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Mai 2017: Obmann Manfred Schweizer informiert uns
Manfred Schweizer bei der Generalversammlung 2017 in Tobelbad

 

 

In den letzten 4 Wochen habe ich drei große Veranstaltungen erlebt.

 

1. Der Delegiertentag der ÖAR ist hoch interessant, sachlich und in guter Atmosphäre verlaufen. Weitere Details dazu gibt es auf der Unterseite Verbandsleben, dort "40 Jahre ÖAR".

2. Die Sitzung des Bundesvorstands des ÖZIV's in Kapfenberg am 19. Mai war ebenfalls von einer ausgesprochen kooperativen Stimmung ausgezeichnet. Erwähnen möchte ich auch, dass die Sitzung in der Burg von Kapfenberg stattfand, ein hoch interessantes mittelalterliches Gebäude.

3. Wir, der VQÖ, hatte seine Generalversammlung am 22. April in der RK Tobelbad.
Ich gestehe, dass deren Verlauf extrem nervig und somit anstrengend war. Meine Hoffnung besteht darin, dass auch wir im VQÖ wieder Generalversammlungen haben werden, wo wir sachlich und zukunftsorientiert an Probleme herangehen, vor allem an solche Probleme, die der VQÖ auch zu lösen in der Lage ist.

 

 

 

April 2017: E-Mail eines Mitglieds

Wir freuen uns  über nachfolgendes E-Mail, das uns unser Salzburger Mitglied Peter Fuchsberger gesendet hat.

Peter Fuchsberger

Sehr geehrter Herr Obmann!
Lieber Manfred!

Mit großem Interesse habe ich die letzte Ausgabe von "Rollstuhl Aktiv" und die Ausgabe "60 Jahre - Verband der Querschnittgelähmten Österreichs" gelesen. Ich bin nunmehr auch selbst 40 Jahre Mitglied in diesem Verband und kann aus eigener Erfahrung beurteilen, welch großartiger Einsatz von Seiten des "Verbandes der Querschnittgelähmten Österreichs" geleistet wurde. Viel Positives wurde in diesen Jahren erreicht und umgesetzt, aber die Arbeit geht nie aus und die Herausforderungen werden auch in Zukunft nicht weniger werden.

Ich möchte mich vor allem bei dir, sehr geehrter Herr Obmann und deiner lieben Gattin Maria für den langjährigen und oft unbedankten Einsatz zum Wohle der Rollstuhlfahrer in Österreich bedanken. Euer persönliches Engagement und euer Einsatz ist für mich beispielhaft. Die vielen Gespräche, Interventionen, Verhandlungen, etc. bleiben für uns Mitglieder oft im Verborgenen und man kann nur erahnen, wie viel Zeit und Engagement ihr in diese Angelegenheiten investiert. Betroffene (Rollstuhlfahrer) sprechen oft nur über die Dinge, die nicht umsetzbar sind oder noch nicht erreicht wurden und sehen all das bereits Erreichte und bereits Umgesetzte als selbstverständlich an. Dass aber bei fast jeder Maßnahme großes Bemühen und Einsatz von einzelnen Personen dahintersteht, wird im Nachhinein oft nicht mehr bedacht und übersehen.

Es ist mir ein besonders Anliegen, mich bei allen Funktionären des Verbandes sowie beim Redaktionsteam von "Rollstuhl aktiv" für ihren Einsatz ganz herzlich zu bedanken und sie gleichzeitig darum bitten, auch in Zukunft die Anliegen und Interessen von uns Querschnittgelähmten so beispielhaft zu vertreten.

Herzliche Grüße:
Peter Fuchsberger

Peter Fuchsberger (Jahrgang 1954) ist nach einem Schiunfall im Jahr 1977 querschnittgelähmt und wurde im gleichen Jahr Mitglied unseres Verbandes.

Er trat nach seiner Rehabilitation im Jahre 1979 als Sachbearbeiter im Krankenhaus in die Dienste der Gemeinde Tamsweg, von 1997 bis zu seiner Pensionierung im Juli 2010 war er Verwalter im Seniorenwohnheim St. Barbara.

Im Jahr 2010 wurde ihm das Ehrenzeichens in Gold der Marktgemeinde Tamsweg verliehen.

 

12. - 15. Jänner 2017 - Vienna Autoshow - Heinz Gardavsky

Zum elften Mal fand heuer in den Hallen des Wiener Messegeländes die Vienna Autoshow und Ferienmesse statt. Auf 300 Quadratmetern waren 40 Automarken mit ca. 400 neuen Modellen in Halle C und D ausgestellt und für jedermann zugänglich. Es waren nicht nur sportliche, praktische und vernünftige Auto zu sehen, sondern auch ein paar wenige nicht für jedermann erschwingliche Modelle. Das wohl teuerste Auto der Welt, ein marineblauer Bugatti, war wohl der Star der Veranstaltung und wurde von jedermann bewundert.

Der marineblaue Bugatti - wohl eines der teuersten Autos der Welt

Der Trend zu elektrisch betriebenen Wagen war unverkennbar. 2016 wurden immerhin über 3800 Stück verkauft, Tendenz steigend. Anreiz waren die bis zu 3.500.- Euro Prämie für Privatpersonen, keine NOVA und keine Gebühr für eine motorbezogene Versicherungssteuer. Bekannt sind die Nachteile: die geringe Reichweite, die wenigen öffentlich zugänglichen Ladestationen und natürlich der Preis. Ein VW e-Golf wird ab 38.000.- Euro verkauft, das Grundmodel mit Benzinantrieb bekommt man schon um etwas mehr als die Hälfte. Ein Tesla mit einer Reichweite von 613 Kilometern ist ab 77.000.- Euro zu haben Die obere Preisgrenze liegt bei etwa 115.000.- Euro. Dafür muss man schon sehr lange sparen.

Der elektrische Renault Zoe - an der Ladestation
Opel Vivaro, umgebaut und mit Rampe für einen Rollstuhl

 

 

Opel hat sein Model Vivaro um 29.161.- Euro angeboten. Inklusive war ein Umbau mit Rampe, um hinten einen Rollstuhl einladen und verankern zu können.

 

 

Das war natürlich nicht der einzige Grund warum viele Rollstuhlfahrer die Messe besucht haben. Alles war barrierefrei zu erreichen, es waren auch genügend Rollstuhl-WCs vorhanden und die Vielfalt an Angeboten machte eine Auswahl sehr schwierig. Das galt auch für die in Halle A und B, wo auf der Ferienmesse viele Reiseziele der ganzen Welt angepriesen wurden. 800 Aussteller aus 70 Ländern ließen richtiges Urlaubsfeeling bei den Besuchern aufkommen.

 


Besucherandrang auf der Automesse

Übrigens der Eintritt kostete 14,50 Euro, verbilligt (z.B. Abonnenten der Kronen Zeitung) 8.- Euro.

Ein echter Blickfang: Lamborghini in Gelb

Das Concept-Car von Opel

02-10-2016 - Selbstverteidigungskurs für RollstuhlfahrerInnen - A. Grillenberger

Dieser wirklich gute Kurs in Wien, in dem sich RollstuhlfahrerInnen die Grundtechniken der Selbstverteidigung aneignen können, war bis dato leider noch wenig bekannt, was sich aber am Mittwoch, den 5. Oktober ändern sollte. An diesem Tag wird ein Bericht darüber gesendet, den ich allen Interessierten wärmstens empfehlen kann: HEUTE LEBEN um 17:30 Uhr auf ORF 2 (der Bericht wird wahrscheinlich in der ersten Hälfte der Sendung ausgestrahlt).

Juli 2016 - Zweiter Lift bei U-Bahn-Station Stephansplatz - Anton Steiner
Stephansplatz (c) Wikipedia

Volksanwalt prüft Stephansplatz-Lift

Ein zweiter Lift zur U-Bahn-Station Stephansplatz wird von den Wiener Linien aus Kostengründen nicht gebaut. Die Volksanwaltschaft will im Rahmen eines amtswegigen Prüfverfahrens „alle Hintergründe“ durchleuchten.

„Für die Volksanwaltschaft ist es inakzeptabel, dass im Zuge der Platzsanierung vor dem Stephansdom, die meistfrequentierte U-Bahn-Station Wiens nicht ausreichend barrierefrei ausgestattet wird“, hieß es in der Presseaussendung der Volksanwaltschaft am Mittwoch. Volksanwalt Günter Kräuter (SPÖ) will diesbezüglich mit der Stadt Wien und den Wiener Linien Kontakt aufnehmen. „Es darf nicht sein, dass bestimmte Personengruppen – im Gegensatz zu den mehr als 200.000 Menschen, die täglich den Verkehrsknotenpunkt in Anspruch nehmen – lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen“, sagte er ärgerlich.

Der zweite Lift hätte im Rahmen der Sanierungsarbeiten auf dem Stephansplatz errichtet werden sollen, wie der SPÖ-Rathausklub im März via Aussendung in Aussicht stellte. Doch die Kosten dafür hätten die Wiener Linien tragen müssen. „Aufgrund der speziellen Gegebenheiten auf dem Platz ist der Einbau eines zweiten Lifts technisch sehr aufwendig und darum teuer – uns zu teuer“, so ein Sprecher der Wiener Linien gegenüber der „Presse“. Prinzipiell sei die Station barrierefrei – mehr dazu in Stephansplatz wird Großbaustelle.

