen TeilnehmerInnen bestätigt. 

(von links nach rechts:) Dr. Daniel Joggi (Schweiz), Jani Trdina (Slowenien), Pekka Hätinen (Finnland), Winnifred Bokma (Niederlande), Jane Horsewell (Dänemark), Urs Styger (Schweiz)

Uns hat natürlich das Lob über die gute Organisation sehr gefreut und ich denke, es war eine gute Gelegenheit den Verband aber auch Wien und darüber hinaus Österreich vor einem internationalen Publikum entsprechend zu präsentieren. In diesem Zusammenhang gilt natürlich mein Dank allen Mitgliedern des Verbandes, die mich durch ihre Mitarbeit unterstützt haben, meiner Tochter Barbara, die 5 Tage lang das Kongressbüro geleitet hat, den Sponsoren für ihre finanzielle Unterstützung aber auch dem Kolpinghotel mit seiner Mannschaft, die zur reibungslosen Abwicklung des Kongresses beigetragen haben.

3. Kongress - 24. bis 26. April 2008 - Umag, Kroatien

ESCIF – Jahreskongress 2008 in Umag, Kroatien - Rückenmarksverletzungen bei der älteren Bevölkerung

In der Zeit von Donnerstag, den 24. April bis Samstag, den 26. April 2008 fanden in Umag der 4. Kongress und die 4. Generalversammlung (Delegiertenversammlung) der ESCIF - European Spinal Cord Injury Federation - dem Europäischen Verband der Querschnittgelähmten – statt.

Veranstaltungsort war das Hotel Sol Garden Istra, Umag in Kroatien. VertreterInnen aus 15 Mitgliedsländern (Belgien, Kroatien, Dänemark, England, Finnland, Deutschland, Italien, Litauen, Niederlande, Schottland, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz und Österreich) und aus Rumänien nahmen teil. Ich war vom Vorstand des VQÖ dazu delegiert worden, unseren Verband zu vertreten.



Thema des Kongresses
Rückenmarksverletzungen in der älteren Bevölkerung".

Donnerstag, 24. April 2008:
* Begrüßung durch Dr. Daniel Joggi, Präsident der ESCIF
* Begrüßung durch die Präsidentin des HUPT – Croatian Paraplegic and Tetraplegic Association, Frau Manda Knezevic
* Vorstellung des Programms
* Gemeinsames Abendessen und Erfahrungsaustausch unter den TeilnnehmerInnen

Freitag, 25. April 2008 - Vormittag:
* Referat 1: Prim. Dr. Zvonko Kejla, Kroatien, präsentierte die spezielle Problematik von älteren Menschen die eine Querschnittlähmung erleiden.
* Referat 2: Dr. Gabriele Kirchmair, Österreich, hielt das Referat zum Thema "Jeder will lange leben aber niemand will alt werden", welches sie bei der 50 Jahr-Feier des VQÖ im Vorjahr in Wien gehalten hat und daraufhin vom Vorstand der ESCIF eingeladen wurde, bei diesem Kongress auch darüber zu referieren.
* Referat 3: Dr. Jan Reinhardt, Schweiz, berichtete über seine Untersuchungen zum Thema "Soziale Aspekte beim Altern mit einer Querschnittlähmung"

Freitag, 25. April 2008 - Nachmittag:
Jane Horsewell, Vizepräsidentin der ESCIF stellt die ESCIF Grundsatzerklärung vor, die seit dem Kongress 2007 zusammengestellt und gemeinsam mit den VertreterInnen der Mitgliedsländer ausgearbeitet worden ist.

Die 4 Hauptthemen der Grundsatzerklärung sind:
1. Aufstellung des regionalen und/oder nationalen Rückenmarks-Registers in allen europäischen Ländern
2. Zentralisierung der Behandlung, Rehabilitation und lebenslange Betreuung/Pflege von Menschen mit Rückenmarksverletzungen
3. Peer-Beratung und Peer-Dienstleistungen
4. Proaktive/vorausschauende Unterstützung für die Familien von Menschen mit Rückenmarkverletzungen

Im Anschluss daran werden in 4 Workshop-Gruppen die eigenen Erfahrungen und Aktivitäten zu diesem Thema besprochen und die Erkenntnisse im Plenum präsentiert.