Weitere Informationen: Bizeps, Kronenzeitung

Kontakt: asteiner@aon.at

09-07-2016 - Manche Menschen schrecken vor nichts zurück ... - A. Grillenberger

… auch nicht davor, einer Rollstuhlfahrerin aus dem Rucksack die Geldbörse zu stehlen. So geschehen im Wiener Shopping-Center Nord bei New Yorker. Nichts los im Laden, laute Musik und als ich zehn Minuten später vor der Kassa nach meinem Rucksack greife, denke ich „S…! Warum ist der Rucksack offen?“ Im nächsten Moment wühle ich hektisch nach meiner schwarzen Geldbörse, ahne aber schon, dass es ein unsinniges Unterfangen ist: es ist alles weg – Geld, Kreditkarte, EC-Karte, e-Card … Da mir so etwas das erste Mal passiert, klopft mein Herz wie verrückt und ich halte entsetzt und wütend Ausschau nach jemandem, dem ich einen solch dreisten Diebstahl zutrauen würde. Natürlich findet sich niemand, alle schauen zwar neugierig, aber doch unschuldig drein. Die Dame an der Kassa ist nicht sehr hilfreich, also stürme ich zum Infopoint und klage mein Leid. Die Dame dort ist sehr nett und verständnisvoll, ruft die Polizei ins Haus und bemüht sich sehr, mich zu trösten.

Zwei alte Damen, die vor mir bei der Information eine Auskunft erfragten, geben ihrer Besorgnis Ausdruck, dass ich mir ja nun gar nichts mehr kaufen könnte und halten mir als Trost einen 5-Euro-Schein entgegen. Ich solle doch bitte darum ein Eis kaufen oder auch einen Kaffee, um meine Nerven ein bisschen beruhigen zu können. Ich bin so gerührt, dass mir die Tränen in die Augen steigen. Und es geht mir tatsächlich gleich besser, obwohl ich kein Eis esse, sondern einfach nur staunend und dankbar erkenne, wie nahe beieinander oft Gutes und Böses liegen.

23-04-2016 - Barrierefreies Einkaufen bei BILLA - A. Grillenberger

Von den 1050 Billa-Filialen in Österreich sind nur mehr ca. 60 Filialen nicht barrierefrei. Dabei handelt es sich vorwiegend um Geschäftslokale in Wien (in Altbauten), die Bundesländer dagegen sind vorbildlich! Ein besonders barrierefreies Geschäft wurde in Wien Simmering erbaut. Hier warten auf die Kunden ein 3D-Plan in Blindenschrift, damit die Filiale nicht zum Irrgarten wird, und Lupen zum Mitnehmen. Rollator oder Rollstuhl können ausgeliehen werden und auf Wunsch wird einem ein persönlicher Assistent zur Seite gestellt, der beim Einkaufen hilft. Es gibt extra niedrige Einkaufswagen für Rollifahrer und Lautsprecheranlagen für Hörgeschädigte an der Kassa.

Informationen dazu gibt es auf YouTube (ca. 6:44 Minuten)

Meine Einkäufe verliefen bisher so, dass ich mindestens fünfmal fremde Personen bitten musste, mir etwas aus den oberen Regalen herunter zu holen (seltsamerweise sind genau die Dinge, die ich brauche, immer in den oberen Regalen eingeordnet!). Eine persönliche Assistenz ist in solchen Fällen natürlich eine riesige Bereicherung.

23-04-2016 - "Wo ist nur mein Handbike geblieben?" ...

... fragte sich Herr H., als er den Fahrradraum in seinem Wohnhaus öffnete, um mit seinem Handbike eine kleine Tour zu unternehmen. Es war und blieb auch bis dato unauffindbar. Eine Anzeige bei der Polizei brachte nichts und auch die Versicherung will für das 6000 Euro teure Gefährt nicht aufkommen. Es fragt sich nun, wer außer den Hausbewohnern hat einen Schlüssel und vor allem: WER bitte fängt etwas mit einem Handbike an, wenn er doch kein Rollstuhlfahrer ist? Profit daraus schlagen kann man allerdings schon. Das Traurige an der Sache: Auch Rollstuhlfahrer sind vor Diebstahl nicht gefeit. (A. Grillenberger)

April 2016 - Mit dem Rollstuhl nach Indien ...

(von Dr. Waltraud Pillai-Vetschera)

„Er soll noch heute kommen, so zwischen halb elf und halb zwölf“ rief S. zur Tür herein. „Heute noch – halleluja, hat's doch noch geklappt!“ Selten hatte ich ein Ereignis sosehr herbeigewünscht wie das, welches mir mein Schwiegersohn gerade ankündigte.

Wir waren seit 4 Tagen in Indien. Wochenlang hatten wir gelegentlich über die Reise geredet, uns eigentlich schon dagegen entschieden gehabt – zu anstrengend, zu gefährlich fürs Baby, zu teuer – bis dann doch die Sehnsucht nach Sonne, Wärme und Indien die Oberhand gewonnen hatte. Außerdem wurde das Baby demnächst zwei Jahre alt und würde ab dann ein ganz normales, teures Flugticket brauchen, während es jetzt noch fast umsonst reiste. Es fand sich dann auch noch ein halbwegs günstiger Flug von Wien weg, mit nur einem Zwischenstopp in Abu Dhabi, und auch der hatte gerade die richtige Länge – nicht 9 oder 14 oder 19 Stunden, wie bei manchen anderen Flügen. Ein neuer Pass fürs Baby musste noch her, die Visa...Alles klappte – zwar knapp, aber doch, und am Reisetag traf ich eine vergnügte, kleine Familie - Tochter, Schwiegersohn und Enkelin - am Flugplatz an. Nur das inzwischen etwas grau melierte Familienoberhaupt hatte nicht mitkommen wollen, sah aber jetzt doch ein wenig traurig drein, als wir anderen alle eincheckten.

Wie üblich sollte ich verladen werden, bevor die anderen Passagiere kamen. Mit dem Rollstuhl bis zum Flieger – bequemer geht’s nicht. „Die Fußteile fallen ziemlich leicht raus“, erklärte ich meinem netten Begleiter. „Dann ist es besser, Sie montieren sie ab und geben sie ins Handgepäck“ meinte der freundlich und half mir, sie in die ohnehin ziemlich volle Tasche zu zwängen.

Der Flug war problemlos, das Baby brav, unsere Ankunft in Kochin – ca. drei Uhr morgens - fast pünktlich. „Hoffentlich werden wir auch wirklich abgeholt“, murmelten die jungen Eltern besorgt. „Klappt sicher“, beruhigte ich sie, „ich hab gestern zur Sicherheit nochmals angerufen. In einer Stunde sind wir da und können uns niederlegen“. Nun ja, das war der Plan gewesen.

Als wir als letzte in die Ankunftshalle kamen, standen da unsere Mitpassagiere an Pulten aufgereiht und füllten Zettel aus. „Das haben wir Gottseidank schon im Flugzeug gemacht“, murmelten wir. Denkste. Die im Flieger waren für die Einwanderungsbehörde gewesen, die neuen hier waren für den Zoll. Die Formulare waren fast identisch, hier wurde man allerdings auch noch gefragt, ob man „verbotene Dinge“ importierte. Am liebsten hätte ich „ja“ hingeschrieben. Wenn dann nichts passiert wäre, hätte man zumindest den Beweis erbracht, dass kein Mensch diese Zettel jemals anschaut und das Ausfüllen derselben nur Beschäftigungstherapie für die Passagiere ist, bis sie ihr Gepäck übernehmen können. Aber ich tat es natürlich doch nicht.

Apropos Gepäck. Als wir endlich alle Formalitäten hinter uns hatten und an mürrischen Warteschlagen vorbei zum Rollband gelotst worden waren, standen da schon all unsere Koffer vollzählig aufgereiht. „Wo ist mein Rollstuhl?“ fragte ich, noch unaufgeregt. Würde wohl irgendwo etwas abseits stehen. Ich saß in einem der leider jetzt weitverbreiteten Flughafen-Rollstühle mit winzigen Rädern, die ein Selbstfahren unmöglich machen. Verlängert man die Arme gorillaartig und dreht man die dicken Gummireifen direkt mit den Händen, kann man sich ein paar Zentimeter weiterbewegen, für alles andere braucht man einen „Schieber“. Ich sah diesen meinen Schieber nun fragend an, und er machte sich auf die Suche. Nach einer Weile kam er zurück und erklärte bedauernd „Ist nicht da“. Nun wurde ich doch etwas nervös – aber noch nicht sehr. Schließlich war ja das andere Gepäck vollzählig da, also würde auch der Rollstuhl auftauchen. Schieber verschwand und kam mit einem Mädchen in einer hübschen Uniform zurück. Sie blickte zuversichtlich drein und ließ sich sämtliche Gepäckaufkleber geben – es waren sechs, und vier Koffer und eine Babytrage waren da. Ein Stück fehlte eindeutig. „Nur einen Moment noch, Madam“. Aus dem einen Moment wurden viele, und auch die Zahl der Suchenden nahm zu. Schließlich waren wir umringt von fünf oder sechs Menschen, die alle bedauernd ihre Köpfe schüttelten. „Nicht auffindbar – er ist nicht mitgekommen“. Mein unterschwellig immer vorhandener Albtraum – einmal irgendwo anzukommen und keinen Rollstuhl zu haben – war in dieser Nacht Realität geworden. Und jetzt? Ich kann keinen Schritt gehen, nicht einmal aufstehen. Leider bin ich „wirklich“ gelähmt und nicht nur schlecht zu Fuß, wie die meisten betagten Flugpassagiere, für die ja offensichtlich die unmöglichen Flughafenrollis gedacht sind. In diesen werden sie von einem Gate zum anderen gerollt, und dann stehen sie auf und gehen ins Flugzeug hinein, oder gehen zum Taxi....“Sie müssen jetzt eine Suchmeldung ausfüllen“, sagte eine Stimme und verlangte meinen Pass, und eine andere fragte, „Wohin fahren Sie von hier?“ Letztere gehörte einem Mann in dunklem Anzug und Krawatte. Man hatte also auch schon die höheren Etagen verständigt. Ich gab ihm eine Visitenkarte unseres Zielortes. Charakas Hospital and Research Center, stand da. Er warf einen Blick darauf. „Gut, Sie unterschreiben jetzt bitte das Formular für die Suche“ – irgendjemand hatte das inzwischen ausgefüllt – „und dann bringen wir Sie mit dem Flughafenrollstuhl zu Ihrem Taxi.“ „Und dann?“ fragte ich und wunderte mich, dass ich noch nicht heulte. „Dann lassen Sie sich im Spital einen Rollstuhl geben, bis wir Ihren gefunden haben!“ Im Spital?? Ach ja, die Visitenkarte. Papier ist geduldig. Das „Spital“ besteht aus 8 Doppelzimmern, von denen je zwei in einem kleinen Bungalow untergebracht sind. Die Betreuung durch die Ayurvedaärzte – einen etwas senilen älteren, eine ganz unerfahrene, sehr junge –lässt zu wünschen, aber der Platz ist hübsch. An einem kleinen Fluss gelegen, zu dem die Leute kommen um sich und ihre Wäsche zu waschen, und in dem letztendlich auch Baby begeistert plantschte; wo sich manchmal blaue Eisvögel kopfüber ins Wasser stürzen und am Abend nicht enden wollene Schwärme Fliegender Hunde den Fluss entlang ziehen und tagsüber die Streifenhörnchen auf den Kokospalmen, den Guava-Bäumen und Bananenstauden Fangen spielen. Die Massagen sind gut, und das Essen ist in Ordnung. Ein Platz zum Entspannen, aber alles andere als ein Spital, und jedenfalls keines mit einem Rollstuhl zum Ausleihen. „Morgen um neun sperren die Geschäft auf, da können Sie vermutlich einen Rollstuhl kaufen“, schlug der Herr in Schwarz vor. Kaufen? Vermutlich? Und auch wenn –was mache ich bis dahin? Krieche ich am Bauch, wie einst die Schlange im Paradies? Lasse ich mich tragen, wie das Baby, wenn es müde ist? Etwas schwierig, denn ich bin doch um einiges schwerer. Und verdammt noch einmal, was hieß denn, “einen kaufen“? Das klang ganz so, als sollte ich die Hoffnung aufgeben, meinen gerade einmal 4 Monate alten Rolli, der genau auf meine Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten war, jemals wiederzusehen. Damit würde ich mich nicht abfinden.

C hatte inzwischen mit dem Baby am Arm in der großen Halle Kreise gedreht und kam nun zurück. „Dort in der Ecke stehen ein paar Rollstühle. Einer schaut sogar einigermaßen brauchbar aus“, sagte sie und wandte sich gleich an den Mann in Schwarz. „Können wir den vielleicht ausborgen, bis der von meiner Mutter gefunden ist?“. „Unmöglich“ antworteten mindestens drei Menschen unisono. Das seien zwar nicht abgeholte Gepäckstücke, aber....nein, das seien Dinge, die einer Reisegruppe gehörten...nein, nein, eine Fluglinie habe die Sachen da deponiert, man wisse allerdings nicht, welche...“Jedenfalls liegt das alles schon lange da. Die Dinge sind staubig, und auf dem Rollstuhl liegen alle möglichen anderen Sachen...“ insistierte meine Tochter. „Wenn das Zeug schon lange da herumliegt, wird es ja in den nächsten zwei Tagen auch niemand beanspruchen?“ hakte ich hoffnungsvoll nach. Besser, ein mieser, alter Rollstuhl, als gar keiner. „Verstehen Sie doch bitte, es geht wirklich nicht“, jammerte der Mann in Schwarz. „Wir haben unsere Vorschriften...uns sind die Hände gebunden....ich bedaure wirklich, aber....“ Wir beschlossen, genauso hart zu bleiben. Einfach nicht weggehen. Es war inzwischen halb fünf, alle anderen Passagiere waren längst weg, die Flughafenleute gähnten verhalten. Um mich freundlicher zu stimmen, zählte mir ein Mädchen unserer Luftlinie 2500 Rupien vor (ca. 35 €). Ich solle nur ein neuerliches Formular unterschreiben. Nein, das verpflichte mich zu gar nichts. Es sei eine Art „Schmerzensgeld“, wegen der Unannehmlichkeiten...denn es sei leider unmöglich, mir seitens des Flughafens oder der Airline irgendeine Art von Rollstuhl zu überlassen.

Eine Viertelstunde später saß ich dann doch endlich in diesem Ungetüm, in dem in kleiner Elefant Platz gefunden hätte. Zu später Stunde wird auch das Unmögliche manchmal noch möglich – und das ganz ohne Bakschisch. Sie wollten mir wirklich helfen und setzten sich dafür über ihre Vorschriften hinweg, und sicher wollten sie uns auch allesamt endlich irgendwie loswerden, um heimgehen zu können.

Der Fahrer, der geschickt worden war, um uns abzuholen, hatte brav gewartet. Die nächste böse Überraschung kam beim Beladen des Autos – es war einfach zu klein. Das Gepäck und wir fanden mit ach und krach Platz, der Rollsuhl nicht. Er war zwar faltbar und die Fußteile abnehmbar, trotzdem war er einfach zu unförmig. Schließlich musste noch eine Motorrikscha dazugemietet werden, die den Rollstuhl transportierte. Die Fahrt im Schneckentempo durch die beginnende Morgendämmerung dauerte unendlich lange. Unser Fahrer wollte wohl nicht früher als die Rikscha ankommen. Ich versuchte, Ängste, Bedenken und die Müdigkeit wegzuschieben, und endlich das Angekommensein zu genießen – die Gerüche, die Geräusche, die zum Leben erwachenden Farben. Als wir schließlich am Ziel waren, blinzelten die ersten Sonnenstrahlen durch die Bananenstauden.

Ich wollte endlich – nach wie vielen Stunden eigentlich? – so schnell wie möglich aufs Klo. Nächste böse Überraschung: für dieses Gefährt war die Türe um einiges zu eng. C. half mir, indem sie mich mühsam auf die Klomuschel hinüberzog. Später versuchte ich es nochmals alleine, stellte einen Plastiksessel in die Tür, rutschte auf den hinüber, vom Sessel aufs Klo, und das ganze wieder zurück. Das alles mit Todesängsten, weil der Sessel kein bisschen stabil war, hin- und herrutschte, und ich mich jeden Augenblick auf dem Boden landen und ein Bein brechen sah. „So geht das nicht weiter“ dachte ich und schilderte dem Manager mein Problem. Ich hatte mir schon überlegt, dass die einzige Möglichkeit war, die Treibreifen am Rollstuhl abzuschrauben, und der Manager kam jetzt zu genau demselben Ergebnis. Gesagt, getan, in einer knappen Stunde waren die Treibreifen herunten, die Schläuche wieder montiert und aufgepumpt. Nun kam ich zwar ins Bad, dafür konnte ich nur noch mühsam rollen. So hatte ich mir diesen Urlaub nicht vorgestellt – ohne mich im Freien bewegen zu können, ohne einkaufen- oder spazieren zu rollen.

Verzweifelt wartete ich auf einen Anruf vom Flugplatz. Doch der ganze Tag verging, und dann auch der nächste, ein Sonntag. Am Montag hieß es endgültig, dass der Rollstuhl nicht in Abu Dhabi sei, er müsse demnach in Wien liegengeblieben sein. Also rief ich das Flughafenfundbüro dort an, wurde weiterverbunden an eine Stelle, die schon Bescheid wusste. Ein sehr bemühter und freundliche Herr Markus versprach zu helfen, wollte die Nummer vom baggage claim tag des Rollstuhls wissen. „Die tags haben sie mir alle am Flugplatz in Kochin weggenommen, für die Suche“. „Das ist schlecht“, sagte Herr Markus, aber gleich darauf rief er erfreut, „Ich hab's. COK-EY 280.....und sobald ich etwas erfahre, melde ich mich. Allerdings“ fügte er etwas besorgt hinzu, „nach 48 Stunden sind die Chancen schon recht gering. Sie sollten sich langsam damit abfinden, dass er verloren ist....“. Und er gab mir gleich auch gute Ratschläge, wie ich nun weiter vorgehen solle. Doch die wollte ich nicht hören – noch nicht.

Immerhin stellte ich mich nun doch auf eine längere Wartezeit ein und bat die Kinder, mit mir Zimmer zu tauschen. Zu meinem Klo gab's eine kleine Stufe – nicht unüberwindbar, aber doch sehr mühsam. Beim Bad im anderen Zimmer war nur ein niedriger Staffel. Wir übersiedelten also die Gepäckstücke, und weil noch niemand viel ausgepackt hatte, ging der Umzug recht schnell. Ich räumte im neuen Zimmer erst den Koffer aus, machte die Reisetasche auf und nahm die Fußstützen heraus – und hielt plötzlich vor Schreck die Luft an. An der linken Fußstütze hing ein großer, weißer, grün umrandeter Gepäckaufgabe-Anhänger. COK-EY 80 stand in großen Buchstaben und Ziffern drauf. Das hieß, dass der Rollstuhl unbeschriftet irgendwo herumstand – in Wien war nichts liegen geblieben , also musste er nach Abu Dhabi gebracht worden sein, aber dort konnte man natürlich nicht wissen, wohin man ihn weiterschicken sollte. Also war er liegen geblieben. Das Rätsel war gelöst. Neuerliche Anrufe bei allen drei Flughäfen, um die neue Situation zu erklären. Man möge nicht nach einem Rollstuhl mit einer ganz bestimmten Buchstaben-Ziffernkombination suchen, sondern nach einem ohne irgendeinen Anhänger. Am Dienstag kam endlich der heiß ersehnte Anruf aus Abu Dhabi - er sei vermutlich gefunden worden. Ich musste am Telefon sein Aussehen beschreiben. Schwarz, ohne jeden Firlefanz...und hinten steht KÜSCHALL drauf, fiel mir ein. „Buchstabieren Sie das bitte“ forderte mich jemand in fast akzentfreiem Englisch auf. „K, ein U mit zwei Punkten darüber – ein Ü gibt's im Arabischen wohl kaum. S, C, H.....“ Ich hatte ihn überzeugt. Noch am selben Abend, schon fast gegen Mitternacht, wurde mein Rolli tatsächlich gebracht und mir übergeben, nachdem ich nochmals meinen Pass hergezeigt hatte. Eine Nacht lang war ich überglücklich. – Am nächsten Morgen hatte ich ein knallrotes und dick angeschwollenes Bein. Aber das ist eine andere Geschichte.....