Samstag, 26. April 2008 - Vormittag:
Dr. Jan Reinhardt, Swiss Paraplegic Research, Schweiz, berichtet über den aktuellen Stand zu dem von ihm geleiteten Projekt "It takes two to tango revisited" und präsentiert die Ergebnisse der Fragebogenaktion aus der Testphase in der Schweiz.

Generalversammlung (Delegiertenversammlung) der ESCIF

Nach dem Referat von Dr. Jan Reinhardt fand am Samstagvormittag die 2. Generalversammlung der ESCIF statt. Dr. Daniel Joggi, der Präsident der ESCIF, führte den Vorsitz. Auf der Tagesordnung stand:

1. Genehmigung des Protokolls der 1. Generalversammlung der ESCIF am 19. April 2007
2. Genehmigung des jährlichen Berichts
Daniel Joggi berichtet über die Treffen des Vorstandes, Aktivitäten des Sekretariats und die geplanten Aktivitäten
3. Präsentation und Genehmigung der Buchführung
4. Präsentation und Genehmigung des Berichts der Revisoren
5. Genehmigung der Haushaltsrechnung und Entlastung des Vorstandes
6. Präsentation des Programms und Genehmigung des Budgets 2008
7. Wahl eines neuen Kassiers in den Vorstand
Durch den Rücktritt von Adrian O´Donnel, Schottland war die Wahl eines neuen Kassiers in den Vorstand notwendig. Von den Delegierten wurde Janez Trdina aus Slowenien gewählt.
8. Wahl der Revisoren
Als Revisor wurde die PricewaterhouseCoopers AG, Luzern gewählt.
9. Aufnahme der neuen Mitglieder
Rumänien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro werden neu in die ESCIF aufgenommen. – Damit erhöht sich die Anzahl der Mitgliedsländer auf 23.
10. Genehmigung der Grundsatzerklärung
Zum Abschluss werden die 4 Arbeitsgruppen zu den o.a. Themen installiert, die an den Themen im kommenden Jahr weiterarbeiten werden.
11. Allfälliges
Von mir wurden alle Delegierten ersucht Unterlagen über das "Design for all" in ihren Ländern zu sammeln und zum Download auf der Webseite der ESCIF zur Verfügung zu stellen.

Damit endete die Veranstaltung offiziell.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass abgesehen von den äußerst interessanten Berichten und Referaten, bei den Einzelgesprächen in den Pausen und an den Abenden wieder ein reger Erfahrungsaustausch unter den KongressteilnehmerInnen stattfand.

2. Kongress - 18. bis 20. April 2007 - Lobbach, Deutschland

ESCIF – Jahreskongress 2007, in Lobbach, Deutschland - Ernährung - Kreativität - Körperbewusstsein

(Von Ing. Hannes Wiesinger)

In der Zeit von Mittwoch, den 18. April bis Freitag, den 20. April 2007 fanden der 3. Kongress und die 1. Generalversammlung der ESCIF (European Spinal Cord Injury Federation - dem Europäischen Verband der Querschnittgelähmten) statt.

Veranstaltungsort war die Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach, ca. 25 km östlich von Heidelberg in Deutschland. 41 Personen aus 16 Mitgliedsländern nahmen teil. Ich war vom Vorstand des VQÖ dazu delegiert worden. 

Thema des Kongresses
"Ernährung – Kreativität – Körperbewusstsein". 

Am ersten Tag war Folgendes auf dem Programm:
Begrüßung durch Dr. Daniel Joggi, Präsident der ESCIF. 
Manfred Sauer (Bild rechts), Gründer der Manfred-Sauer-Stiftung, präsentierte die Entstehung der Stiftung und deren Schwerpunkte.