Und die Moral von der Geschicht:

Zerlege deinen Rollstuhl nicht

Und wenn du's doch tust, schau genau, an welchem Teil man den Gepäckanhänger festgemacht hat, und hüte dich davor, ausgerechnet diesen Teil zu entfernen!

 

März 2016 - Brief an die Direktion der Kammerspiele - Manfred Schweizer

Sehr geehrte Direktion!

Meine Frau (Rollstuhlfahrerin) und ich waren gestern zum ersten Mal seit dem Umbau in den Kammerspielen. Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, zu der Möglichkeit, die Rollstuhlfahrern nun in den Kammerspielen haben, zu gratulieren und Ihnen dafür zu danken.

Da ich seit 50 Jahren in mehr oder weniger großen Abständen Ihr Haus besuche, weiß ich, was diese Investitionen an Barrierefreiheit bedeuten.

Besonders aufmerksam war Ihr Personal, denn wir wurden bereits beim Seiteneingang abgeholt und ausgesprochen höflich in die rechte Balkonloge begleitet. Jede Frage an die junge Billeteurin wurde kompetent beantwortet!

Seit 54 Jahren (!) arbeite ich in der Behindertenszene und befürchte leider, dass es auch in Ihrem Haus Behinderte geben wird, die irgendwo ein Haar in der Suppe finden werden. Meine Empfehlung in so einem Fall wäre, so eine Kritik einfach zu ignorieren. Die einen wollen unbedingt in das Pausenbuffet, wobei jenes im Eingangsbereich deswegen nicht passt, da man nur Getränke bekommt, die anderen nicht in der letzten Reihe sitzen, etc.

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Schweizer
Obmann des Verbandes der Querschnittgelähmten Österreichs

13-03-2016 - Wie weit würdet IHR gehen? - A. Grillenberger

Als ich dieses Foto sah, drängte sich mir sofort die Frage auf: "Würde ich das auch machen, um etwas erreichen zu können?"

Was sagt die Community der RollstuhlfahrerInnen dazu? Schreibt mir Eure Meinung und Eure Gedanken dazu, ich freue mich über jede Reaktion!

13-02-2016 - Danke, lieber Hubert ...

... für alles, was Du mir Gutes getan hast. Ich werde dich in lieber Erinnerung behalten!

Sandra aus Tirol

13-02-2016 - Hubert Lohner: Und als die Kraft zu Ende ging, war es Erlösung und nicht Sterben - A. Grillenberger
Auf dem Krippenstein

 

 

Schock und Trauer … Gedankenfetzen … so viel schönes gemeinsam Erlebtes …versuche, mich selbst zu trösten: „Nicht weinen, dass er gegangen, sondern dankbar, dass er gewesen.“

 

Ich werde dich vermissen!

 

 

18-12-2015 - Das fehlende Puzzleteil - Annemarie Grillenberger

(Autor unbekannt)

Neulich sagte eine Bekannte: „Ich weiß eigentlich gar nicht, was das Leben für einen Sinn hat. Und noch viel weniger weiß ich, was ich hier soll. Wenn ich Goethe wäre oder Einstein … Aber mich zeichnen keine besonderen Begabungen aus. Ich bin in jeder Hinsicht ein reiner Durchschnittsmensch.“

„Hast du schon einmal ein Puzzle gelegt?“, fragte ich zurück.

Sie sah mich erstaunt an. „Ja klar, früher einmal, 3000 Teile!“

„Ist es da einmal vorgekommen, dass dir ein Puzzleteil verloren gegangen ist?“

„Ja, das ist mir einmal passiert. Ein blaues Stück fehlte, ein Teil vom Himmel. Alle sehen sie ähnlich aus und doch ist jedes anders. Ich habe gesucht und gesucht, selbst im Staubsauger, aber ich habe es nicht mehr gefunden. Zwei Wochen habe ich an dem Puzzle gearbeitet und dann war es nicht vollständig.“

„Nun stell´dir mal vor, die ganze Welt mit allem Leben, das aus ihr hervor geht, wäre ein Riesenpuzzle, zu dem jeder Mensch an seinem Platz dazu beiträgt, dass das Ganze sich zu einem vollkommenen Bild zusammenfügt. Dann würde, wenn es dich nicht gäbe, der Welt an einer Stelle etwas Wesentliches fehlen … vielleicht ein Stück vom Himmel?!“

Wir wünschen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und für 2016, dass jeder seinen Platz im Puzzle des Lebens findet und einnimmt!

Das Web-Team des VQÖ

 

18-12-2015 - Die sieben Stufen zum Lift - entnommen aus PresseOnline von A. Grillenberger
Schön, dass sich auch "Nicht-Rollifahrer" Gedanken zum 1. Jänner 2016 machen :-),
das meint und darüber freut sich
Annemarie Grillenberger

Die sieben Stufen zum Lift

11.12.2015 | 18:38 |Von Thomas Chorherr (Die Presse)
Barrieren. Ich weiß, wovon ich rede. Ich bin selbst nicht mehr gut auf den Beinen. Ab Jänner 2016 sollen wir es nun leichter haben. Da müssen die letzten Hindernisse beseitigt sein, die es unsereinem so schwer machen, beispielsweise ins Kaffeehaus zu gehen.

Sie sind jetzt fast allabendlich zu sehen. Sie versuchen nacheinander, die nicht einmal so hohen Stufen einer nicht einmal so hohen Stiege zu erklimmen. Den Reigen – natürlich ist es kein Reigen, sondern eine Reihe –, den Reigen also eröffnet ein Mann im Rollstuhl. Ist es ein Mann? Es könnte auch eine Frau sein, das Geschlecht ist undefinierbar. Nicht so bei den anderen, die einer oder eine nach dem anderen oder der anderen (heute muss man ja haarscharf aufpassen, genderlike zu schreiben) in der Reihe stehen, sich sichtlich bemühen, ihren offenbar mühsamen Weg fortzusetzen. Ein Mann mit Stock ist darunter, eine Frau mit Einkaufswagerl, auch eine Mutter, die einen Kinderwagen schiebt.

Und sie alle hatten die Absicht gehabt, über die Stufen zu steigen, was ihnen aber offenbar nicht geglückt ist. Es wird ihnen am 1. Jänner 2016 gelingen. Es muss ihnen gelingen. Am 1. Jänner 2016 endet die zehnjährige Frist, die das Behindertengleichstellungsgesetz eingeräumt hat, um jetzt auch die letzten Hindernisse zu beseitigen, die es unsereinem schwer bis unmöglich machen, ins Kaffeehaus zu gehen. Unsereinem. Ich habe das Wort mit Bedacht gewählt. Ich gehöre dazu. Ich weiß, was es heißt, Hindernisse überwinden zu müssen. Ich weiß, was es heißt, Barrieren zu bezwingen. Ich gehöre zu jener demografisch Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt zunehmenden Bevölkerungsschicht, die –nun, sagen wir: nicht mehr gut auf den Beinen ist. Vor allem auf den Beinen, weil diese altersbedingt schwächer geworden sind. Die gelegentlich, und sei es der Bequemlichkeit wegen, den Rollstuhl benützt. Nicht zu glauben: Rund 40 Prozent der Bevölkerung zählen, wie das Sozialministerium weiß, zur „Gruppe der mobilitätseingeschränkten Personen“. Sie sollen es ab Jänner leichter haben. Allein, leichter haben es dann auch jene, die nicht in irgendeiner Weise behindert sind. Also, wenn man den ministeriellen Angaben glauben darf (ich stehe nicht an zu erklären, dass ich ihnen aufs Wort glaube): 100 Prozent der Bevölkerung. Denn von einem Hindernis freien Umfeld, heißt es im Sozialministerium, profitieren alle Menschen. Barrierefreiheit ist essenziell für zehn Prozent der Bevölkerung, notwendig für 40 Prozent und komfortabel für 100 Prozent.

Denn das Leben ist voll von Hindernissen. Von Barrieren, die solche in weitestem Sinn sind. Sagen wir es präziser, halten wir uns an die Diktion, die von Amts wegen definiert, was den Schritt behindert und die Bequemlichkeit zudem. Man glaubt es kaum: Dazu gehören auch schmale Gehsteige, hohe Gehsteigkanten oder Stufen. Schau, schau: Wie steht es da mit den engen Gassen der Wiener City? Mit den vielen Touristengruppen, die Trottoirs blockieren, mit den an der Beliebigkeitsgrenze errichteten, die Fußgänger behindernden Busstopps, die halbe Fahrbahnen blockieren.