Ziele – aus der Stiftungspräsentation: Die gemeinnützige Manfred-Sauer-Stiftung will zu einem barrierefreien Miteinander von RollstuhlfahrerInnen und FussgängerInnen beitragen. Sie wurde 2001 mit dem Motto "Leistungsbereitschaft Querschnittgelähmter fördern" gegründet. Im Sinne des Stiftungsgedankens bedeutet Leistungsbereitschaft vor allem die Übernahme von Verantwortung für das eigene Wohlempfinden, die Gesundheit, das nähere Umfeld, aber auch für gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Es geht darum, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Für Querschnittgelähmte beginnt nach der Rehabilitation bzw. Klinikentlassung die eigentliche Konfrontation mit dem Alltag. Oft stellen sie schmerzhaft fest, dass die bisherigen Lebensinhalte und –ziele nicht mehr tragen, neue Perspektiven aber noch nicht entwickelt sind. Im lebensbejahenden Umfeld der Stiftung für alle die nach Orientierung suchen, Bewältigungsstrategien aufzeigen und die Voraussetzung für Begegnung und Interaktion von Rollstuhlfahrern und Fussgängern schaffen. Die Arbeitsbereiche der Stiftung sind dabei die Förderung des Körperbewusstseins, kluge Ernährungsweise sowie ein breit gefächertes Angebot an Betätigungsmöglichkeiten zur Entdeckung der eigenen Fähigkeiten und Neigungen.
Weitere Infos unter www.msstiftung.de

Am Donnerstag gab es ein Referat von Kevin Schultes von der Manfred-Sauer-Stiftung. Im Anschluss konnten sich die TeilnehmerInnen bei einer Führung durch die Stiftung einen Überblick über die gesamte Anlage verschaffen und einiges über die Intentionen erfahren.

Im Rahmen des Rundganges konnten auch die Produktionsstätten besichtigt werden, in denen die Urinalsysteme produziert werden. Diese Firma ist genauso Bestandteil der Manfred-Sauer-Stiftung wie auch die Firma Rolli-Moden, die sich ebenfalls unmittelbar neben dem Hauptgebäude der Stiftung befindet.

Am Nachmittag wurden die Eindrücke von der Besichtigung unter dem Vorsitz von Jane Horsewell diskutiert.

Schwerpunkt am Freitag war die Fragebogenaktion "Akutversorgung und Erstrehabilitation in den ESCIF-Mitgliedsländern". Jane Horsewell, Vizepräsidentin der ESCIF und Betreuerin des Projektes stellt in einer Zusammenfassung die ersten Ergebnisse aus der Befragung vor. Im Anschluss daran werden in 4 Workshop-Gruppen die eigenen Erfahrungen und Aktivitäten zu diesem Thema besprochen und die Erkenntnisse im Plenum präsentiert.

Die Zusammenfassung und die Erkenntnisse aus dieser Befragungsaktion werden voraussichtlich im Juni vorliegen und ich werde in der nächsten Ausgabe von Rollstuhl aktiv ausführlich darüber berichten.

Generalversammlung der ESCIF

Nach der Gründung von ESCIF am 31. März 2006 in Nottwill fand am Donnerstag Nachmittag die 1. Generalversammlung der ESCIF statt. Dr. Daniel Joggi, der Präsident der ESCIF, führte den Vorsitz. Auf der Tagesordnung stand:

  1. Genehmigung des Protokolls der Gründungssitzung von ESCIF am 31. März 2006
  2. Genehmigung des jährlichen Berichts
    Daniel Joggi berichtet über die Treffen des Vorstandes, Aktivitäten des Sekretariats, Vorbereitung der Befragungsaktion "Akutversorgung und Erstrehabilitation, Öffnung der Webseite www.escif.org und die geplanten Aktivitäten
  3. Präsentation und Genehmigung der Buchführung
  4. Präsentation und Genehmigung des Berichts der Revisoren
  5. Wahl eines Mitgliedes in den Vorstand
    Durch den Rücktritt von Esther Paris aus Spanien war die Wahl eines neuen Mitglied in den Vorstand notwendig. Von den Delegierten wurde Winnifred Bokma-de Moes aus Holland gewählt.
  6. Wahl der Revisoren
    Als Revisor wurde die PricewaterhouseCoopers AG, Luzern gewählt.
  7. Genehmigung des Budgets 2007
  8. Aufnahme der neuen Mitglieder
    Albanien und Portugal werden neu in die ESCIF aufgenommen
  9. Allfälliges
    Von mir wurden alle Delegierten ersucht, Unterlagen über das "Design for all" in ihren Ländern zu sammeln und zum Download auf der Webseite der ESCIF zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus fand in den Pausen und an den Abenden ein reger Erfahrungsaustausch unter den KongressteilnehmerInnen stat

 

1. Kongress - 30. bis 31. März 2006 - Nottwil, Schweiz - Gründungssitzung


In den meisten Ländern Europas befassen sich Selbsthilfe-Organisationen der Querschnittgelähmten mit den gleichen Fragen und Problemen rund um die Wiedereingliederung: Beruf, Sport, hindernisfreies Bauen, Reisen, Soziales und Recht. Nachhaltige Verbesserungen in diesen Bereichen sind bestimmende Faktoren hinsichtlich des Erreichens von Chancengleichheit und der Lebensqualität von Rückenmarkverletzten. Entsprechende Erfahrungen, Erkenntnisse und Vorschläge sollen nicht länger nur mehr Sache der nationalen Verbände sein, sondern länderübergreifend eingebracht und europaweit genutzt werden.



Gründungssitzung
Dr. Daniel Joggi, 57jähriger Tetraplegiker, seit 2000 Zentralpräsident der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) und Mitarbeiter der SPV gehörten zu den treibenden Kräften eines Zusammenschlusses auf kontinentaler Ebene. Bereits im Oktober 2005 hatte deswegen ein Treffen in Nottwil, Schweiz stattgefunden. Jetzt, beim zweiten Kongress, am 30. und 31. März 2006, fand im Gebäude der Schweizer Paraplegiker Forschung in Nottwil die Gründungssitzung des ESCIF statt. 

Statuten genehmigt
Delegierte aus vorläufig 16 Mitgliedsländern, es sind dies Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Irland, Italien, Kroatien, Litauen, Niederlande, Österreich – vertreten durch Ing. Hans Wiesinger, Slowenien, Schottland, Schweiz, Schweden und Spanien, verabschiedeten die Statuten

Vorstand gewählt
Die Delegierten wählten einen Vorstand, dem Dr. Daniel Joggi (Schweiz) Präsident, Jane Horsewell (Dänemark) Vizepräsidentin, Adrian O’Donnell (Schottland) Kassier, sowie Esther Peris (Spanien)und Pekka Hätinen (Finnland) als Beiräte angehören.
Das Sekretariat wird von Urs Styger, Leiter Kultur und Freizeit SPV, geführt.


Auch die Schweizer Paraplegiker-Stiftung engagiert sich für die ESCIF und gewährt eine Starthilfe in Höhe von 30.000 Franken.

"Nur wenn wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam auftreten, können wir in der Breite wirklich stärker werden", glaubt Daniel Joggi, erster Präsident der neu gegründeten European Spinal Cord Injury Federation (ESCIF).

 

Der Vorstand der neu gegründeten European Spinal Cord Injury Federation (ESCIF):
Vorne, von links: Jane Horsewell (Dänemark), Vizepräsidentin; Pekka Hättinen (Finnland), Daniel Joggi (Schweiz), Präsident; Stehend, von links: Urs Styger (Schweiz), Sekretär; Adrian O'Donnell (Schottland), Kassier. Nicht im Bild: Esther Peris (Spanien).

Bildquelle Astrid Boog, Paramedia

Treffen der Europäischen Verbände - 12. bis 14. Oktober 2005 - Nottwil, Schweiz

Die SPV (Schweizer Paraplegiker Vereinigung) als nationaler Dachverband der Querschnittgelähmten hat unter dem Motto "Mit vereinten Kräften mehr erreichen" wurden im Herbst 2005 Organisationen aus ganz Europa, die Querschnittgelähmte vertreten, in die Schweiz eingeladen. Bei dem Kongress vom 12. bis zum 14. Oktober 2005, in Nottwil wurde dann die Idee präsentiert, eine Vereinigung mit einem europäischen Netzwerk von Beziehungen und Informationen aufzubauen. Der Verband der Querschnittgelähmten Österreichs war vom Anfang an dabei.