Vieles wird mit Jahresende anders sein, heißt es. Dann kann man sich damit trösten, dass die sogenannte Barrierefreiheit made in Austria langsam ein Stück näher an jene Bequemlichkeit heranrückt, die etwa in den Vereinigten Staaten längst selbstverständlich geworden ist. Dann kann man sich, dann muss man sich auch näher mit dem Gedanken befassen, was eine Barriere ist. Was aufhält, sich in der Umgebung zu bewegen, frei wie der Vogel im Wind. Zugegeben: Vom Behindertengleichstellungsgesetz zum Vogelflug ist ein kühner Schritt der Fantasie. Allein, gerade dieser 1. Jänner 2016 bietet Gelegenheit, sich über den Begriff „Hindernis“ Gedanken zu machen. Sich zu fragen, was denn wirklich unter einer Behinderung im engeren und weiteren Sinn zu verstehen ist.

So betrachtet, ist die Barrierefreiheit viel weiter gespannt, als wir es im Allgemeinen annehmen könnten. Sie ist sogar ideologisch zu sehen. Sie ist mehr als das Stolpern über eine Stufe. Sie hat – Sie werden verstehen und dann auch verzeihen – sogar gewisse mythologische Züge. Ich weiß, wovon ich spreche. Gedanken dieser Art kommen immer wieder, wenn ich versuche, die sieben Stufen – sieben, diese heilige Zahl! – bis zum Lift zu bewältigen.

Alter ist Barriere. Alter ist ein Hindernis. Das war es immer schon. Das elektronische Zeitalter, mehr noch: das technische Zeitalter, hat für Bequemlichkeit gesorgt. Es hat eine Zeit gegeben, da das Stiegen steigen nur aus eigener Kraft zu bewältigen war. Die erste und wichtigste aller Barrieren war die Problematik des Erklimmens von Örtlichkeiten, die nicht zu ebener Erde erreichbar waren. Schon die alten Römer haben nicht nur ebenerdig gebaut. War ihnen Bequemlichkeit ein sekundäres Bedürfnis? Haben die Bewohner der mittelalterlichen Orte in Italien, die ihre Häuser an Abhängen und Steilküsten errichteten, an leichte Erreichbarkeit gedacht? Hatten sie Stufen eingeplant, Stiegen, abschüssige Wege?

Es sind allerlei Gedanken, die einen befallen, wenn man sieben Stufen zu bewältigen hat. Man denkt etwa an den Lift, der – ich weiß nicht mehr, wann – erstmals in einem Kaufhaus installiert worden ist. Man nannte ihn „Paternoster“, und er war fast so etwas wie ein Abenteuer. Er stoppte nie, sondern man musste ihn erklimmen, wenn die nächste Kabine gerade fast ebenerdig war. Als Kind hatte ich mich immer gefragt, wohin dieser immerwährende Aufzug entschwand. In den Himmel, weil er ja von den Erwachsenen „Paternoster“ genannt wurde? Ich durfte ihn nie benützen. Ich musste über die Stiegen laufen.

Und dann kam die Rolltreppe. Ein Kaufhaus an der Mariahilfer Straße hatte die erste montiert. Wunder der Technik! Natürlich ebenfalls für Kinder unbenützbar. Aber bewundernswert. Eine Stiege, die sich bewegte, unaufhörlich, mit relativ hohen Stufen noch dazu. Ein automatisches Wunderwerk, der menschlichen Bequemlichkeit zuliebe konstruiert. Der Bequemlichkeit zuliebe. Was ist bequem? Noch einmal: die alltäglichen Handgriffe ohne Schwierigkeit bewältigen zu können. Oder, wie es das Sozialministerium vorgibt: barrierefrei leben und agieren zu können. Das besagte Ministerium fasst es genauer: „Die Barrierefreiheit ermöglicht allen Menschen mit und ohne Behinderung uneingeschränkte Nutzung von Dienstleistungen, Einrichtungen und Gegenständen im täglichen Leben. Dies am besten in allgemein üblicher Weise, ohne Beschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe.“

Darf ich noch einmal einen kurzen Ausflug ins Philosophische machen, ins Mythologische gar? Oder, wenn man will, ins Religiöse? Da kommt sofort die Himmelsleiter ins Gedächtnis. Oder die Stufen, die zum Himmel, in den Himmel führen. Ganz ohne Behindertengleichstellungsgesetz ist für die Gläubigen das Paradies nicht ohne Behinderung erreichbar. Man könnte, wenn man will (in der Tat, skurrile Gedanken beim Übersteigen der sieben Stufen zum Lift!), es wieder mit dem Paternoster in Einklang bringen. Oder wieder mit den alten Städten?

Sie trennen zwischen Arm und Reich. Aus Gründen, die nicht immer leicht zu erklären sind, waren die Slums, die Wohnstätten der Armen, stets zu ebener Erde zu finden, während die besser gestellten Stadt- oder Dorfbewohner weiter oben hausten. Warum? Weil die Luft dort angeblich reiner ist? In Tokio weiß man anderes zu berichten

Und doch hat das Soziologische mit dem Mythologischen und Religiösen auch in dieser Hinsicht mehr zu tun, als man glauben sollte. Die Kirche auf dem Berg ist jeweils ein Denkmal des Glaubens, und dass sie nur über Stufen zugänglich ist, lässt meinen, dass sie aus guten Gründen nicht ohne Beschwernis erreicht werden kann. Ich kenne kaum eine Wallfahrtskirche im Tal; die meisten sind auf Hügeln errichtet, Mariazell ist da ein gutes Beispiel. Dass mitunter zusätzliche Bußübungen den Gläubigen abverlangt werden, steht zwar nicht im Einklang mit dem Behindertengleichstellungsgesetz, hat aber zur Folge, dass, wer büßt, die allenfalls notwendige Gleichstellung nicht in Anspruch nehmen muss.

Das mündet alles immer wieder (neuerlich Gedankenflucht beim Versuch, die sieben Stufen zum Lift zu bewältigen) in der abermaligen Frage, was denn wirklich eine Behinderung sei. Dazu nochmals das Sozialministerium: „Unter einer Barriere ist ein Hindernis zu verstehen, das Menschen in ihren alltäglichen Möglichkeiten einschränkt bzw. behindert. So können zum Beispiel Stufen in einem Gebäude oder im öffentlichen Raum Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen an der Teilhabe in der Gesellschaft hindern.“ Die holpernde Diktion ändert nichts an der Tatsache, dass die Begriffe „Barriere“ und „Behinderung“ sehr weit gefasst sind und andererseits nichts von dem aussagen, was zur Abhilfe getan werden könnte.

Noch einmal: Ich weiß, wovon ich spreche. In unmittelbarer Nähe meines Wohnhauses ist jüngst ein neues Lokal eröffnet worden, italienisch, wie es sich gehört, mit Verkaufspult und Tischen. Aber nur über eine Stufe erreichbar. Auch ein Handlauf fehlt. Ohne Fremdhilfe ist es unbenützbar. Das heißt: In diesem Fall ist „die uneingeschränkte Nutzung von Dienstleistungen und Einrichtungen und Gegenständen im täglichen Leben“ nicht möglich.

Da wird dann der schwammige Begriff „Zumutbarkeit“ aktuell. Ist es zumutbar, bei der Adaptierung eines neuen Lokals die leichte Benützbarkeit zu planen? Ist es zumutbar, heute Lokale barrierefrei zu machen? Wieder ist das Sozialministerium gefragt: „Nach dem Behindertengleichstellungsgesetz müssen Güter und Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, diskriminierungsfrei – also auch ohne Barrieren – angeboten werden. Dies umfasst im Wesentlichen Verbrauchergeschäfte. Darunter versteht man beispielsweise tägliche Einkäufe, Urlaubsreisen, Kinobesuche, Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Essen in Restaurants und Gasthäusern.“

Dann aber kommt gleich eine Erläuterung: „Oftmals ist es Unternehmen gar nicht bewusst, dass in ihrem Einflussbereich eine Barriere vorliegt und sie diese Barriere zu verantworten haben.“ Und dann? Es sollte dann ein „klärendes Gespräch“ geben, und wenn dies nicht zum Erfolg führt, ist ein Antrag auf Schlichtung beim Sozialministerium-Service möglich. „Nur wenn diese Schlichtung nicht zu einer Einigung führt, können Sie bei Gericht eine Klage auf Schadenersatz wegen Diskriminierung nach dem Behindertengleichstellungsrecht einbringen“, heißt es. [...]

Aber das könnte ja am 1. Jänner 2016 besser werden, wenn die letzte „Fallfrist“ im Behindertengleichstellungsrecht endet. Dann wird die Frage der Zumutbarkeit zwar noch immer aktuell sein, aber ich werde die Stufen zum Lift mutiger in Angriff nehmen. Und wenn es zu schwer wird, gibt es das Rote Kreuz. Die Leute sind sehr freundlich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.12.2015)

 

18-12-2015 - Wieviel Pflege darf ein alter Mensch in Anspruch nehmen? - Josefine Zhanial

Meine Freundin Gabi A. pflegt ihre 93-jährige, an Alzheimer erkrankte Mutter seit acht Jahren. Weil diese nichts trinken wollte, musste sie ins Spital, da sie bereits dehydriert war.

Im Spital bekam sie kein Gitter auf das Bett, sondern nur eine Matratze neben das Bett. Gabi A. bat die Schwester, ihrer Mutter ein Gitter auf das Bett zu geben, diese verneinte, sie dürfen das nicht mehr tun, es gebe ein Gesetz, das ihnen dies verbietet.

Sie fragte, an wen sie sich wenden müsste, damit ihre Mutter ein Gitter bekommt. Die Schwester war nicht sehr kooperativ, Gabi A. verlangte nach dem Vorgesetzten.

Der erklärte ihr nochmals, warum das nicht geht. Meine Freundin erklärte, dass ihre Mutter aus dem Bett fallen würde und daher ein Gitter haben müsste, zu Hause hätte sie auch ein Gitter. Nach einigen Anrufen des Arztes bekam sie die Bewilligung für das Gitter, aber sie musste dafür sechs verschiedene Papiere unterschreiben.

Das Gesetz hat sicher seine Berechtigung, aber bei allen kann man das nicht anwenden.

Ihre Mutter bekommt kein normales Essen, sondern nur künstliches, niemand hebt sie in den Rollstuhl. Gabi A. beschwerte sich bei der Schwester, diese gab zur Antwort, dass niemand Zeit dafür hätte.

Gabi fährt täglich schon am Vormittag ins Spital, hebt die Mutter aus dem Bett in einen Rollstuhl und fährt mit ihr spazieren.

Normales Essen wurde ihr nicht erlaubt, obwohl sie allein essen kann, es dauert eben nur länger.

Noch ein Schmankerl: Bevor die Mutter ins Spital kam, rief Gabi den Arzt an, der auch kam, aber sehr schlecht Deutsch sprach. Ihr Hausarzt war auf Urlaub. Als er ihre Mutter sah, sagte er „Frau ist alt, wird sterben“, und ging wieder. Gabi A. ließ sich das nicht gefallen und ging zu besagtem Arzt in die Praxis, wo sie so lange blieb, bis er ihr die Überweisung für das Spital gab.

So etwas sollten nicht vorkommen!

 

06-12-2015 - Wien ist anders - Heinz Gardavsky

Am 24. November 2015 hat der Bundespräsident Landeshauptmann Michael Häupl und seine Stadträte an gelobt. Jetzt fällt Rot-Grün II wieder über Wien her. Vassilakou will den Ring begrünen und neue Fußgängerzonen für unser Steuergeld bauen, neue Kurzparkzonen schaffen und etliche Dreißigerzonen (laut Autofahrerklubs : dumme) einrichten. Zum Beispiel am Gürtel. Dort wo es tagsüber vorwiegend Stau gibt, soll nun in der Nacht Tempo 30 gefahren werden.

Dann wollen die Grünen noch 15 gut bezahlte Aufsichtsratsposten für die Ökos, was schon bei den Koalitionsverhandlungen im Vorfeld für Empörung sorgte. Nebenbei ist noch eine Art Legalisierung fürs Kiffen geplant. Es soll ab Jänner 2016 quasi straffrei gestellt werden.

So ist es, wenn eine Regierung im Amt ist, mit der viele unzufrieden waren, dennoch gewählt wurde. Die Partei mit den meisten Stimmenzuwächsen redet weder bei der Regierungsbildung, noch bei den dubiosen Verkehrsplänen mit.

Das machen nur diejenigen, welche gegenüber der letzten Wahl viele Wählerstimmen verloren haben. Wien ist eben anders.

Nur noch ein paar Zahlen. 120.000 Euro verschlang eine 35 Meter lange Begegnungszone am Naschmarkt. 2,9 Millionen Euro sind für Bäume und Fußgängerzonen rund um die Landstraße vorgesehen. 25 Millionen Euro will man für Wiens meistdiskutierte Einkaufsmeile bereitstellen. Wird das Projekt „Mahü II“ doch noch Wirklichkeit?

Über Themen: Flüchtlingspolitik, Arbeitslosigkeit oder Gesundheitswesen wird zur Zeit nur nachgedacht, aber Konkretes oder sogar Lösungsvorschläge gibt es nicht.

Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) regt zwei Untersuchungskommissionen an. Und zwar zu den Themen Fremdkredite (Ausstieg aus dem Frankenkredit) und Krankenhaus Nord (unerwartete Kostenexplosion).

Wien hat gewählt und es ist so wie es ist! Gewinner sind Verlierer und Verlierer sind Gewinner.

31-10-2015 - Flüchtlingskrise - Heinz Gardavsky

Es kommen täglich neue Flüchtlinge nach Österreich. Wenn auch viele davon weiter in ein anders Land möchten, so wird es doch eine große Anzahl vorziehen bei uns zu bleiben. 

Ich möchte jetzt zwei extreme Gruppen ausschließen, nämlich diejenigen mit besonderen Qualitäten, etwa sieben Sprachen, oder höchster Bildung mit Hochschulabschlüssen und die andere, aus denen Terroristen oder Selbstmordattentäter hervorgehen. Diese Minderheiten wären auch ohne eine solche zur Zeit bestehende Flüchtlingswelle in unser Land gekommen.

Der Großteil der Leute, die sich um Asyl bemühen, sind Menschen wie du und ich. Sie wollen eine neue Zukunft. Aber bevor das geschieht, müssen sie von uns untergebracht, mit dem Nötigsten ausgestattet und versorgt werden. Bis zu dem Zeitpunkt, wo sie unabhängig ein eigenständiges Leben führen werden, bleiben sie eine zumindest finanzielle Belastung für das Österreichische Volk. Auch das würde man in den Griff bekommen. Aber was ist in der Zukunft? Kinder brauchen eine Ausbildung und haben ein Recht auf Schulbildung. Wie geht das? Fast keiner spricht Deutsch, freie Plätze in öffentlichen Schulen sind Mangelware und Geld dafür ist auch keines da. Lehrplätze fehlen schon heute für unsere Kinder.

Was wird mit den Eltern? Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, die Einwohnerzahl vermehrt sich, aber neue Arbeitsplätze gibt es nicht. Haben schon viele Österreichische Jugendliche oder Arbeitssuchende Probleme mit der derzeitigen Lebenssituation, wird es für Immigranten wahrscheinlich noch schwerer werden.

Die Folge ist wahrscheinlich ein Abrutschen vieler in die Kriminalität, Bandenbildung oder auch nur Kleinbetrügereien. 

Wer wird wo wohnen? Es gibt heute schon zu wenig leistbare Unterkünfte. Wie sonst gäbe es Unterstandlose oder Menschen, die im Freien nächtigen müssen. Wie wird das in ein paar Jahren sein? Denn kein Flüchtling, besonders wenn er Familie hat, will im Container oder Turnsaal leben wollen. Woher sollen sie das Geld für eine Wohnung nehmen? Müssen das die Steuerzahler berappen? 

Wie soll das Gesundheitssystem gelöst werden. Bei so viel tausenden Menschen gibt es immer Kranke. Wer behandelt sie? Wer kommt für die Kosten auf? Wer heute eine Operation braucht, etwa für ein neues Kniegelenk, hat eine Wartezeit von einem halben Jahr. Die Krankenkassen sparen wo es nur geht. Wo soll dann das Geld herkommen? 

Wir machen uns nur über die Situation zur Zeit Gedanken, aber ich glaube, dass die wirklichen Probleme erst kommen. Aber dann werden sie uns überrennen und wir werden vor viel größeren Schwierigkeiten als heute stehen.

17-10-2015 - Zum Ausweis nach §29b: Wir haben die Lösung - Anton Steiner

Am 3. Oktober 2015 fand die heurige Generalversammlung unseres Verbandes in Linz statt.

Obmann Manfred Schweizer berichtet unter anderem:
2014 wurde zu dem heißen Thema §29b StVO ein Arbeitskreis eingerichtet; ein Ergebnis, in welche Richtung auch immer, steht noch nicht fest. Bisher konnten noch keine wesentlichen Erfolge verzeichnet werden. Man versucht aber eine Lösung wie in Deutschland anzustreben.

Dazu passend Antrag Nr. 7 zu diesem Thema: Da es bereits einen Arbeitskreis gibt, der sich damit beschäftigt, wird der Antrag an den Vorstand weitergeleitet.

Der Verband der Querschnittgelähmten ist derzeit der einzige Behindertenverein in Österreich, des sich ganz besonders für die Anliegen der Menschen mit Querschnittlähmung einsetzt und als großer Unterstützer für alle Menschen mit Behinderung auftritt. Wir wünschen uns einen eigenständigen, selbstbewussten, modernen, aktiven, attraktiven, innovativen, kompetenten Verband der Querschnittgelähmten, der mit seiner langjähriger Erfahrung die Behindertenpolitik in Österreich vehement, gravierend und nachhaltig beeinflussen und verändern kann.

Unser Leitsatz muss lauten: Nichts über uns ohne uns!

 

Mittlerweile geht man davon aus, dass die Evaluierungsfrist mit Ende 2017 beendet werden sollte. Wenn es danach wieder eine 3jährige Bearbeitungszeit wie bei der 25. Novelle geben sollte, haben wir vielleicht Ende 2020 (in 62 Monaten) eine bedarfsgerechte Vergaberichtlinie für die Parkausweise für Behinderte. Wenn binnen 20 Monaten 45.700 vom Sozialministeriumservice ausgestellt worden sind, wären das bis Ende 2020 weitere 141.600 zusätzliche Parkausweise. Da wir schon Ende 2013 für die vielen im Umlauf befindlichen Parkausweise (127.000) nicht genügend gekennzeichnete Parkplätze zur Verfügung hatten, wird es im Laufe der nächsten Jahre noch öfter der Fall sein, dass jene Ausweisinhaber, die auf die extra breiten Rollstuhlparkplätze angewiesen sind, diese weiterhin nicht benutzen werden können.

Seit Anfang 2013 wurden fast keine zusätzlichen Rollstuhlparkplätze geschaffen. Es wurden eher bestehende Behinderten-Parkplätze, für Menschen die auf den Rollstuhl angewiesen sind, entfernt!