Motto des Kongresses: "Mit vereinten Kräften mehr erreichen".
Ziel des Kongresses: Eine europäische Vereinigung mit einem europäischen Netzwerk von Beziehungen und Informationen aufzubauen.
Kongressort: Schweizer Paraplegiker Forschung (Guido A. Zäch Institut – GZI), Nottwil
Unterbringung: In den Hotelzimmern der Schweizer Paraplegiker Forschung – GZI

Nationale Organisationen aus 12 Ländern sind diesem Ruf gefolgt. Es nahmen VertreterInnen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Litauen, Niederlande, Österreich (vertreten durch Maria und Manfred Schweizer und durch Ing. Hannes Wiesinger), Schottland, Spanien und selbstverständlich dem Veranstalterland Schweiz an dem Kongress teil.

TeilnehmerInnen am Kongress 2005

Verlauf des Kongresses

Mittwoch,12. Oktober 2005

Eröffnung und Begrüßung der KongressTeilnehmerInnen
durch Dr. Joggi (Bild links), Zentralpräsident der SPV und Dr. Guido A. Zäch (Bild Mitte), Ehrenpräsident der SPV
Urs Styger (Bild rechts) von der SPV übernimmt die Leitung und Moderation des Kongresses.

Zentralpräsident Dr. Daniel Joggi     Ehrenpräsident Dr. Guido A. Zäch     Moderator Urs Styger

Frau Dr. Tanja KakebeekeReferat: "Forschung – Möglichkeiten der klinischen Forschung"
Frau Dr. Tanja Kakebeeke berichtet über die derzeit laufenden Forschungen und Versuchsreihen in der Schweizer Paraplegiker Forschung

Führung: Besichtigung der Schweizer Paraplegiker Forschung
Frau Dr. Tanja Kakebeeke führt durch die Räumlichkeiten, die Labors, Seminar- und Tagungsräume. Das Forschungszentrum befindet sich unmittelbar neben dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum und wurde am 1. Oktober 2005 eröffnet.

Kennenlern-Meeting "Who is who"
Das Meeting am Abend mit Apero und Abendessen bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit für die KongressteilnehmerInnen sich näher kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.

Donnerstag, 13. Oktober 2005

Dr. Thomas TrogerReferat: Organisation der Schweizer Paraplegiker Vereinigung
Dr. Troger, Direktor der SPV, beschreibt die Organisation und Zusammenhänge von Schweizer Paraplegiker-Stiftung – Paraplegiker-Vereinigung – Paraplegiker-Zentrum – Zentrum Hindernisfreies Bauen – Institut klinische Forschung – Paraplegiker-Forschung (Guido Zäch Institut)

Referate "Vorstellung der teilnehmenden Organisationen"
Die VertreterInnen der einzelnen nationalen Organisationen präsentieren ihre Organisationen und stellen ihre Arbeit und Aktivitäten dar.

Besichtigung: Rollstuhlgerechter Autobus
Auf dem Parkplatz wurde ein rollstuhlgerechter Autobus zur Besichtigung aufgestellt. Dieser ist einer der 3 Busse, welche im Eigentum der SPV stehen. Die Wartung und der Betrieb der Busse erfolgt durch ein Busunternehmen. Der Bus verfügt über eine Hebebühne beim rückwärtigen Einstieg; im hinteren Bereich ist ein WC eingebaut, welches auch für Rollstuhlfahrer erreichbar ist.

Workshops - Erfahrungsberichte

Reisen im Rollstuhl mit Komfort – Schweiz
Frau Nicole Rosset, von der SPV, schildert die Probleme bei der Organisation von Reisen mit Rollstuhlfahrern, vor allem mit den Hotelzimmern, dem Bustransfer, den Fluggesellschaften und den Ansprechpersonen

Sportverbände und Juniorenförderung – Schweiz
Ruedi Spitzli und Peter Läupi von der SPV berichten über die Zusammenarbeit mit den 27 Schweizer Rollstuhlvereinen

Berufliche Eingliederung – Im Wandel der Zeit – Schweiz
Karl Emmenegger, selbst Rollstuhlfahrer, beschreibt die 3 notwendigen Säulen, medizinische, soziale und berufliche Reha. Er beschreibt die frühe Kontaktaufnahme (ca. 14 Tage nach dem Unfall) mit dem Arbeitgeber und die ständige Begleitung von der Berufsfindung bis zur Anstellung in einem Betrieb. Derzeit kann er auf einen Pool von ca. 2000 Firmen bei der Suche nach einem Posten zurückgreifen.