Wir sollten alle rechtlichen Schritte, aber auch mit moralischen Appellen, die dem Verband der Querschnittgelähmten zur Verfügung stehen, an die Entscheidungsträger herantreten, und endlich diese Ausgrenzung beenden. Der Vorschlag unseres Internetforums, die Parkausweise mit zwei verschiedenfarbigen Jahresvignetten (Jahreszahl der Gültigkeit auf Hologramm) zu versehen, die gleichzeitig die Befristung des Parkausweises regeln würde und dementsprechend leicht kontrollierbar wäre, wurde dem Gemeindebund, dem Städtebund, Ministerien, Parlamentsclub, ÖZIV, ÖAR, und andere Behindertenvereine bereits vorgelegt. Diese Vignetten könnten im Zuge des Versandes der Autobahnvignette jedes Jahr neu beantragt und vom Bundessozialministeriumservice gemeinsam mit der Autobahnvignette versandt werden. Durch das Hologramm wäre auch die Fälschungssicherheit gewährleistet. Diese Lösung wäre dem in Deutschland praktizierten und bewährten 2-Parkausweis-System ähnlich. Dem Sozialministeriumservice würden dadurch minimale Kosten entstehen, aber volkswirtschaftlich würden die Parkraumbewirtschafter dementsprechend höhere Erträge erzielen. Schon auf Grund der Empfehlung des EU Rates muss sich Österreich bemühen, die Parkausweise mit einer Befristung auszustellen.

Mehr Informationen zu diesem Thema auf:  steiner-querschnittlaehmung.jimdo.com

Kontakt: asteiner@aon.at

05-10-2015 - Nachtrag zum Beitrag vom 04.07.2015: Das „neue“ Shopping-Center Nord (SCN) in Wien 21 - Annemarie Grillenberger

Schauplatz: SCN, 1. Stock, Trafik. Zeitpunkt: Irgendwann im Juni 2015.

Unglaublich, aber wahr: Zwei Wochen nach meinem Beitrag in diesem Forum (mit Weiterleitung des Links an die Geschäftsleitung des Shopping Center Nord in Wien 21) war das Problem aus der Welt geschafft! Die Bodenschiene ist jetzt so gestaltet, dass niemand beim Darüberfahren oder -gehen hängen bleibt!

Einziger Wertmuthstropfen für die Betreiber der Trafik: Die Firma verlangte ein zweites Mal Geld für eine Arbeit, die meiner Meinung nach beim ersten Mal nicht richtig ausgeführt worden war. "Daumen hoch" also für die Geschäftsleitung der SCN und die Trafikbesitzer, leider ein "Daumen runter" für die ausführende Firma.

26-08-2015 - Reaktionen auf Geburtstagsglückwünsche - Maria Schweizer

Viele Jahre hindurch war es unserem verstorbenen Präsidenten Albert Wöhrer eine Herzensangelegenheit, unseren Mitgliedern alljährlich zum Geburtstag zu gratulieren. Nach seinem Ableben im April 2014 habe ich nun diese ehrenvolle Aufgabe übernommen, Alberts Tradition weiterzuführen.
Und ich freue mich immer wieder, wenn es Reaktionen unserer Mitglieder gibt - einige davon haben wir hier abgedruckt.
(Maria Schweizer)

 

„Herzlichen Dank für deinen netten Brief. Liebe Grüße euer A.R.“

 

„Spät aber doch möchte ich mich für die Geburtstagswünsche bedanken. Es ist schön, dass die Tradition von Albert Wöhrer weiterlebt. Liebe Grüße R.L.“

 

„Habt herzlichen Dank für eure guten Wünsche zu meinem Geburtstag, über die ich mich gefreut habe. Ich hoffe, euch geht es gut und ihr findet neben eurem beachtlichen Einsatz für den Verein und dessen Mitglieder noch genügend Zeit, um ein schönes und vielfältiges Leben zu genießen. Herzliche Grüße I.S.“

 

„Über Deine guten Wünsche habe ich mich sehr gefreut. Auch meine Frau. Es ist mir auch ein echtes Bedürfnis, Euch – Dir und Manfred – ein ehrliches Dankeschön zu sagen, dass Ihr die Mühe auf Euch nehmt und die langjährige Tradition des unvergessenen Freundes Albert fortan weitergelebt wird. Ich habe mich jedes Jahr gefreut, wenn die Geburtstagswünsche von ihm (Albert) ins Haus geflattert kamen.
Unvergessen die Jahre, die er uns zur Seite stand, in jeder Hinsicht.
Alles Gute und weiterhin viel Erfolg mit „Rollstuhl aktiv“ J.u.M.W.“

 

„Hallo Maria, herzlichen Dank für Deine „amtlichen“ und persönlichen Geburtstagswünsche. Es ist schon eigenartig, je älter man wird, desto erfreut nimmt man diese wahr. Diese Herzensangelegenheit von Albert sollte man in der Tat weiterführen.
Liebe Grüße an Dich und Manfred, auf dass es uns weiterhin gut geht. I. und R.“

 

„Ich habe mich sehr über die Geburstagswünsche zum meinem 60er gefreut. Albert, der das immer gewissenhaft und vorbildlich erledigte, hätte sicher bewollt, dass sich jemand findet, der diese Tradition weiter führt. Herzlichen Dank Fr. Maria, dass Sie das übernehmen. K.K.“

04-07-2015 - Das „neue“ Shopping-Center Nord (SCN) in Wien 21 - Annemarie Grillenberger

 Schauplatz: SCN, 1. Stock, Trafik. Zeitpunkt: Irgendwann im Juni 2015.

Wie jede Woche seit 25 Jahren mache ich meine Einkäufe in dem von meinem Wohnort nicht weit entfernten Einkaufszentrum. Nachdem ich trotz der zahlreichen – natürlich besetzten – Behindertenparkplätze endlich einen „normalen“ Parkplatz gefunden habe, auf dem mich niemand einsperren kann (das ist ein anderes Thema und demnächst eines weiteren Beitrages in diesem Blog würdig), fahre ich mit dem Lift ins Erdgeschoß und erledige meine Einkäufe, die ich in einem Einkaufskistchen auf meinem Schoß deponiere.

Mein letzter Weg führt mich in den ersten Stock in die Trafik. Wie üblich biege ich um die Ecke, den Blick schon auf die Verkäuferinnen gerichtet, um einen freundlichen Gruß los zu werden. Dann geht alles blitzschnell und alles gleichzeitig: Ein erschrecktes Quietschen entfährt mir, gleichzeitig fliegt mein Einkaufskorb in hohem Bogen von meinen Knien und ich kann mich im allerletzten Moment in meinem Rolli so stabilisieren, dass ich meinen Einkäufen nicht hinterher falle. Mit klopfendem Herzen sucht mein Blick auf dem Boden nach der Ursache dieses Missgeschicks, doch da liegt nichts. Die umstehenden KundInnen helfen mit unter mitfühlendem Gemurmel, meine Einkäufe wieder sicher zu verstauen, während ich endlich die Hürde entdecke, die mich fast aus dem Rollstuhl katapultiert hätte:

Der neu verlegte Boden in der Trafik wurde entlang des Zugangs mittels einer Aluschiene mit dem äußeren Gangbereich des Einkaufszentrums verbunden. Dass diese Schiene laut Hersteller nur einen Zentimeter hoch und damit barrierefrei ist (Information der Verkäuferinnen), tut nichts zur Sache, wenn es von den ca. 50 Geschäften nur in einem einzigen neuerdings diese Barriere gibt. Ich bin überzeugt davon, dass ich nicht die einzige bin, die schon darüber gestolpert ist (egal ob Rolli oder Geher). Für StammkundInnen wird es nicht leicht werden, sich daran zu gewöhnen, den Blick zuerst dem Boden und dann erst den Verkäuferinnen zu widmen. Ich zumindest habe auch heute beim inzwischen vierten Besuch der Trafik wieder einen erschreckten Laut von mir gegeben, die Kundinnen und Personal dazu veranlassten, mich entgeistert anzustarren (immer diese Rollifahrer!)

Nach dem Umbau ist NICHT vor dem Umbau!!! Denn monatelange Umbauten des SCN haben leider dazu geführt, dass es nun nicht mehr zu 100 % barrierefrei ist, so wie in den letzten 25 Jahren. Schade eigentlich.

P.S.: Übrigens hatte auch eine der Verkäuferinnen schon ein Problem mit dieser „barrierefreien“ Schiene: Sie bekam den Griff ihres Einkaufswagens in den Bauch gerammt, als sie mehrere Stapel von Zeitungen in die Trafik bringen wollte und die kleinen Räder blockierten, weil natürlich auch sie seit Jahren an etwas anderes gewöhnt ist – nämlich eine problemlos passierbare Schiene!

 

 

03-06-2015 - Tolles Feedback - Annemarie Grillenberger

Ich muss es endlich loswerden: Vielen vielen Dank an alle Besucherinnen und Besucher unserer neuen Homepage, die uns so ein tolles Feedback vermitteln! Das zeigt uns zweierlei: Dass unsere Arbeit sich ausgezahlt hat. Und dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir tun unser Bestes und bleiben dran!

23-06-2015 - Mit dem Swiss-Trac im Tierpark Haag - Johann Scheuch

Habe gestern mit meinem Swiss–Track den Tierpark Haag besucht. Eine sehr schöne Strecke mit einigen Steigungen die der Swiss-Track super bewältigt.

Der Tierpark ist Rollstuhl gerecht mit Behinderten-Parkplätzen und Behinderten-WC. Liegt nicht weit von der Autobahn A1 Abfahrt Haag.

Rollstuhlfahrer zahlen mit Begleitperson keinen Eintritt.Es gibt auch zwei Lokale zum Essen und für Erfrischungen.

Alle näheren Information findet Ihr auf www.tierparkstadthaag.at

Ein schönes ideales Ausflugsziel.

19-06-2015 - Man kann die Menschen nicht zum Denken zwingen - Fritz Gardavsky

Ein paar Beispiele, wie Rampen nicht sein sollten:

  

  

  

Es gibt noch einige Ideen, wie man es nicht machen sollte.

Beispiele findet man hier.

Hier braucht man lange Arme ...

... erinnert ein wenig an "ein bisschen schwanger" ...

21-05-2015 - Oldtimermesse - Heinz Gardavsky

Blitzendes Chrom und seltene Modelle

 

Am 16. und 17. Mai fand wieder in Tulln die Oldtimer Messe statt.

Rund 750 Aussteller boten Raritäten, Ersatzteile und Sonderschauen auf dem Messegelände an. Der Teilemarkt ist jedes Jahr besonders beliebt, da fast alles angeboten wird, was man sonst nirgendwo bekommt. Bekanntlich wird bei einem Oldtimer oftmals ein Ersatzteil gesucht, das nicht immer einfach zu bekommen ist.

 

Das Gelände ist barrierefrei und so konnte man viele Rollstuhlfahrer sehen.

Der Eintritt war für Versehrte um 2,00 Euro reduziert und der Parkplatz kostenlos. Ein Service, das nicht überall angeboten wird.

 

Hier gibt es weitere Informationen.

11-05-2015 – NEU!!! Das Sockel-WC - Annemarie Grillenberger

Am 7. und 8. Mai 2015 fand in Klagenfurt die ReCare-Messe statt. Eine Ankündigung dazu gab es am 1. Mai in der "Kärntner Krone" auf den Seiten 48 - 50. So weit so gut.

Gar nicht gut in diesem Bericht war allerdings Foto 2 auf Seite 50: Hier thront eine Toilette auf einem schätzungsweise 15 cm hohen Sockel! Darunter die Bildbeschriftung "Am besten ist es, gleich bei der Planung an ein barrierefreies Bad zu denken. [...]" (Der Vermerk "irreführend" im Bild stammt von mir).

ReCare Klagenfurt

Für mich wäre es unmöglich, dieses WC zu benützen, da ich aber nicht unbedingt ein "Transfer-Genie" bin, befragte ich einige RollifahrerInnen zu diesem Bild und bekam zu hören "absolut nicht machbar", "mit Hilfe ginge es vielleicht",  "sind die denn verrückt?" usw.

Auf meine E-Mail an die Pressestelle der Messe Klagenfurt erhielt ich Antworten vom Unternehmenssprecher der Messe und bald darauf von der Kronenzeitung (für Interessierte habe ich die E-Mail des Unternehmenssprechers weiter unten angeführt). Die Antwort der "Krone" lautete dahingehend, dass man sich auf die Aussage des Herstellers verlassen hätte, der dieses WC als barrierefrei angepriesen hatte.

Fazit: Keiner ist schuld, dass ein derart irreführendes Bild in einer der meist gelesenen Zeitungen Österreichs veröffentlicht wird! Denn für den Hersteller ist es ja "barrierefrei". Vielleicht ist es das ohne Sockel tatsächlich? Die Höhe ist zwar anhand eines Fotos schwer abschätzbar, dass aber bei einem "Sockel-WC NICHT von Barrierefreiheit gesprochen werden kann, sollte einleuchten.

Wen wundert es, dass es in vielen Hotels, Restaurants, öffentlichen und nicht öffentlichen Institutionen noch immer Toiletten gibt, die nicht normgerecht angelegt wurden, wenn sogar auf einer Reha-Messe keine korrekten Informationen zu bekommen sind. Denn diese Messe wendet sich laut Messepräsident und Messe-Geschäftsführer "... gezielt an Fachleute und Beschaffungsverantwortliche von Pflege- und Betreuungseinrichtungen und bietet sowohl für Betroffene als auch für Angehörige eine Hilfestellung". (Kärntner Krone, 01.05.2015, Seite 48) Quo vadis, Austria?

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Sehr geehrte Frau Grillenberger!

Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihr E-Mail. Die Sonderseiten wurden von der KÄRNTNER KRONE zusammengestellt und koordiniert. Die ersten beiden Seiten 48 und 49 wurden von Seiten der Messe geschalten und hierfür haben wir auch die inhaltliche Freigabe erteilt. Die weiteren Seiten – wo sich auch das von Ihnen bemängelte Foto befindet – liegt im redaktionellen Verantwortungsbereich der Zeitung. Ihr Mail haben wir auch an den zuständigen Verkaufsleiter Wolfgang König weitergegeben, um ggf. reagieren zu können.

Wir bedanken uns nochmals für Ihr Feedback!

Mit freundlichen Grüßen

Christian Wallner

Unternehmenssprecher, Marketing Konsumgütermesse

29-04-2015 – Buchtipp – Annemarie Grillenberger

"Das Glück geht nicht zu Fuß - Wie mein Leben ins Rollen kam" von Ines Kiefer (Verlag Knaur, ISBN 978-3426784419).

Berührend, heiter, Mut gebend - für RollifahrerInnen genau so wie für FußgängerInnen.

Hier gibt es weitere Details.

03-04-2015 – Mit "Öffis" von Floridsdorf zum Wiener Westbahnhof – Annemarie Grillenberger

Als eingefleischte (ein wenig masochistisch veranlagte) Autofahrerin will ich es unbedingt wissen: Wie komme ich vom Rande Wiens (21. Wiener Bezirk, Ruthnergasse) mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Westbahnhof? Mit dem Auto zum Bahnhof Siemensstraße - ich gebe zu, ich will nicht bei Wind und Wetter einen Kilometer mit dem Rolli fahren und verzichte auch auf den Autobus, der nur auf Umwegen zum Bahnhof fährt. Mit viel Glück ergattere ich einen Parkplatz und dann geht es über eine ziemlich steile Rampe abwärts zum Lift. Auf dem Bahnsteig bin ich also recht schnell. Aber wo finde ich nun den Fahrkartenautomaten? Ich suche und suche - und finde ihn endlich, allerdings nicht auf dem Bahnsteig, sondern erst, nachdem ich mit dem zweiten Lift wieder talwärts gefahren bin. Und wie bedient man dieses Ding nun? Gott sei Dank habe ich viel Zeit, denn die brauche ich auch ;-)

Von Fini Zhanial weiß ich schon, dass es nur eine einzige Möglichkeit gibt, mit dem Rolli von diesem Bahnhof wegzukommen, nämlich mit dem "Wiesel", der stündlich fährt (in Stoßzeiten halbstündlich). Während des Wartens auf dem zugigen Bahnsteig denke ich mit Wehmut an mein kuschelig warmes Auto, im Zug ist es dann allerdings angenehm warm. Den breiten Spalt zwischen Perron und Zug überwinde ich mit Finis Hilfe, allein wäre ich wahrscheinlich davor zurückgeschreckt. Ein Rollstuhl-WC gibt es hier auch, leider wird es von allen Fahrgästen benützt, da ein Euro-Schloss fehlt.

Fini und ich nehmen die Gelegenheit wahr, den Westbahnhof und den neuen Hauptbahnhof zu inspizieren und sind begeistert. Wer braucht noch ein Einkaufszentrum? Hier gibt es alles, was das Herz begehrt und wahrscheinlich noch mehr (das herauszufinden, fehlt uns aber die Zeit). Mit den U-Bahn-Linien 3 und 6 zu fahren, ist kein Problem, es gibt überall Lifte und Rollstuhl-Toiletten, leider aber auch teilweise sehr unangenehme Zeitgenossen unter den Fahrgästen.

Fazit: Sollte ich irgendwann einmal kein Auto haben, weiß ich, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien zwar noch keine perfekte, aber doch recht gute Alternative sind. Verwöhnt wie ich nach 25 Jahren Rollstuhl- und Auto-Dasein allerdings bin, sage ich trotzdem: Lieber Gott, lass mir mein Auto, dafür verzichte ich auch gerne auf ein paar Klamotten, versprochen!!!

 

02-04-2015 – Hanf zum Selbstanbau ? – Heinz Gardavsky

In welcher Zeit leben wir eigentlich ? „Boko Haram entführt 500 Frauen und verkauft sie“ oder „Polizist wird bei einer Amtshandlung von betrunkenem Autofahrer niedergemäht“ und „minderjährige Mädchen ziehen in den Heiligen Krieg“, sind nur ein paar der Schlagzeilen der Gegenwart. Da wundert mich auch nicht ein Inserat einer Tageszeitung, welche Hanf zum Selbstanbau anbietet. Ich hatte zuerst an einen Aprilscherz geglaubt, dem war nicht so.

Hanf und Hanf
Hanf und Hanf

Ich erkenne darin eine gewisse Dekadenz, die nur dazu führt, dass sich eine kleine Gruppe auf Kosten unserer Gesellschaft zu bereichern versucht. Das Ergebnis sehen wir ohnehin in den Meldungen des Tages in Zeitung und Fernsehen.

01-04-2015 – Unser neuer Internetauftritt: Gut` Ding` braucht Weile! – Annemarie Grillenberger

Hurra - es ist vollbracht! Nach unzähligen arbeitsintensiven Wochenenden geht unsere neue Homepage endlich online. Trotz langwieriger und teilweise recht hitziger Diskussionen innerhalb unserer Arbeitsgruppe gab es keine Verletzten ;-) Es hat Spaß gemacht, etwas Neues auf die Beine zu stellen und wir freuen uns darauf, unseren Leserinnen und Lesern vielfältige Informationen rund um das Thema Behinderung zur Verfügung zu stellen!

30-03-2015 – Ein Filmtipp – Hannes Wiesinger

Wer den Film im Kino noch nicht gesehen hat, sollte ihn sich ihn unbedingt ansehen: "Verstehen Sie die Beliers?"

Eine wirklich lustige Komödie über eine Familie in der Vater, Mutter und Sohn  taubstumm sind und nur die Tochter hören und sprechen kann.