Aufbau einer europäischen Paraplegiker Vereinigung – eine Utopie?
Dr. Joggi von der SPV und Dr. Koch vom SPZ beschreiben ihre Überlegungen hinsichtlich der Gründung einer "European Paraplegic Association" und ersuchen die TeilnehmerInnen um Feedback und sich die möglichen Formen der Organisation bis zum Schluss des Kongresses zu überlegen.

Besichtigung: Schweizer Paraplegiker-Zentrum – SPZ
Urs Styger führt durch das SPZ mit seinen 140 Betten

Gemeinsames Abendessen
Weitere Möglichkeit zum Interessens- und Erfahrungsaustausch unter den KongressteilnehmerInnen.

Präsentation unseres Verbandes durch Obmann Manfred Schweizer


Freitag, 14. Oktober 2005

Erfahrungsberichte - Workshops

"Erfahrungsaustausch – Lebensqualität von Menschen mit Querschnittlähmung" – Dänemark
Jane Horsewell, Dänemark

Nottwil aus der Flugperspektive"Vom Krankenbett zum Sportverein" - Deutschland
Dr. Exner, Hamburg

"Innovatives Projekt – richtig mobil" – Deutschland
Peter Richarz

"Taking control – Persönliches Budget" - Niederlande
Dick te Winkel

"Hindernisfreies Bauen" – Schweiz
Arch. Felix Schärer

"Parahelp – Nachstationäre Betreuung" - Schweiz
Max Moor

Behindertengleichstellungsgesetz - "Rechtliche Situation im europäischen Vergleich"
Dr. Caroline Hess-Klein


Schlussreferat – Ausblick – Statements der teilnehmenden Organisationen

Dr. Joggi und Dr. Troger von der SPV fassen die Erkenntnisse der 3 Kongresstage zusammen.
Es folgt eine Diskussion über die möglichen Formen der Organisation einer Europäischen Paraplegiker Vereinigung und deren Einbettung in die bereits bestehenden Systeme, sowie über die Frage wer durch diese Vereinigung vertreten werden soll (nur Querschnittgelähmte ja/nein).
Alle KongressteilnehmerInnen sind sich einig, dass eine derartige Vereinigung gut und wichtig ist und wollen sich am Aufbau der Organisation beteiligen. Man kommt überein, dass eine kleine Arbeitsgruppe unter der Leitung der SPV ein Konzept ausarbeiten soll. Dieses Konzept wird dann allen TeilnehmerInnen übermittelt, damit sie es in ihren Verbänden erörtern können. Außerdem wird versucht, alle bei diesem Kongress noch nicht vertretenen Länder aufzufordern, sich ebenfalls zu beteiligen.
Zum Schluss wird als Termin für das nächste Treffen, welches wieder in Nottwil stattfinden soll, der 30. März bis zum 1. April 2006 vereinbart. Bis zu diesem Zeitpunkt soll auch die Organisationsform für die Europäische Vereinigung abgeklärt werden, sodass dieses Treffen die Gründungssitzung für die Vereinigung sein kann.

Zusammenfassung

Abschließend kann gesagt werden, dass dieser Kongress mit viel Engagement vom SPV, allen voran Urs Styger, optimal organisiert worden ist. So konnten die TeilnehmerInnen zum Schluss bereits eine Dokumentation mit sämtlichen Vorträgen auf CD mitnehmen.
Sämtliche TeilnehmerInnen des Kongresses waren begeistert von der Idee einer Europäischen Vereinigung um ein europaweites Netzwerk zum Informations- und Gedankenaustausch aufzubauen, um die gemeinsamen Interessen noch besser vertreten zu können.
Das Gesprächsklima war ausgezeichnet und es haben sich bereits in den Pausengesprächen eine Reihe von Kontakten ergeben, auf denen schon jetzt aufgebaut werden kann.